Alivecor: Modifizierte Apple Watch zeichnet EKG auf

Alivecor(öffnet im neuen Fenster) will 2016 eine Erweiterung für die Apple Watch auf den Markt bringen, die ein Elektrokardiogramm (EKG) des Trägers anfertigen kann. Bisher ermittelt die Apple Watch nur den Puls des Nutzers. Ein Elektrokardiogramm erlaubt hingegen dem Arzt, ein detailliertes Bild über den Gesundheitszustand des Patienten zu gewinnen. Beispielsweise lassen sich so Arrhythmien oder ein Kammerflimmern nachweisen. Mit aufwendigeren EKGs können auch Entzündungen und Tamponaden erkannt werden.
Unklar ist, ob Alivecor ein ein- oder ein zweikanaliges EKG-Gerät entwickelt. Bei Letzterem müssten die Messpunkte möglichst weit voneinander entfernt sein. Das lässt sich bei einem Armband nur realisieren, wenn auf der Innen- und der Außenseite eine Elektrode angebracht ist. Letztere muss an ein anderes Körperteil gehalten werden.
Die App für WatchOS 2, die auf der Apple Watch läuft, nimmt auf Wunsch des Anwenders nicht nur das EKG auf, sondern auch eine Sprachnotiz des Anwenders. Dieser kann so sein Befinden dem Arzt mitteilen, an den er das abgeleitete EKG schickt. Das Armband kommuniziert weder per Bluetooth noch per WLAN mit der Apple Watch, sondern schickt die Daten per unhörbarem Ultraschall zum Mikro der Uhr. Das soll energiesparender sein als Bluetooth.
Alivecor betont, dass die für Medizinprodukte zuständige Zulassungsbehörde FDA das Gerät noch nicht zertifiziert habe. Das Armband soll rund 200 US-Dollar kosten. Einen Termin für die Veröffentlichung gibt es noch nicht.