Allianz-Studie: Warum Reparaturen bei Elektroautos teurer sind

Im September gab die Allianz eine Studie raus: Demnach sind Elektroautos teurer zu reparieren als Verbrenner. Wir haben uns die Studie genauer angeschaut.

Ein Bericht von Peter Ilg veröffentlicht am
Reparaturen an Hochvoltkabeln oder Batterien können sehr teuer werden.
Reparaturen an Hochvoltkabeln oder Batterien können sehr teuer werden. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Wenn Elektroautos einen Unfall haben, fallen die Reparaturkosten im Schnitt höher aus als bei Verbrennern. Im Vergleich zu herkömmlichen Benzinern oder Dieseln sind die Reparaturen laut einer Allianz-Studie rund zehn Prozent teurer. Bei Plugin-Hybriden sind es sogar 50 Prozent, bei Kollisionsschäden 30 Prozent. Das hat auch Auswirkungen auf die Versicherungsbeiträge. Um herauszufinden, wie das genau zustande kommt, haben wir einen detaillierten Blick auf die Studie geworfen.

Inhalt:
  1. Allianz-Studie: Warum Reparaturen bei Elektroautos teurer sind
  2. Kosten bei Kollisionsschäden fast um ein Drittel höher
  3. Stromer brennen nicht häufiger

Veröffentlicht wurde die Untersuchung des Allianz Zentrums für Technik (AZT), eines Forschungsinstituts des Versicherungsunternehmens, im September. Für die Allianz ist es notwendig zu wissen, was Reparaturen an Autos kosten. Denn daran orientieren sich die Beiträge in der Autoversicherung. Jährlich werden alle Modelle aller Marken einer Typklasse zugeordnet. Sie ist ein Tarifmerkmal bei der Berechnung des Versicherungsbeitrags und ein Spiegelbild für die Schaden- und Unfallbilanz eines Modells. Autos, die häufiger in Unfälle verwickelt sind als andere, werden in eine höhere Klasse eingestuft und sind damit teurer in der Versicherung. Das Risiko höherer Kosten sichert sich die Allianz mit einer höheren Prämie für diese Modelle ab.

Der Akku macht den Unterschied

Um herauszufinden, wie reparaturintensiv Stromer sind, hat das AZT Schäden von Fahrzeugen mit elektrischem Ladeanschluss und nennenswerter elektrischer Reichweite in den Jahren von 2018 bis 2020 untersucht. Die Fahrzeuge sind bei der Allianz versichert. "Optisch unterscheiden sich Elektroautos kaum von Verbrennern, den wesentlichen Unterschied macht der schwere Akku am Unterboden, der gegen Beschädigung bestmöglich geschützt werden muss", sagt Carsten Reinkemeyer, Leiter Sicherheitsforschung im AZT. Dieser besondere Schutz ist notwendig, weil der Akku erstens sehr teuer und zweitens aufgrund seiner hohen Spannung im beschädigten Zustand sogar lebensgefährlich sein kann.

Der Akku ist das teuerste Bauteil eines Elektroautos und kostet bis zu 20.000 Euro. Das verteuert die Reparatur im Vergleich zum Verbrenner. Die Hersteller machen strenge Vorgaben beim Umgang mit beschädigten Akkus. Manche trennen mit einer Sicherung die Batterie vom Bordnetz, wenn ein Airbag ausgelöst wird. "Dieser Vorgang sei dann nicht reversibel und die Batterie muss deshalb ersetzt werden", sagt Reinkemeyer. Andere Automobilhersteller verlangen, dass der Akku selbst bei geringen Schäden ausgebaut und an eine zentrale Stelle zur Befundung geschickt werden muss. "Ob und wie häufig solche Akkus zurückkommen, können wir nicht sagen", sagt Reinkemeyer. Dafür fehlen die Erfahrungswerte.

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Versicherung muss Akku ersetzen

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Einen beschädigten Akku muss die Versicherung ersetzen. Ausgeschlossen sind Material- und Konstruktionsfehler sowie Schäden aufgrund von Verschleiß oder Abnutzung. Einen neuen Akku in ein etwa drei Jahre altes Auto einbauen zu müssen, kommt einem wirtschaftlichen Totalschaden gleich. Diese Reparatur lohnt sich nicht mehr, weil die Kosten über dem Wiederbeschaffungswert eines gleichartigen Autos liegen.

Auch ein vom Marder angebissenes Hochvolt-Kabel im Elektroauto kann heute nicht repariert werden. Ein solcher Schaden ist ebenfalls teuer, denn ein neuer Kabelsatz kostet bis zu 7.000 Euro. Einige Automobilfirmen verwenden Schutzummantelungen, die getauscht werden können. Das reduziert die Schadensumme auf etwa 200 Euro. "Insbesondere schwer beschädigte Fahrzeuge treiben die Reparaturkosten wegen der teuren Akkus in die Höhe", sagt Reinkemeyer. Die viel höheren Reparaturkosten bei Plugin-Hybriden im Vergleich zu reinen Stromern liegen daran, dass hybride Antriebe überwiegend in teuren und hochwertigen Autos verbaut werden. Ersatzteile und Reparaturen sind an solchen Fahrzeugen teurer als bei einem gewöhnlichen Auto.

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Kosten bei Kollisionsschäden fast um ein Drittel höher 
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jo-1 10. Okt 2021

Und? Meiner beschleunigt auch immer mit allem was er hat, wenn es mich danach düngt und...

Bluejanis 07. Okt 2021

Kann gelöscht werden durch Abkühlung mit Wasser. Da gibt es Lösch-Container (https://www...

Wakarimasen 06. Okt 2021

dies! Ist seit Rezo das macht auch von einigen übernommen worden aber von vielen...

LeeRoyWyt 06. Okt 2021

Tolle Logik. Lasst und weiter mit unnötig komplexen Kutschen durch die Gegend juckeln...



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