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Gigers sexuell aufgeladene Designs

Dabei nutzt Ridley Scott das Weniger-ist-mehr-Prinzip und zeigt das außerirdische Wesen bis zum Schluss nur aus der Ferne oder in extremen Großaufnahmen. Zusammen mit den Charakteren, die es jagen und doch selbst nicht mehr als Gejagte sind, sucht man als Zuschauer nach dem Alien, das es perfekt versteht, mit den Hintergründen der Raumschiffwände zu verschmelzen und von daher jederzeit und von überall zuschlagen kann.

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Der Showdown verdient besondere Beachtung, da es gelingt, eine Sequenz von annähernd zwanzig Minuten praktisch ohne Dialoge zu vollenden. Natürlich hört man immer wieder den Computer Mutter oder Ripley, die in ihrer Angst flucht oder sich selbst zu beruhigen versucht. Aber diese gesprochenen Worte gehen in der Rasanz des Finales mehr oder minder unter.

Die Riege der Schauspieler wurde von Ridley Scott handverlesen, wobei sich zeigt, welch gutes Händchen er hier hatte. Praktisch jeder der sieben Darsteller wurde später sehr erfolgreich, einige sind heute noch aktiv im Geschäft. Waren Tom Skerritt und Yaphet Kotto zuvor schon etabliert, so funktionierte Alien für alle anderen, vor allem natürlich für Sigourney Weaver, als exzellente Startrampe für eine Karriere in Hollywood.

Der heimliche Star des Films ist aber zweifelsohne das titelgebende Alien. Auf den ganzen Film gerechnet, sieht man diese Kreatur nur wenige Minuten. Aber jede Aufnahme, die es ganz oder teilweise zeigt, gehört zu den Highlights. Ein Grund dafür ist sicherlich das außergewöhnliche Aussehen der Kreatur. Das Design dieser Lebensform ähnelt den biomechanischen Albträumen, die Giger immer wieder in seinen Büchern vorstellte. Das Alien ist aber nicht nur ein fleischgewordener Albtraum, sondern auch Sinnbild für eine außer Kontrolle geratene Sexualität.

Über die Lauflänge des Films verteilt, tauchen immer wieder sexuell aufgeladene Sinnbilder auf, wobei das Alien mit seiner aus dem Maul stoßenden, erigierten Zunge die Schädel seiner Opfer penetriert und damit auch Freud'schen Symbolismus heraufbeschwört. Auffällig ist auch die Form des Eingangs zum außerirdischen Raumschiff. Die neue Dokumentation Memory: The Origins of Alien befasst sich auch damit.

Von dieser unterschwelligen Bedeutung des Films abgesehen, ist das Alien aber natürlich auch ein Kunstwerk unter den vielen Filmmonstern. Anders als die Vertreter der 1950er Jahre kam es eben nicht massig und plump daher, sondern elegant und geschmeidig.

Dieser Eindruck wird gerade dadurch verstärkt, dass man das Wesen nur in wenigen Einstellungen zu sehen bekommt. Das Kostüm ist gut gelungen, allerdings erkennt man bei farblich einwandfreien Kontrasten (wie am Ende des Films, als das Alien aus der Luftschleuse fliegt) nur zu gut, dass auch hier nur ein Mensch darin steckt.

Trotz dieses kleinen Makels am Ende bleibt das Alien ein Filmmonster, das wohl ohne Zweifel zu den bedrohlichsten Gestalten des Science-Fiction- und auch Horror-Films, in dessen Nähe Alien immer wieder gerückt wird, gehört. Dass man es nur selten sieht, erhöht zwar auch heute noch die Spannung. Das funktioniert aber zugegebenermaßen nicht mehr ganz so gut wie damals, weil der Zuschauer mittlerweile mit der Morphologie des Aliens vertraut ist. Gigers Designs sind nach wie vor unübertroffen. Er hat zahlreiche weitere Filme und Games beeinflusst. An einigen Projekten, wie Species, war er auch selbst direkt beteiligt.

Technologische Bedrohung wirkt heute noch realistischer als damals

Auch vier Jahrzehnte nach seiner Entstehung ist Alien noch immer ein perfekter Film, der auf den unbedarften Zuschauer absolut erschreckend wirken muss. Aufgrund der Exzellenz bei der Symbiose von Bild und Ton lässt er aber auch jene auf der Couch hin und her rutschen, die wissen, wie der Xenomorph aussieht. Zumal der Film eine zusätzliche Spannungsebene erzeugt, indem er den Androiden Ash zur Gefahr werden lässt und den Computer Mutter zum omnipräsenten Beobachter macht, der Entscheidungen gegen das Leben und für das Kapital trifft. Diese Ebene der technologischen Gefahr wirkt heute sogar prägnanter als damals, weil die technische Entwicklung dem näher gekommen ist - auch wenn synthetische Menschen noch nicht unter uns weilen, soweit man weiß.

Mag die Erzählweise anfangs auch betont langsam sein - insbesondere, wenn man heutige Sehgewohnheiten als Vergleich heranzieht - so ist es insbesondere die Stimmung, die den Film noch immer trägt. So wie das auch bei anderen Klassikern der 1970er Jahre ist, wie bei Der weiße Hai oder Der Exorzist.

Alien ist es zu verdanken, dass der Horror in wirklich greifbarer Form in die Science-Fiction eingezogen ist, wobei man den Film mit dem großen geheimnisvollen Raumschiff auch in der Tradition einer Art Spukhaus im Weltraum ansehen kann. Das von Ridley Scott aufbereitete Thema fiel beim Publikum auf fruchtbaren Boden und wurde für die Produktionsfirma 20th Century Fox zum großen Erfolg.

Drei direkte Fortsetzungen folgten, darunter der grandiose Action-Horrorfilm Aliens, mit dem James Cameron nach Terminator erneut brillierte. Danach gab es das Monster-Happening mit den Predators (zuvor trafen Aliens und Predators schon in Comics und Games aufeinander) und schließlich kehrte Ridley Scott mit Prometheus und Alien: Covenant zum Franchise zurück. Die unheimliche Wirkung des Originalfilms konnte jedoch keiner der Nachfolger in dieser Form je wieder einfangen - auch heute noch ist Alien ein Meisterwerk in Sachen Horror.

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 Ein Monster so ganz und gar nicht wie in den 1950ern
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Karmageddon 30. Okt 2019

Also ich schon. In einem Flugzeug ist bei Nachtflügen, das Licht gedimmt, weil man dann...

kiviuq 30. Okt 2019

Man gebe sich mal die Zeit und höre sich den Fim richtig in Ruhe an und dann versteht man...

Karmageddon 30. Okt 2019

Ein Erzfrachtschiff oder ein Zug haben dann aber auch keine Gänge, sondern einfach...

enzephalopathie 29. Okt 2019

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Clown 29. Okt 2019

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