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Einige Linux-Distributionen laufen auch auf älteren Rechnern.
Einige Linux-Distributionen laufen auch auf älteren Rechnern. (Bild: Eldar_/Flickr.com/CC BY-SA 2.0)

Alles andere als schrottreif: Neue Linux-Distributionen für alte Computer

Einige Linux-Distributionen laufen auch auf älteren Rechnern.
Einige Linux-Distributionen laufen auch auf älteren Rechnern. (Bild: Eldar_/Flickr.com/CC BY-SA 2.0)

Alte Rechner können mit den Hardwareanforderungen moderner Betriebssysteme meist nicht mithalten. Also wandern sie auf den Schrott. Dabei können Linux-Distributionen die alten Computer wieder zum Laufen bringen.
Von Erik Bärwaldt

Neue Betriebssysteme sollen schneller und komfortabler sein. Dabei steigen meist die Hardware-Voraussetzungen mit jeder neuen Version: Für Windows- und Linux-Nutzer muss es schon ein Rechner mit Mehrkernprozessor sein, der über ausreichend großen Arbeits- und Massenspeicher verfügt. Die Grafikkarte darf meist nicht älterer Bauart sein, da sie sonst mangels passender Treiber die optischen Verbesserungen nicht auf dem Bildschirm darstellen kann. Daneben gibt es jedoch auch eine wachsende Anzahl von schlanken Linux-Derivaten, die selbst auf 15 Jahre alten Computern mit Einkernprozessoren und relativ wenig Arbeitsspeicher noch eingesetzt werden können. Wir haben mit etwa zehn Jahre alten Computersystemen getestet, inwieweit sich mit einigen der Linux-Varianten arbeiten lässt.

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Einfache Zweikernprozessoren ohne Turboboost

Für unseren Test der Praxistauglichkeit verwenden wir mehrere HP-Compaq-Notebooks der ersten Centrino-2-Generation, die einfache Zweikernprozessoren ohne Turboboost und Hyper-Threading eingebaut haben und durchgängig integrierte Intel-Grafikchipsätze zur Ansteuerung des Displays nutzen. Auf der Desktop-Seite testen wir mit ebenso alten Pentium-D-Systemen, die noch auf der Netburst-Architektur von Intel basieren und daher entsprechend wenig effizient arbeiten. Zudem haben wir auf IBM-Workstations der Baujahre 2003 und 2004 getestet, wie agil sich ressourcenschonende Linux-Distributionen auf Pentium-4-Einkernprozessoren verhalten.

  • Der Startbildschirm des aus Polen stammenden 4MLinux. (Screenshot: Erik Bärwaldt)
  • 4MLinux mit geöffneten Fenstern (Screenshot: Erik Bärwaldt)
  • Standardanwendungen auf dem Desktop des in Griechenland entwickelten AntiX-Linux (Screenshot: Erik Bärwaldt)
  • Der Startbildschirm von AntiX-Linux (Screenshot: Erik Bärwaldt)
  • Das Kontrollzentrum des Ubuntu-Derivats SalentOS (Screenshot: Erik Bärwaldt)
  • SalentOS-Startbildschirm (Screenshot: Erik Bärwaldt)
  • Slitaz-Linux ist mit 35 MByte ein winziges Betriebssystemmit eigenem Paketverwaltungssystem und einem dazugehörigen grafischen Paketverwaltungstool. (Screenshot: Erik Bärwaldt)
  • Der Slitaz-Startbildschirm (Screenshot: Erik Bärwaldt)
Der Startbildschirm des aus Polen stammenden 4MLinux. (Screenshot: Erik Bärwaldt)

Aus den mindestens rund 40 schlanken Linux-Distributionen, die derzeit erhältlich sind, haben wir anhand fest vorgegebener Kriterien eine Vorauswahl getroffen: So muss mit der jeweils getesteten Distribution auch wirklich produktives Arbeiten möglich sein - Varianten, mit denen selbst einfache Office-Aufgaben mangels entsprechender Software nicht bewältigt werden können und bei denen kein funktional moderner Browser zur Verfügung steht, sind durch unser Testraster gefallen. Auch Desktop-Umgebungen, die den Look and Feel der frühen neunziger Jahre versprühen und für heutige Verhältnisse nur mäßig zu bedienen sind, haben wir nicht berücksichtigt. Um auch für Linux-Neulinge tauglich zu sein, müssen die meisten Werkzeuge im Test zudem mit einer grafischen Oberfläche zu bedienen sein und nicht erst eine stundenlange Einarbeitung benötigen.

Erster Proband: 4MLinux

Der erste Testkandidat, das aus Polen stammende 4MLinux, ist in vielerlei Hinsicht besonders. So nutzt die unabhängig entwickelte Distribution für den grafischen Desktop den Windowmanager JWM, jedoch auch Teile des ebenfalls sehr schlanken Window Maker. Das System setzt vier Applikationsschwerpunkte: Die Gruppe Maintenance umfasst eine Reihe von Werkzeugen zur Systemwartung und Datenrettung, in der Kategorie Multimedia befinden sich einige Programme zum Abspielen und Bearbeiten von audiovisuellen Inhalten, im Bereich Miniserver befinden sich einige schlanke Server-Dienste, während die Untergruppe Mystery Spielen vorbehalten ist.

4MLinux benötigt, sofern das Betriebssystem auf dem lokalen Massenspeicher installiert wird, kaum Ressourcen: Der Arbeitsspeicher sollte mindestens 128 MByte betragen, während auf der Festplatte oder SSD minimal ein GByte freier Speicher vorhanden sein sollte. Für ein modern wirkendes Erscheinungsbild sorgt auf dem Desktop neben dem Statusmonitor Conky mit transparentem Hintergrund auch die Wbar-Schnellstartleiste für einige wichtige Applikationen, die horizontal am oberen Bildschirmrand verläuft. Dank des vorkonfigurierten Idesks gelingt es sogar, Icons auf dem minimalistischen Desktop darzustellen - inklusive einiger optischer Gimmicks. Eine Panelleiste am unteren Bildschirmrand mit einigen Startern, einem Hauptmenü und einem System-Tray rundet den Desktop ab, so dass keine funktionellen Defizite zu verzeichnen sind.

Eine weitere Besonderheit von 4MLinux stellen die sogenannten Extensions dar, die im Hauptmenü aufgeführt werden: Hierbei handelt es sich um Installationsskripte für viele der großen Standard-Anwendungen wie Libreoffice, Firefox, Thunderbird, aber auch Wine, die Java-Laufzeitumgebung oder Virtualbox. Damit kann im Handumdrehen ohne große manuelle Installationsversuche die jeweilige Applikation dem Softwarebestand hinzufügt werden. Mit der Virtualbox besteht zudem die Möglichkeit, ein weiteres Betriebssystem unter 4MLinux auszuführen. Hierbei konnten wir selbst auf unseren alten Pentium-4-Testsystemen kleinere Linux-Derivate sowie OS/2 Warp v3 und Windows 98SE in virtuellen Maschinen nutzen, wobei dabei allerdings auf diesen Einkernprozessoren mit lediglich einem GByte Arbeitsspeicher keine Geschwindigkeitsrekorde erzielt werden konnten.

Fazit: 4MLinux besticht durch seinen äußerst geringen Ressourcenbedarf und eine wieselflinke Arbeitsweise bei hoher Stabilität. Daher eignet es sich als solider Allrounder für alle täglich anfallenden Arbeiten am Arbeitsplatzrechner. Nicht geeignet aufgrund seines in einigen Bereichen geringen Softwarebestandes ist das System für sehr experimentierfreudige Anwender, die ständig neue Programme installieren und ausprobieren möchten.

AntiX-Linux kommt mit 64 MByte RAM aus 

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t5b6_de 25. Feb 2016

Zum Surfen -> Nein das war nur ein Zeitbeispiel wie langsam die kiste ist. Die...

linuxfritz 17. Jan 2016

so, meine Lieben, heute hab ich mir mal AntiX heruntergeladen. Und auf dem besagten...

HubertHans 24. Nov 2015

Ich glaube eher das dich dein Gedaechtniss taeuscht. Ich kann dir hier bei mir zeigen...

Crass Spektakel 28. Okt 2015

Alte Hardware wird teils grauenhaft von Linux und Windows unterstützt. Linux kommt mit...

tibrob 24. Okt 2015

Tja, es geht doch nichts über das Computerbild-Wissen. Warum soll ein i3 nicht für...



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