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Die Bedeutung von Gemeinschaftsräumen

Die Unterwasserstation liegt in neun Metern Tiefe vor der Küste. Sie ist einer Mondbasis nachgebildet. Ziel ist hier, Arbeitsabläufe wie das Be- oder Entladen von Rovern oder den Umschlag von Versorgungsgütern zu üben. Seatest 7, die jüngste Analog-Mission, lief im August und September 2024. Die acht Teilnehmer übten die Montage von angelieferten Stationskomponenten, um Erfahrungen für den Aufbau einer echten Mondstation zu sammeln. Daraus sollen Arbeitsverfahren für eine echte Mission auf Mond oder Mars entwickelt werden.

Allerdings ist die Zukunft gerade der Mondflüge nach den neuesten Einsparungen und Umschichtungen im Nasa-Budget wieder offen. Mit einem bemannten Marsflug ist erst im nächsten Jahrzehnt zu rechnen.

Auf einem Marsflug werden Astronauten sowohl psychische als auch physische Schwierigkeiten zu bewältigen haben. Die Abgeschiedenheit führt zu Angst, Reizbarkeit, depressiven Zuständen und Konflikten untereinander. Aber die Teilnehmergruppen reagierten sehr individuell. Meist blieben Zusammenhalt und Leistung stabil. Auch die einzelnen Teilnehmer gingen sehr individuell mit der Enge und der Reglementierung um.

Die Studien zeigten, dass Schlafstörungen zu Problemen führen können. Wenn in Belastungssituationen wenig Zeit dafür blieb, verschlechterten sich Reaktionszeiten, Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit. Astronauten auf der ISS berichteten, wie bedrückend es war, alleine essen zu müssen, weil es lange Zeit dort oben keinen Gemeinschaftsraum gab.

Auch das Schlafen in schlichten Hängesäcken lag nicht jedem. Daher werden zukünftige Expeditionsschiffe und Raumstationen sowohl einen Gemeinschaftsraum als auch Schlafkabinen haben – wenn auch sehr kleine. Auch die ISS hat inzwischen ein Gemeinschaftsraum bekommen.

Marsexpedition wird sehr lange unterwegs sein

Marsmissionen werden teuer sein und lange dauern. Schätzungen von 2010 gehen von Kosten um die 500 Milliarden US-Dollar aus. Aber im nächsten Jahrzehnt dürften die Kosten höher liegen. Die schiere Länge erklärt sich daraus, dass ein Marsschiff auf elliptischen Bahnen zum Roten Planeten fliegen muss(öffnet im neuen Fenster) . Anders ist so ein Flug mit den heutigen Antrieben nicht machbar.

Es müsste starten, wenn Erde und Mars günstig zueinander stehen; idealerweise dann, wenn die Erde sich anschickt, den Mars zu überholen. So würde das Schiff die Bahngeschwindigkeit der Erde quasi mitnehmen und so Treibstoff sparen. Dasselbe gilt für den Rückflug. Die Expedition müsste sich daher längere Zeit auf dem Mars aufhalten und warten, bis Mars und Erde wieder günstig zueinander stehen.

In der sparsamsten Variante würde der Hinflug neun Monate dauern, gefolgt von 500 Expeditionstagen auf dem Mars. Zusammen mit neun Monaten Rückflug ergäbe das eine Missionsdauer von 34 Monaten oder fast drei Jahren. Mit höherem Treibstoffverbrauch und kürzeren Flugbahnen wären auch Missionen von 400 bis 450 Tagen möglich. Die kürzeste Variante braucht nur 245 Tage oder acht Monate.


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