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Alpamayo: Nvidia bringt Open-Source-Modell für autonomes Fahren

CES 2026
Nvidia will für das autonome Fahren nicht nur die Hardware, sondern auch die Software liefern. Das KI -Modell kommt im Mercedes CLA zum Einsatz.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Friedhelm Greis
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Der Mercedes-Benz CLA fährt mit Level 2++ durch San Francisco. (Bild: Youtube.com/Screenshot: Golem)
Der Mercedes-Benz CLA fährt mit Level 2++ durch San Francisco. Bild: Youtube.com/Screenshot: Golem

Der US-Chiphersteller Nvidia will eine quelloffene Softwarelösung für autonomes Fahren auf den Markt bringen. Firmenchef Jensen Huang sagte am 5. Januar 2026 auf der Technikmesse CES(öffnet im neuen Fenster) in Las Vegas, dass Nvidia die KI-basierte Software Alpamayo in den vergangenen fünf Jahren zusammen mit Mercedes-Benz entwickelt habe. Der neue CLA werde weltweit das erste Fahrzeug sein, das den neuen Software-Stack nutze. "Unsere Vision ist, dass eines Tages jedes Auto und jeder Lkw autonom fahren wird" , sagte Huang.

Nach Angaben von Nvidia(öffnet im neuen Fenster) ist Alpamayo "ein offenes Portfolio aus KI-Modellen, Simulationsframeworks und physikalischen KI-Datensätzen, das die Entwicklung autonomer Fahrzeuge beschleunigen soll, die sicher, transparent und logisch-schlussfolgernd sind" .

Auch für untrainierte Situationen geeignet

Alpamayo wurde demnach für das autonome Fahren nach Stufe 4 (Level 4) entwickelt und soll es Fahrzeugen ermöglichen, "mit menschenähnlichem Urteilsvermögen wahrzunehmen, zu denken und zu handeln" , während das System "gleichzeitig die für die Sicherheitsvalidierung und die Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden erforderliche Interpretierbarkeit und Offenheit bietet" .

Einer weiteren Mitteilung zufolge(öffnet im neuen Fenster) handelt es sich bei Alpamayo um ein Vision-Language-Action-Modell (VLA-Modell), das optische Wahrnehmung und logisches Denken miteinander verknüpfen soll. Damit wird es laut Nvidia möglich, auch selten auftretende und komplexe Verkehrssituationen zu bewältigen.

Modell mit 10 Milliarden Parametern

Das auf der Plattform Hugging Face veröffentlichte Modell(öffnet im neuen Fenster) umfasst 10,5 Milliarden Parameter, die Version Alpamayo-R1-10B hat eine Dateigröße von 22,2 GByte. Das Simulationsframework Alpasim findet sich auf Github(öffnet im neuen Fenster) .

Die physikalischen Datensätze enthalten Aufnahmen von Fahrsituationen(öffnet im neuen Fenster) , die in den jeweils zur Hälfte in den USA und in EU-Ländern aufgenommen wurden. Allein aus Deutschland sind mehr als 45.000 Datensätze enthalten. Diese umfassen vor allem Kameraaufnahmen, allerdings auch Aufzeichnungen von Lidar- und Radarsensoren.

Dieser Datensatz enthält 1.727 Stunden Fahrzeit, die in 25 Ländern und mehr als 2.500 Städten aufgezeichnet wurden. Er besteht aus 310.895 Clips mit einer Länge von jeweils 20 Sekunden.

Zwei unterschiedliche Software-Stacks

Laut Huang nutzt das System zwei unterschiedliche Software-Stacks, die sich gegenseitig spiegeln. Eine Sicherheitsbewertung entscheide dabei, ob Alpamayo die Fahraufgabe ausführe. Falls nicht, werde auf eine klassische KI-Software zurückgegriffen.

Autonomes Fahren mit dem Mercedes Drive Assist Pro (IAA 2025)
Autonomes Fahren mit dem Mercedes Drive Assist Pro (IAA 2025) (02:34)

Mercedes-Benz präsentierte das überwachte autonome Fahren nach der Stufe 2++ bereits auf der IAA 2025 in München . Anlässlich der CES veröffentlichte Nvidia ein Video, in dem ein CLA selbständig durch San Francisco fährt. Der Marktstart in den USA sei für das erste Quartal 2026 geplant, Europa folge im zweiten Quartal. Bislang gibt es in der EU jedoch noch keine einheitliche Regulierung für solche Systeme. Tesla strebt daher eine Sondergenehmigung an.

Mercedes-Chef Ola Källenius wollte auf der Veranstaltung keine Angaben dazu machen, wann Level-4-Fahrzeuge für Privatkunden auf den Markt kommen. "Das ist keine Science Fiction, das ist nicht so weit entfernt" , sagte er lediglich.

Nvidia-Chef Huang sieht in autonomen Autos einen großen Geschäftsbereich für den Chiphersteller: "Ich gehe davon aus, dass dies für uns bereits ein riesiges Geschäft ist, es ist ein riesiges Geschäft für uns, weil sie es für Trainingsdaten, Datenverarbeitung und das Training ihrer Modelle verwenden." Er zeigte sich sicher, "dass in den kommenden 10 Jahren ein sehr, sehr großer Prozentsatz der Autos weltweit autonom oder vollautonom sein wird" .

Nachtrag vom 7. Januar 2026, 14:24 Uhr

Nach Angaben eines Mercedes-Sprechers kommt der Software-Stack Alpamayo erst in neuen CLA-Modellen zum Einsatz. Bei der Präsentation in München seien ausschließlich Vorserienfahrzeuge mit einer anderen Software unterwegs gewesen.


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