USA proben Marsmission
Das Chapea-Programm führt sie in einem am Hauptsitz in Houston eigens errichteten Habitat von 160 Quadratmetern Größe durch. Chapea steht für Crew Health and Performance Exploration Analog, zu deutsch etwa Analogstudie zur Gesundheit der Besatzung und Leistungsfähigkeit während der Forschung. Ziel ist es, mehr über die Schwierigkeiten und zu lösenden Probleme eines längeren Marsaufenthalts zu lernen.
Die erste dieser simulierten Marsmissionen endete nach 378 Tagen Anfang Juli 2024. Zwei Frauen und zwei Männer lebten unter Bedingungen ähnlich denen einer Marsexpedition, die sich rund ein Jahr auf dem Roten Planeten aufhalten müsste. Der Grund: Erst nach einem Jahr stehen Erde und Mars wieder so zueinander, dass das Raumschiff auf einer günstigen Flugbahn zur Erde zurückkehren kann. Dazu später mehr.
Die simulierte Marsbasis Mars Dune Alpha bietet neben Schlafzellen, einem Gemeinschaftsraum, Arbeitsbereichen und einer medizinischen Station auch einen nachgestellten Außenbereich. In dem konnten die Teilnehmer Einsätze auf der Marsoberfläche simulieren. Außerdem mussten sie ein Sportprogramm absolvieren und die Anlage in Ordnung halten.
In die Kommunikation mit der Leitstelle und mit Freunden oder Angehörigen war eine Zeitverzögerung von 22 Minuten eingebaut. Die stand für die lange Laufzeit von Funksignalen zwischen Erde und Mars. Um die Reaktion der Teilnehmer auf echte Belastungen zu studieren, sorgten die Nasa-Wissenschaftler auch für echte Probleme – etwa durch versagende Ausrüstung und begrenzte Ressourcen.
Tests unter Wasser
Die Chapea-Teilnehmer brauchten nicht denselben hohen Anforderungen genügen wie Astronauten-Bewerber. Bewerben konnten sich Amerikaner zwischen 30 und 55 Jahren, die ein naturwissenschaftliches Studium absolviert hatten und mindestens 1.000 Flugstunden vorweisen konnten.
Echte Astronauten bereitet die Nasa unter Wasser auf ihre Missionen im All vor. Außenarbeiten an der ISS werden in speziellen Tauchtanks trainiert. Um die Astronauten das Leben und Arbeiten an Bord der Station möglichst realistisch erleben zu lassen, nutzt die US-Raumfahrtbehörde echte Unterseelabore. Zwischen 2001 und 2019 verbrachte ein Reihe von angehenden ISS-Astronauten jeweils rund eine Woche in der Aquarius Reef Base im Meer vor Key Largo/Florida(öffnet im neuen Fenster) .
Die Aquarius Reef Base liegt in 19 Metern Wassertiefe und bot insgesamt 23 Besatzungen die Möglichkeit, Arbeitstechniken zu trainieren und sich in einer beengten Umgebung zurechtzufinden. Das Nachfolgeprogramm Seatest – Space Environment Analog for Training, Engineering, Science and Technology – findet an der Westküste statt. Die Abkürzung steht für Weltraumanaloge Umgebung für Training, Ingenieurwesen, Wissenschaft und Technologie. Das Programm wird im Wrigley Marine Science Center der Universität von Kalifornien auf Santa Catalina Island durchgeführt(öffnet im neuen Fenster) .