Abo
  • Services:

Alma und E-ELT: Auf den Spuren der Superteleskope

Extrem groß und unglaublich weit: Astronomen schauen schon mit dem größten Radioteleskop der Welt in die Sterne, doch das reicht nicht. In Chile wird derzeit E-ELT gebaut, das größte optische Teleskop, das es je gab. Es soll revolutionäre Erkenntnisse ermöglichen.

Artikel von Florian Freistetter/Scienceblog veröffentlicht am
Alma ist das größte Radioteleskop der Welt.
Alma ist das größte Radioteleskop der Welt. (Bild: Martin Bernetti/AFP/Getty Images)

Im Gegensatz zu den anderen Naturwissenschaften hat die Astronomie ein großes Problem: Sie kann das, was sie untersuchen will, immer nur aus der Ferne betrachten. Alles, was uns von Planeten, Sternen und Galaxien erreicht, ist Licht. Aus den wenigen Photonen, die es durch den leeren Raum bis zu uns geschafft haben, müssen die Astronomen all die Informationen heraussuchen, die sie benötigen. Lange Zeit konnten sie dazu nur ihre Augen benutzen. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts setzte Galileo Galilei ein Teleskop ein. Seitdem werden Teleskope in immer neue Rekordgrößen gebaut - derzeit das European Extremly Large Telescope, dessen Name keine Übertreibung ist. So wollen die Wissenschaftler immer mehr Objekte sehen.

  • Das derzeit mächtigste Teleskop Large Binocular Telescope (LBT) sieht aus wie ein gigantisches Fernglas. (Bild: Nasa)
  • In Südafrika wird das Radioteleskop Square Kilometer Array gebaut. Das SKA wird eine 50-mal höhere Auflösung haben als Alma. (Bild: Skatelescope.org)
  • Alma in Chile ist mit 66 astronomischen Instrumenten das größte Radioteleskop der Welt. (Bild: Almaobservatory.org)
  • Alma in Chile ist mit 66 astronomischen Instrumenten das größte Radioteleskop der Welt. (Bild: Almaobservatory.org)
  • Das optische Teleskop European Extremely Large Telescope (E-ELT) soll in den 2020er Jahren seinen Betrieb aufnehmen. (Bild: Eso.org)
  • Das optische Teleskop European Extremely Large Telescope (E-ELT) soll in den 2020er Jahren seinen Betrieb aufnehmen. (Bild: Eso.org)
Das optische Teleskop European Extremely Large Telescope (E-ELT) soll in den 2020er Jahren seinen Betrieb aufnehmen. (Bild: Eso.org)

Denn beim Durchmesser eines Teleskops geht es nicht darum, die Himmelsobjekte zu vergrößern. Die Sterne sind so enorm weit entfernt, dass sie immer punktförmig bleiben, egal wie stark die Vergrößerung des Teleskops ist. Doch je größer der Durchmesser eines Teleskops ist, desto mehr Licht kann es auffangen. Und desto mehr und desto fernere Sterne und Galaxien können Astronomen beobachten und so weit in die Ferne und damit auch weit in die Vergangenheit blicken, die Entwicklung der Himmelsobjekte beobachten und ihren Ursprung nachvollziehen.

Das Large Binocular Telescope sieht aus wie ein gigantisches Fernglas

Das derzeit mächtigste Teleskop steht auf dem 3.267 Meter hohen Mount Graham in Arizona und sieht aus wie ein gigantisches Fernglas. Das Large Binocular Telescope (LBT) besteht aus zwei nebeneinander montierten Teleskopen mit einem jeweils 8,4 Meter großen Spiegel, die zusammen genau so viel Licht sammeln können wie ein Einzelspiegel mit einem Durchmesser von 11,8 Metern. Im Vergleich mit dem Teleskop, das gerade in der chilenischen Atacamawüste gebaut wird, ist das LBT aber geradezu winzig.

Am 19. Juni 2014 wurde in Chile die Spitze des 3.064 Meter hohen Cerro Armazones gesprengt, um Platz für das Fundament des European Extremly Large Telescope (E-ELT) zu schaffen. Nach der Fertigstellung wird das E-ELT einen Spiegel mit einem Durchmesser von 39 Metern haben und das größte optische Teleskop der Welt sein. So ein großer Spiegel kann natürlich nicht am Stück hergestellt werden. Das E-ELT wird aus 798 hexagonalen Segmenten zusammengesetzt werden, von denen jedes 1,45 Meter breit, aber nur 50 Millimeter dick ist. Der Spiegel muss so dünn sein, damit dort eine adaptive Optik eingesetzt werden kann. Denn das beste Teleskop nützt nichts, wenn die Bilder unscharf werden, und genau das passiert leider immer, wenn auf der Erde beobachtet werden soll.

Das Licht der Sterne - eingefangen auf 978 Quadratmetern 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 119,90€
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de
  3. 169,90€ + Versand

Desertdelphin 03. Sep 2014

Ernsthaft? Jedes mal diese dummen - ja DUMMEN - Kommentare? Und nein es ist nicht...

zxmyy07 01. Sep 2014

Ich nehme einmal an, dass die einzelnen Segmente nicht 50 Millimeter - wie im Artikel...

BurkSchu 31. Aug 2014

Siehe beim Duden hier: Grüße Burkhard

Tsh1298 29. Aug 2014

Überstrahlen ist weniger das Problem, das Licht wird einfach vom Staub und Dreck im...

Anonymer Nutzer 29. Aug 2014

Seite 1: tun sie seit es das erste Radioteleskop gab naja, letztendlich doch Wikipedia...


Folgen Sie uns
       


Shadow Ghost - Test

Wir testen die Streamingbox Shadow Ghost und finden Bildartefakte und andere unschöne Fehler. Der Streamingdienst hat mit der richtigen Hardware aber Potenzial.

Shadow Ghost - Test Video aufrufen
Pie: Google und die verschollenen Android-Zahlen
Pie
Google und die verschollenen Android-Zahlen

Bis Oktober 2018 hat Google jeden Monat Zahlen zur Verbreitung der verschiedenen Android-Versionen veröffentlicht. Daran ließ sich unter anderem ablesen, wie schnell sich eine neue Version am Markt durchsetzt. Seit gut einem halben Jahr schweigt Google aber - was ist da los?
Von Tobias Költzsch

  1. Google Neue Android-Q-Beta bringt App-Blasen
  2. Security Patch Google beseitigt im April Qualcomm-Sicherheitslücken
  3. Android 10 Google veröffentlicht erste Betaversion von Android Q

Verschlüsselung: Ärger für die PGP-Keyserver
Verschlüsselung
Ärger für die PGP-Keyserver

Die Schlüsselserver für PGP sind so ausgelegt, dass sie fast alles ungeprüft akzeptieren. Das führt zu zahlreichen Problemen, zuletzt wurden die Keyserver aufgrund von Angriffen mit vergifteten Schlüsseln immer unzuverlässiger.
Ein Bericht von Hanno Böck

  1. OpenPGP/GnuPG Signaturen fälschen mit HTML und Bildern
  2. GPG-Entwickler Sequoia-Projekt baut OpenPGP in Rust

Batterieherstellung: Kampf um die Zelle
Batterieherstellung
Kampf um die Zelle

Die Fertigung von Batteriezellen ist Chemie und damit nicht die Kernkompetenz deutscher Autohersteller. Sie kaufen Zellen bei Zulieferern aus Asien. Das führt zu Abhängigkeiten, die man vermeiden möchte. Dank Fördergeldern soll in Europa eine Art "Batterie-Airbus" entstehen.
Eine Analyse von Dirk Kunde

  1. Proterra Elektrobushersteller vermietet Akkus zur Absatzförderung
  2. US CPSC HP muss in den USA nochmals fast 80.000 Akkus zurückrufen
  3. Erneuerbare Energien Shell übernimmt Heimakku-Hersteller Sonnen

    •  /