Abo
  • Services:

Alma: Teleskop schaut in die Vergangenheit des Universums

In Betrieb ist Alma seit Frühjahr 2013. Jetzt ist die letzte Antenne in den Bergen Nordchiles eingetroffen. Das Teleskop fängt Wellen im Millimeter- und Submillimeter-Bereich auf.

Artikel veröffentlicht am ,
Alma-Antennen: Auflösung wie ein 16-Kilometer-Teleskop
Alma-Antennen: Auflösung wie ein 16-Kilometer-Teleskop (Bild: Eso)

Ein neues Auge für den Blick in die Tiefen des Weltalls ist in der Atacama-Wüste in Chile geöffnet worden: das Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (Alma). Damit lassen sich unter anderem uralte Galaxien erforschen.

Stellenmarkt
  1. zeb/rolfes.schierenbeck.associates gmbh, Münster
  2. Robert Bosch GmbH, Abstatt

Alma befindet sich auf dem Chajnantor-Plateau im Norden Chiles, auf über 5.000 Metern Höhe. Zu der Anlage gehören insgesamt 66 Antennen - 54 mit einem Durchmesser von 12 Metern und 12 mit einem Durchmesser von 7 Metern. Sie fangen Wellen im Millimeter- und Submillimeter-Bereich auf. Letztere, auch Terahertzstrahlung genannt, sind länger als sichtbares Licht, aber kürzer als Radiowellen. In diesem Bereich hat Alma eine erheblich höhere Empfindlichkeit und Auflösung als andere Teleskope.

Staub durchdringen

Diese Strahlen ermöglichen einen Blick auf Sterne, die im sichtbaren Licht nicht zu sehen sind, da sie von kosmischen Staubwolken verdeckt sind. Systeme von jungen Sternen etwa sind von großen Mengen Staub umgeben und mit Teleskopen, die im Bereich des sichtbaren Lichts arbeiten, nicht zu beobachten. Die Terahertzstrahlung hingegen durchdringt den Staub. Dafür wird sie vom Wasserdampf in der Atmosphäre absorbiert. Daher die Wahl des abgelegenen Standorts: Die Atacama-Wüste ist eine der trockensten Regionen der Erde.

Außerdem wollen die Astronomen mit Alma nach jungen Galaxien im frühen Universum suchen sowie die Planeten von weit entfernten Sternen erkunden.

Supercomputer

Die Antennen sind auf einem Areal von der Größe eine Fußballfeldes auf der Hochebene verteilt. Die Signale, die die Antennen empfangen, werden zusammengeführt und von einem Supercomputer, dem Alma-Korrelator, für die Weiterverarbeitung aufbereitet. Die Auflösung der 66 Antennen entspricht der eines Teleskops mit einem Durchmesser von 16 Kilometern.

An dem Projekt sind über die wissenschaftliche Gesellschaft Europäische Südsternwarte (European Southern Observatory, Eso) 14 europäische Länder, darunter Deutschland, sowie Brasilien beteiligt. Außerdem sind Japan und die USA dabei. Baubeginn war im Jahr 2003.

Spektakuläre Beobachtungen

Noch ist das Teleskop nicht ganz fertig - sieben Antennen sind noch nicht einsatzbereit. Bis Ende des Jahres sollen alle 66 Antennen in Betrieb sein. Doch obwohl es noch nicht ganz fertig ist, wird an Alma schon gearbeitet. Die ersten Beobachtungen wurden mit weniger Antennen durchgeführt und haben schon spektakuläre Ergebnisse geliefert: So beobachteten Forscher zwei uralte Galaxien - ihr Licht stammt aus der Zeit, als das Universum noch keine Milliarde Jahre alt war.

In einer der beiden Galaxien fanden die Forscher sogar Wassermoleküle. Es ist das am weitesten entfernte, also das älteste Wasser, das bisher entdeckt wurde.

Nachtrag vom 17. Juni 2014, 15:50 Uhr

Inzwischen ist das Teleskop fast fertig: Das 66. und letzte Teleskop ist dieser Tage bei Alma eingetroffen. Sie ist eine der 54 Antennen mit einem Durchmesser von 12 Metern.

  • Die 66. und letzte Antenne trifft beim Teleskop Alma ein. (Foto: A. Marinkovic/X-Cam/ALMA - ESO/NAOJ/NRAO)
  • Die Antenne hat einen Durchmesser von 12 Metern. Sie wurde von den Europäern gebaut. (Foto: A. Marinkovic/X-Cam/ALMA - ESO/NAOJ/NRAO)
  • Alma wird von mehreren Ländern aus Europa, Nord- und Südamerika sowie Ostasien betrieben. (Foto: A. Marinkovic/X-Cam/ALMA - ESO/NAOJ/NRAO)
  • Die Anlage liegt im Norden Chiles, auf dem Chajnantor-Plateau in über 5.000 Metern. Höhe (Foto: A. Marinkovic/X-Cam/ALMA - ESO/NAOJ/NRAO)
Die 66. und letzte Antenne trifft beim Teleskop Alma ein. (Foto: A. Marinkovic/X-Cam/ALMA - ESO/NAOJ/NRAO)

Wir haben eine zweite Galerie eingefügt. Sie zeigt die Anlieferung der 25. und letzten europäischen Antenne auf dem Chajnantor-Plateau.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. und 20€ Steam-Guthaben geschenkt bekommen
  2. 83,90€
  3. mit Gutschein: HARDWARE50 (nur für Neukunden, Warenwert 104 - 1.000 Euro)
  4. und 4 Spiele gratis erhalten

Technikfreak 19. Jun 2014

Warum? der Raum an und für sich muss nicht aus Materie bestehen

George99 18. Jun 2014

OK, einen noch zum Abschied aus dieser Diskussion: Licht, also Photonen, bewgen sich...

Nomis est 17. Jun 2014

das mit dem fußballfeld hat mich beim lesen schon verwundert, da ich die nötige fläche...


Folgen Sie uns
       


Square Enix E3 2018 Pressekonferenz - Live

Lara Croft steht kurz vor ihrer Metamorphose, Dragon Quest 11 und Final Fantasy 14 erblühen in Europa und zwei ganz neue Spieleserien hat Square Enix auch noch vorgestellt. Wie fanden wir das?

Square Enix E3 2018 Pressekonferenz - Live Video aufrufen
Hasskommentare: Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?
Hasskommentare
"Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?"

Hannes Ley hat vor rund anderthalb Jahren die Online-Initiative #ichbinhier gegründet. Die Facebook-Gruppe schreibt Erwiderungen auf Hasskommentare und hat mittlerweile knapp 40.000 Mitglieder. Im Interview mit Golem.de erklärt Ley, wie er die Idee aus dem Netz in die echte Welt bringen will.
Ein Interview von Jennifer Fraczek

  1. Nutzungsrechte Einbetten von Fotos muss nicht verhindert werden
  2. Bundesnetzagentur UKW-Abschaltung abgewendet
  3. Drupalgeddon 2 115.000 Webseiten mit Drupallücken übernommen

Raumfahrt: Boeing und SpaceX kämpfen mit dem Regulierungschaos der Nasa
Raumfahrt
Boeing und SpaceX kämpfen mit dem Regulierungschaos der Nasa

Die neuen Raumschiffe von Boeing und SpaceX verspäten sich und werden wohl erst 2020 mit Crew fliegen. Die Aufsichtsbehörde der US-Regierung sieht einen Teil der Schuld beim Chaos im Nasa-Management.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Nasa Forscher entdecken Asteroiden, bevor er die Erde erreicht
  2. Nasa 2020 soll ein Helikopter zum Mars fliegen
  3. Raumfahrt Nasa startet neue Beobachtungssonde Tess

Esa: Sonnensystemforschung ohne Plutonium
Esa
Sonnensystemforschung ohne Plutonium

Forscher der Esa arbeiten an Radioisotopenbatterien, die ohne das knappe und aufwendig herzustellende Plutonium-238 auskommen. Stattdessen soll Americium-241 aus abgebrannten Brennstäben von Kernkraftwerken zum Einsatz kommen. Ein erster Prototyp ist bereits fertig.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Jaxa Japanische Sonde Hayabusa 2 erreicht den Asteroiden Ryugu
  2. Mission Horizons @Astro_Alex fliegt wieder
  3. Raumfahrt China lädt die Welt zur neuen Raumstation ein

    •  /