Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Alien: In Ridley Scotts Film ist eine Figur trans

Die Personalakte von Lambert in Aliens enthüllt ein Detail über die Figur. Zu Zeiten von Ridley Scotts Alien war das noch unbekannt.
/ Peter Osteried
3 Kommentare undefined News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Lamberts Begegnung mit dem Alien (Bild: 20th Century)
Lamberts Begegnung mit dem Alien Bild: 20th Century

In der Szene in James Camerons Aliens , als Ripley eine hitzige Diskussion mit den Weyland-Yutani-Leuten hat, ist für einen Moment die Personalakte von Lambert(öffnet im neuen Fenster) zu sehen. Lambert wurde in Ridley Scotts Alien von Veronica Cartwright gespielt.

Im Kino und später auf VHS war dieses Detail praktisch nicht erkennbar, mit Blu-ray und der neuen 4K-UHD aber schon. In der Akte ist klar zu lesen, dass Lambert bei der Geburt ein männliches Geschlecht zugeschrieben wurde und die Geschlechtsanpassung keinerlei Trauma(öffnet im neuen Fenster) hinterlassen hat.

Ein erstaunliches Detail

Vermutlich wurde dieses Detail bereits vom Art Director eingefügt. Er war verantwortlich für die Props und Elemente, die für den Dreh nötig waren. Es könnte aber auch jemand anderes aus der Abteilung gewesen sein.

Aller Wahrscheinlichkeit nach machte sich kaum jemand die Mühe, die Personalakte genauer anzuschauen, da sie im Film ein Blinzle-und-du-übersiehst-es-Moment ist. Faszinierend ist diese retroaktive Veränderung der Figur Lambert aber schon, da sie Mitte der 1980er Jahre kam, als das Thema der geschlechtlichen Identität noch nicht so präsent war.

Mitte der 1980er Jahre herrschte Panik wegen Aids und damit einhergehend häufig Feindseligkeit gegenüber queeren Personen, da die Öffentlichkeit zuerst glaubte, die Krankheit ginge von der schwulen Community aus. Eine Figur aus einem großen Film trans zu machen, wenn auch nur retroaktiv und als winziges Detail, war da durchaus progressiv.

Genderneutrale Rollenbeschreibungen

Übrigens wurde das Drehbuch des ersten Films von Dan O'Bannon und Ronald Shusett so gestaltet, dass es keine Geschlechtszuweisungen gab. Keiner der Figuren wurden männliche oder weibliche Attribute zugewiesen.

Die Autoren wollten damit sicherlich keine politische Aussage treffen, es war vielmehr so, dass sie damit dem Regisseur die Möglichkeit offenließen, die Figuren ohne jedwede Vorgaben zu besetzen. So hätte Ripley auch ein Mann sein können, aber Sigourney Weaver überzeugte Ridley Scott beim Vorsprechen. Ebenso Veronica Cartwright, die schließlich Lambert spielte.


Relevante Themen