Alma: Teleskop schaut in die Vergangenheit des Universums
Ein neues Auge für den Blick in die Tiefen des Weltalls ist in der Atacama-Wüste in Chile geöffnet worden(öffnet im neuen Fenster): das Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array(öffnet im neuen Fenster) (Alma). Damit lassen sich unter anderem uralte Galaxien erforschen.
Alma befindet sich auf dem Chajnantor-Plateau im Norden Chiles, auf über 5.000 Metern Höhe. Zu der Anlage gehören insgesamt 66 Antennen – 54 mit einem Durchmesser von 12 Metern und 12 mit einem Durchmesser von 7 Metern. Sie fangen Wellen im Millimeter- und Submillimeter-Bereich auf. Letztere, auch Terahertzstrahlung(öffnet im neuen Fenster) genannt, sind länger als sichtbares Licht, aber kürzer als Radiowellen. In diesem Bereich hat Alma eine erheblich höhere Empfindlichkeit und Auflösung als andere Teleskope.
Staub durchdringen
Diese Strahlen ermöglichen einen Blick auf Sterne, die im sichtbaren Licht nicht zu sehen sind, da sie von kosmischen Staubwolken verdeckt sind. Systeme von jungen Sternen etwa sind von großen Mengen Staub umgeben und mit Teleskopen, die im Bereich des sichtbaren Lichts arbeiten, nicht zu beobachten. Die Terahertzstrahlung hingegen durchdringt den Staub. Dafür wird sie vom Wasserdampf in der Atmosphäre absorbiert. Daher die Wahl des abgelegenen Standorts: Die Atacama-Wüste ist eine der trockensten Regionen der Erde.
Außerdem wollen die Astronomen mit Alma nach jungen Galaxien im frühen Universum suchen sowie die Planeten von weit entfernten Sternen erkunden.
Supercomputer
Die Antennen sind auf einem Areal von der Größe eine Fußballfeldes auf der Hochebene verteilt. Die Signale, die die Antennen empfangen, werden zusammengeführt und von einem Supercomputer, dem Alma-Korrelator, für die Weiterverarbeitung aufbereitet. Die Auflösung der 66 Antennen entspricht der eines Teleskops mit einem Durchmesser von 16 Kilometern.
An dem Projekt sind über die wissenschaftliche Gesellschaft Europäische Südsternwarte(öffnet im neuen Fenster) (European Southern Observatory, Eso) 14 europäische Länder, darunter Deutschland, sowie Brasilien beteiligt. Außerdem sind Japan und die USA dabei. Baubeginn war im Jahr 2003.
Spektakuläre Beobachtungen
Noch ist das Teleskop nicht ganz fertig – sieben Antennen sind noch nicht einsatzbereit. Bis Ende des Jahres sollen alle 66 Antennen in Betrieb sein. Doch obwohl es noch nicht ganz fertig ist, wird an Alma schon gearbeitet. Die ersten Beobachtungen wurden mit weniger Antennen durchgeführt und haben schon spektakuläre Ergebnisse geliefert: So beobachteten Forscher zwei uralte Galaxien – ihr Licht stammt aus der Zeit, als das Universum noch keine Milliarde Jahre alt war.
In einer der beiden Galaxien fanden die Forscher sogar Wassermoleküle. Es ist das am weitesten entfernte, also das älteste Wasser, das bisher entdeckt wurde.
Nachtrag vom 17. Juni 2014, 15:50 Uhr
Inzwischen ist das Teleskop fast fertig: Das 66. und letzte Teleskop ist dieser Tage bei Alma eingetroffen. Sie ist eine der 54 Antennen mit einem Durchmesser von 12 Metern.
Wir haben eine zweite Galerie eingefügt. Sie zeigt die Anlieferung der 25. und letzten europäischen Antenne auf dem Chajnantor-Plateau.
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