Allan Day: Gnome OS als Entwicklungsplattform

Mit Gnome OS bezeichne das Entwicklerteam keinesfalls eine eigene Distribution, sondern eher ein Konzept, um Gnome zu verbessern, versichert Allan Day. Davon sollen alle Beteiligten profitieren.

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Gruppenfoto der Guadec 2012
Gruppenfoto der Guadec 2012 (Bild: Sabelabranco)

Der Designer und Entwickler Allan Day stellt in seinem Blog klar, was die Gemeinschaft mit dem Begriff Gnome OS meint. Demnach seien damit keine Bemühungen gemeint, die die "Distributionen ersetzen" sollen. Vielmehr bezeichne der Begriff eine "Plattform zum Testen und Entwickeln", wovon die alleinstehende Installation nur ein Teil sei.

Das Konzept des Gnome OS vereine Ideen, die bereits "seit sehr langer Zeit" innerhalb des Gnome-Projekts existieren, schreibt Day. Zwar könne jedes dieser Ziele auch einzeln erreicht werden, wegen vieler Überschneidungen sei aber "ein ganzheitlicher Plan erstrebenswert". Day zufolge ist der Name Gnome OS einfach hängen geblieben.

Leichtere Anwendungsentwicklung

Eine der Ideen des Gnome OS, die Day in seinem Blog beschreibt, sieht vor, die Entwicklung von Anwendungen zu vereinfachen. Die Entwickler besprachen mögliche Vorgehensweisen dazu während der diesjährigen Guadec.

In den nächsten Monaten will das Gnome-Team einen Vorschlag ausarbeiten, wie die Entwicklung von Anwendungen vereinfacht werden kann. So diskutierten die Beteiligten unter anderem, wie es möglich sein könnte, langfristig stabile APIs anzubieten.

Geplant ist ebenso, ein SDK bereitzustellen und die Entwicklungswerkzeuge zu modernisieren. Dies wird aber erst möglich sein, wenn grundlegende Entscheidungen getroffen sind. Durch die Neuerungen soll sich die Arbeit der Distributoren vereinfachen, schreibt Day, und vielleicht entstehen so auch mehr Anwendungen für Gnome.

Vereinfachtes Testen

Das Gnome-Team arbeitet derzeit an einem neuen Build-System, um es Einsteigern und potenziellen Testern zu ermöglichen, einfach Code zu testen. Denn zurzeit sei es "extrem schwer", in Entwicklung befindlichen Code selbst zu bauen und zu testen.

Bereits in einem halben Jahr soll ein Build-Bot zur Verfügung stehen, der benutzbar ist. Ein installierbares Image zum Testen soll in einem Jahr folgen. Außerdem möchte das Team neue Hardware beschaffen, die künftig für den automatisierten Build-Service genutzt werden kann.

Gnome 3 besser umsetzen

In eineinhalb Jahren soll das mit Gnome 3 und der Gnome-Shell eingeführte Konzept so weit wie möglich umgesetzt sein. Das betrifft vor allem existierende Anwendungen wie die Dokumenten- oder Fotoverwaltung. Es sollen aber auch noch weitere Anwendungen hinzukommen, die sich noch in der Planungsphase befinden, etwa ein vereinfachter Musikplayer.

Im gleichen Zeitrahmen soll Gnome 3 so umgesetzt sein, dass es mit neuer Hardware wie Touch-Geräten genutzt werden kann. Die Entwickler sind sich aber auch bewusst, dass sie selbst und ihre Hauptzielgruppe nach wie vor Laptops und Desktoprechner einsetzen.

Zuletzt schreibt Day, dass die "Ziele ambitioniert sind und vielleicht nie umgesetzt werden". Komplett unrealistisch seien die Ziele aus der Sicht Days aber auch nicht. Immerhin arbeiten einige der Gnome-Entwickler bereits an der Umsetzung.

Im Mai vergangenen Jahres sorgte der Entwickler Jon McCann für einiges Aufsehen, als er vorschlug, Gnome stärker an Linux-Techniken zu binden und dafür den Begriff Gnome OS verwendete.

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