Alibaba Yitian 710: Chinesische 128-Kern-CPU schlägt alle anderen

Im Server-Benchmark Specrate2017 schneidet Alibabas Yitian 710 besser ab als sämtliche 1-Sockel-Plattformen mit ARM- oder x86-Chip.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Yitian 710 hat 128 Kerne.
Der Yitian 710 hat 128 Kerne. (Bild: Alibaba)

Alibaba hat seine selbst entwickelte Cloud-Server-CPU mit einem offiziellen Durchlauf des Specrate2017-Int-Benchmark vermessen (via STH): Der 128-kernige Yitian 710 erreicht einen Wert von 510, was ihn als einzelnen Prozessor weit vor sämtlichen Chips der Konkurrenz platziert, egal ob von AMD, Intel oder sonst jemandem.

Der Yitian 710 wurde im Oktober 2021 vorgestellt, es handelt sich dabei um ein ARMv9-Design. Ob Alibaba auf die Neoverse-Technik von ARM setzt oder eine eigene Mikroarchitektur entworfen hat, ist unbekannt. Die 3,2-GHz-CPU wird ein einem 5-nm-Verfahren gefertigt und weist enorme 60 Milliarden Transistoren in 628 mm² auf, die auch für ein achtkanaliges DDR5-Interface und 96 PCIe-Gen5-Lanes genutzt werden.

Besagter Score von 510 ist höher als die 440 eines 64-kernigen Eypc 7773X (Milan-X) mit 3D V-Cache und auch mehr als die 301 eines 80-kernigen Ampere Altra; vom 128-kernigen Altra Max liegt bisher kein offizieller Run vor. Selbst zwei 40-kernige Xeon Platinum 8380 (Ice Lake SP) sind mit einem Wert von 572 nicht allzu viel schneller als der Yitian 710.

Die Konkurrenz schläft nicht

Nun ist der Specrate2017-Int-Benchmark durchaus ein relevanter Gradmesser, sagt aber nichts über FP-Workloads aus und auch nicht, wie sich die CPU in speziellen Szenarien verhält. Dennoch zeigt der Score von 510, dass ARM-Prozessoren sehr leistungsstark sein können. Ergo werden sie von immer mehr Herstellern eingesetzt.

Nvidias 144-kerniger Grace soll im Specrate2017-Int auf einen Wert von 740 kommen, der Chip erscheint allerdings im ersten Halbjahr 2023 und ist daher noch lange nicht verfügbar. Für Herbst 2022 geplant hingegen sind AMDs Epyc-Genoa-CPUs mit 96 Kernen und Zen-4-Technik, ein solcher Prozessor dürfte am Yitian 710 wieder vorbeiziehen.

Intel plant mit den 60-kernigen Xeon SP v4 alias Sapphire Rapids ebenfalls neue Server-Chips, die allgemeine Verfügbarkeit scheint aber 2022 nicht mehr gegeben zu sein. Derzeit werden nur große Partner wie etwa Cloudanbieter und Hyperscaler mit den CPUs bemustert.

Alibaba setzt den Yitian 710 exklusiv im eigenen Elastic Compute Service (ECS) ein, so heißen die Cloud-Instanzen der Chinesen. Für Endkunden war bisher einzig die ecs.g8m.xlarge-Vorschauversion mit 4 Kerne mit 16 GByte RAM verfügbar, größere sollen folgen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


aha47 14. Jul 2022

Oh, gleich die großen Geschütze. Wer aktuelle Produkte benutzen will, lässt sich...

MarcusK 14. Jul 2022

kommt sehr auf die Anwendungen an, unsere Anwendungen fragen immer sehr komplexe Daten...

Dwalinn 14. Jul 2022

Du musst niemanden mögen um sein Geld anzunehmen.

Dwalinn 14. Jul 2022

Also kein guter Server für Arma das am liebsten ein schnellen Kern hätte, zum Glück ist...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
25 Jahre Grim Fandango
Toller Trip durch das Reich der Toten

Morbide und lustig: Grim Fandango war kein Erfolg und gilt trotzdem als Klassiker. Golem.de hat es erneut durchgespielt - und war wieder begeistert.
Von Andreas Altenheimer

25 Jahre Grim Fandango: Toller Trip durch das Reich der Toten
Artikel
  1. Star Wars: Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps
    Star Wars
    Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps

    Eine bessere Story bekommt der legendär schlechte Film dadurch leider nicht. Bis heute lieben ihn einige Fans aber vor allem wegen seiner Absurdität.

  2. Autonomes Fahren: Im Märzen der Bauer den Roboter einspannt
    Autonomes Fahren
    Im Märzen der Bauer den Roboter einspannt

    Landmaschinen ohne Fahrer, Traktoren, die mit Gesten gesteuert werden - autonome Systeme sollen in der Landwirtschaft gleich mehrere Probleme lösen.
    Ein Bericht von Werner Pluta

  3. Lohn und Gehalt: OpenAI-Entwickler verdienen bis zu 800.000 US-Dollar im Jahr
    Lohn und Gehalt
    OpenAI-Entwickler verdienen bis zu 800.000 US-Dollar im Jahr

    Die Firma hinter Chat-GPT zahlt im Vergleich zu Unternehmen wie Nvidia besonders gut. Erfahrene Forscher und Entwickler auf dem Gebiet sind Mangelware.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Crucial P5 Plus 2 TB mit Kühlkörper 114,99€ • Crucial Pro 32 GB DDR5-5600 79,99€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • Anthem PC 0,99€ • Wochenendknaller bei MediaMarkt • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /