Abo
  • Services:
Anzeige
Einige Linux-Distributionen laufen auch auf älteren Rechnern.
Einige Linux-Distributionen laufen auch auf älteren Rechnern. (Bild: Eldar_/Flickr.com/CC BY-SA 2.0)

AntiX-Linux kommt mit 64 MByte RAM aus

Das aus Griechenland stammende AntiX-Linux kommt in der 32-Bit-Variante für ältere Computersysteme mit lediglich 64 MByte Hauptspeicher aus, wenn ein Swapbereich von mindestens 128 MByte auf dem Massenspeicher angelegt ist. Als Prozessor wird eine Pentium-II-CPU vorausgesetzt. Der freie Festplattenspeicher sollte für eine stationäre Installation noch mindestens 2,2 GByte betragen. Das auf Debians Testing-Zweig basierende Betriebssystem nutzt wie 4MLinux einen sehr schlanken Window Manager und Desktop: Hier kommt IceWM zum Einsatz, wobei als Alternativen auch Fluxbox, JWM oder der exotische HerbstluftWM genutzt werden können.

Anzeige

Anders als die meisten anderen schlanken Linux-Distributionen bringt AntiX bereits einige Standardanwendungen für den Alltagsbetrieb mit: So ist Iceweasel als Webbrowser bereits installiert, und auch Libreoffice ist dabei. Die Entwickler haben zudem einige Programme aus dem Gnome-, XFCE- und LXDE-Fundus in ihr System integriert. Für Systemwartungsarbeiten steht außerdem ein stattliches Arsenal an Werkzeugen bereit: So finden sich im Menü System Tools zum Beispiel zum Löschen überflüssiger Datenbestände Bleachbit, GParted zum Partitionieren von Datenträgern, Htop zur Anzeige laufender Dienste und Prozesse, Midnight Commander für das effiziente Arbeiten mit Dateien und Verzeichnissen und auch Synaptic, das grafische Frontend zur Programmverwaltung. Anders als jene Distributionen, die aus den Quellen entwickelt werden, kann AntiX den gesamten Softwarebestand von Debian nutzen, und das sind derzeit immerhin rund 50.000 Pakete, die die grafische Paketverwaltung listet.

  • Der Startbildschirm des aus Polen stammenden 4MLinux. (Screenshot: Erik Bärwaldt)
  • 4MLinux mit geöffneten Fenstern (Screenshot: Erik Bärwaldt)
  • Standardanwendungen auf dem Desktop des in Griechenland entwickelten AntiX-Linux (Screenshot: Erik Bärwaldt)
  • Der Startbildschirm von AntiX-Linux (Screenshot: Erik Bärwaldt)
  • Das Kontrollzentrum des Ubuntu-Derivats SalentOS (Screenshot: Erik Bärwaldt)
  • SalentOS-Startbildschirm (Screenshot: Erik Bärwaldt)
  • Slitaz-Linux ist mit 35 MByte ein winziges Betriebssystemmit eigenem Paketverwaltungssystem und einem dazugehörigen grafischen Paketverwaltungstool. (Screenshot: Erik Bärwaldt)
  • Der Slitaz-Startbildschirm (Screenshot: Erik Bärwaldt)
Standardanwendungen auf dem Desktop des in Griechenland entwickelten AntiX-Linux (Screenshot: Erik Bärwaldt)

Der Desktop von AntiX-Linux präsentiert sich erwartungsgemäß spartanisch-funktionell: Der Conky-Systemmonitor wird wie bei 4MLinux mit transparentem Hintergrund eingeblendet, während am unteren Rand eine schlanke Panelleiste eingeblendet wird. Optische Gimmicks werden zugunsten der Performance vermieden.

Der Ressourcenverbrauch fällt im Test tatsächlich sehr gering aus: Mit teilweise weniger als 100 MByte Arbeitsspeicherbedarf kann AntiX noch auf 15 Jahre alten Pentium-III-Systemen genutzt werden, und selbst bei drei oder mehr geöffneten großen Programmen steigt die Arbeitsspeichernutzung selten über 300 MByte. Dabei reagiert das Betriebssystem außerordentlich agil.

Fazit: Äußerlich etwas langweilig wirkend, punktet AntiX mit enormer Geschwindigkeit und vor allem sehr guter Softwareausstattung. Größere Anwendungen sind bereits vorinstalliert, und dank der Basis Debian und der grafischen Softwareverwaltung Synaptic erfüllt das Betriebssystem nicht nur ausgefallene Software-Wünsche, sondern ist auch für Ein- und Umsteiger ohne große Einarbeitung problemlos zu bedienen. Seinem Anspruch als Allrounder für leistungsschwächere ältere Computersysteme wird AntiX-Linux somit vollkommen gerecht.

Dritter Proband: SalentOS

Das nach der italienischen Stadt Salento benannte Ubuntu-Derivat SalentOS kommt neben einer Variante für 64-Bit-Architekturen auch in einer Version für betagte Hardware. Da das System Openbox als Fenstermanager nutzt, ist es deutlich schlanker als alle herkömmlichen gängigen Ubuntu-Abkömmlinge. Zudem sind Elemente aus Gnome und XFCE in das Betriebssystem integriert. Die Entwickler von SalentOS wollen das Betriebssystem nicht nur als Alternative für betagte Hardware am Markt positionieren, sondern peppen ihr Linux-Derivat auch optisch auf, so dass der Anschluss an moderne Desktops nicht verloren geht.

So finden sich - für Openbox reichlich ungewöhnlich - am oberen Bildschirmrand die Panelleiste Tint2, die der Arbeitsoberfläche nicht nur eine professionell anmutende Optik verleiht, sondern auch deren Funktionalität erhöht. Tint2 ist dank eines ebenfalls in SalentOS integrierten grafischen Werkzeugs zudem sehr detailliert konfigurierbar. Außerdem nutzt SalentOS die bereits legendären Konfigurationsmöglichkeiten des Openbox-Window Managers: In der Menügruppe Openbox settings, die über das Hauptmenü erreicht werden, sind zusammengefasst alle relevanten Einstelloptionen zu finden, wobei hier neben Skripten, die im Terminal angepasst werden können, auch grafische Werkzeuge vorhanden sind.

SalentOS behält beim Start die von Ubuntu bekannten Auswahlmöglichkeiten zwischen Live-Betrieb und stationärer Installation auf einem Massenspeicher bei. Somit kann man sich das Betriebssystem erst einmal ansehen, ohne dabei Speicherplatz auf der Festplatte oder SSD belegen zu müssen. Dabei kann im Auswahlfenster auch gleich die korrekte Spracheinstellung vorgenommen werden. Verfügt das Computersystem über ausreichend potente Grafik-Hardware, kann der Desktop zusätzlich optisch aufgepeppt werden: SalentOS integriert den Composite-Manager Compton, der bequem über das Hauptmenü konfiguriert werden kann.

Da SalentOS auf Ubuntu aufsetzt, können selbstverständlich auch die Ubuntu-Paketquellen genutzt werden, um weitere Software zu installieren. Das italienische System hat jedoch bereits im Live-Betrieb wie auch nach der Festplatteninstallation mehrere Standardanwendungen installiert. Im Hauptmenü steht zudem das grafische Paketverwaltungstool Synaptic bereit, mit dem sich neue Programme bequem mit wenigen Mausklicks in das System einbinden lassen.

Fazit: SalentOS kann ebenso wie AntiX-Linux auch von Einsteigern und Umsteigern sofort als Allrounder für die tägliche Arbeit genutzt werden. Wie auch das auf Debian aufsetzende AntiX-Linux glänzt SalentOS mit hoher Stabilität und enormer Softwarevielfalt. Im direkten Vergleich der beiden Distributionen zeigt sich SalentOS jedoch deutlich behäbiger im Betrieb. Das System hat zudem einen größeren Ressourcen-Bedarf als AntiX-Linux und eignet sich daher nicht für den Einsatz auf Computern mit weniger als 100 MByte Arbeitsspeicher.

 Alles andere als schrottreif: Neue Linux-Distributionen für alte ComputerDas winzige Slitaz-Linux mit eigener Paketverwaltung 

eye home zur Startseite
t5b6_de 25. Feb 2016

Zum Surfen -> Nein das war nur ein Zeitbeispiel wie langsam die kiste ist. Die...

linuxfritz 17. Jan 2016

so, meine Lieben, heute hab ich mir mal AntiX heruntergeladen. Und auf dem besagten...

HubertHans 24. Nov 2015

Ich glaube eher das dich dein Gedaechtniss taeuscht. Ich kann dir hier bei mir zeigen...

Crass Spektakel 28. Okt 2015

Alte Hardware wird teils grauenhaft von Linux und Windows unterstützt. Linux kommt mit...

tibrob 24. Okt 2015

Tja, es geht doch nichts über das Computerbild-Wissen. Warum soll ein i3 nicht für...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. REGUMED Regulative Medizintechnik GmbH, Planegg Raum München
  2. TAMPOPRINT® AG, Korntal-Münchingen
  3. ROMA KG, Burgau
  4. über Ratbacher GmbH, Karlsruhe


Anzeige
Top-Angebote
  1. 28,99€
  2. 189,00€

Folgen Sie uns
       


  1. Blackberry Key One

    Android-Smartphone mit Hardware-Tastatur kostet viel

  2. Arrow Launcher 3.0

    Microsofts Android-Launcher braucht weniger Energie und RAM

  3. Die Woche im Video

    Angeswitcht, angegriffen, abgeturnt

  4. Hardlight VR Suit

    Vibrations-Weste soll VR-Erlebnis realistischer machen

  5. Autonomes Fahren

    Der Truck lernt beim Fahren

  6. Selektorenaffäre

    BND soll ausländische Journalisten ausspioniert haben

  7. Kursanstieg

    Bitcoin auf neuem Rekordhoch

  8. Google-Steuer

    Widerstand gegen Leistungsschutzrecht auf EU-Ebene

  9. Linux-Kernel

    Torvalds droht mit Nicht-Aufnahme von Treibercode

  10. Airbus A320

    In Flugzeugen wird der Platz selbst für kleine Laptops knapp



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Limux: Die tragische Geschichte eines Leuchtturm-Projekts
Limux
Die tragische Geschichte eines Leuchtturm-Projekts
  1. Limux München prüft Rückkehr zu Windows
  2. Limux-Projekt Windows könnte München mehr als sechs Millionen Euro kosten
  3. Limux Münchner Stadtrat ignoriert selbst beauftragte Studie

Wacoms Intuos Pro Paper im Test: Weg mit digital, her mit Stift und Papier!
Wacoms Intuos Pro Paper im Test
Weg mit digital, her mit Stift und Papier!
  1. Wacom Brainwave Ein Graph sagt mehr als tausend Worte
  2. Canvas Dells Stift-Tablet bedient sich bei Microsoft und Wacom
  3. Intuos Pro Wacom verbindet Zeichentablet mit echtem Papier

Bundesnetzagentur: Puppenverbot gefährdet das Smart Home und Bastler
Bundesnetzagentur
Puppenverbot gefährdet das Smart Home und Bastler
  1. My Friend Cayla Eltern müssen Puppen ihrer Kinder zerstören
  2. Matoi Imagno Wenn die Holzklötzchen zu dir sprechen
  3. Smart Gurlz Programmieren lernen mit Puppen

  1. Re: Wer in einem Betrieb...

    Berner Rösti | 21:54

  2. Re: sehr clever ... MS

    FreiGeistler | 21:45

  3. Demnächst gibt's noch die Viehklasse.

    TC | 21:44

  4. Re: Anscheinend gibt es keine gesetzlichen Vorgaben.

    pampernickel | 21:43

  5. Genau das ist das Problem

    Berner Rösti | 21:41


  1. 20:21

  2. 11:57

  3. 09:02

  4. 18:02

  5. 17:43

  6. 16:49

  7. 16:21

  8. 16:02


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel