Aliens Colonial Marines: Gearbox sucht Lektor für Quellcode - fünf Jahre zu spät

Das texanische Entwicklerstudio Gearbox Software hat auf seiner Webseite einen ungewöhnlichen Job ausgeschrieben. Das Unternehmen sucht einen Programming Copy Editor(öffnet im neuen Fenster) , dessen einzige Aufgabe lautet: "Überprüfe den gesamten Code auf Tippfehler. Sonst nichts" . Wichtigste Qualifikation: "Genießt es, Tippfehler zu finden." Allerdings heißt es zusätzlich, dass die Vollzeitstelle für einen Ingenieur gedacht ist.
Derzeit ist nicht ganz klar, ob das Stellenangebot ernst gemeint ist. Zumindest die erste Hürde wirkt auf den ersten Blick wie ein Scherz. Dort müssen Bewerber angeben, ob ein Wort "tether" oder "teather" geschrieben wird – korrekt ist die Version ohne das "a" .

Das Stellenangebot hat eine Vorgeschichte. Knapp fünf Jahre nach der Veröffentlichung des von Gearbox produzierten Actionspiels Aliens Colonial Marines hat sich nämlich herausgestellt, dass die künstliche Intelligenz der Außerirdischen offenbar wegen eines Tippfehlers in einer der INI-Dateien nicht ordnungsgemäß funktioniert hat.
Konkret geht es eben um das Wort "tether" . Das ist bereits im Oktober 2017 einem Modder mit dem Pseudonym Jamesdickinson963(öffnet im neuen Fenster) aufgefallen. An die Öffentlichkeit ist das Thema allerdings erst jetzt durch einen Artikel auf Resetera(öffnet im neuen Fenster) gelangt.
Als Folge des Fehlers hat die KI in Aliens Colonial Marines spürbare Schwächen gezeigt, die auch Golem.de im Test kritisiert hatte. Wenn das Spiel nun mit der korrigierten INI-Datei läuft, verhalten sich die Säuremonster zwar immer noch nicht so schlau wie ihre Vorbilder in den Filmen, aber es gibt spürbar weniger krasse Aussetzer.
Entwickler Gearbox hatte sich mit der Veröffentlichung von Aliens Colonial Marines in der Community ziemlich unbeliebt gemacht. Grund für den Ärger vieler Spieler war zwar nicht nur die KI, sondern auch die damals schon veraltete Grafik und eine Reihe anderer Schwächen. Trotzdem ist es natürlich bitter, dass zumindest ein Teil des Imageschadens hätte vermieden werden können.
Viele Entwicklerstudios setzen zur Vermeidung von Programmierfehlern auf das Vieraugenprinzip – jede Zeile des Quellcode wird also immer von mindestens zwei Personen geprüft. Außerdem kommen zunehmend computergestützte Systeme mit selbstlernenden Verfahren zum Einsatz, bei denen die Algorithmen von Algorithmen kontrolliert werden.



