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Alibaba-Chef Jack Ma
Alibaba-Chef Jack Ma (Bild: Carlos Barria/Reuters)

Wissen, was die chinesischen Kunden wollen

Der Rückzug Ebays zeigt anschaulich, warum Alibaba bis heute so erfolgreich auf dem chinesischen Markt agiert. Zwar wirken Taobao und auch der im Dezember 2004 eingeführte Zahlungsdienst Alipay auf den ersten Blick wie simple Kopien Ebays und Paypals. Doch wenn man sie genauer betrachtet, fallen wichtige Unterschiede auf.

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Besonders entscheidend waren Anpassungen des von Ebay bekannten Konzepts an die lokalen Bedürfnisse. Anfänglich wurde die gebührenfreie Plattform über Gewinne aus Alibaba.com querfinanziert - heute finanziert sich das Angebot rein über Werbeeinnahmen und ist seit 2007 profitabel. Weiterhin etablierte Alibaba bereits 2004 mit Wangwang einen Instant-Messaging-Dienst, der direkt in die Taobao-Webseite integriert wurde. Wangwang zeigt den Onlinestatus an und ermöglicht es Käufern und Anbietern, direkt in Kontakt zu treten, sich über Waren auszutauschen, Fragen zu klären und Rabatte zu verhandeln. Vor allem letzteres ist ein wichtiges Feature, da Chinesen traditionell gerne feilschen.

Alibaba erweiterte auch das von Ebay bekannte Bewertungssystem um einige Elemente. Neben der gewohnten Bewertung von Käufern und Verkäufern können Käufer verschiedene VIP-Levels erlangen, je nachdem wie viel Geld sie auf der Seite ausgeben. Je höher der Level, desto mehr Rabatt wird bei einigen Angeboten gewährt. Dies schafft einen spielerischen Anreiz, häufig auf Taobao einzukaufen.

Auch dass Alibaba anfänglich relativ nachsichtig gegenüber Verkäufern von Fakes und Imitationen war, dürfte dazu beigetragen haben, die Plattform schnell bei Verkäufern populär zu machen. Heute ist Taobao mit 500 Millionen registrierten Nutzern, über 60 Millionen täglichen Besuchern und durchschnittlich 48.000 verkauften Artikeln pro Minute der größte Onlinemarkt Chinas [Quelle auf Chinesisch].

Alipay: Chinas Paypal

Bei der Einführung von Alipay setzte Alibaba ebenfalls darauf, einen Dienst nach westlichem Vorbild zu gestalten und diesen an die Bedürfnisse des chinesischen Marktes anzupassen. Alipay ist ein Transaktionsdienst, der, ähnlich wie Paypal, als Treuhandservice agiert. Der Dienst ist tief mit Taobao verwoben - für jeden Taobao-Kunden ist die Eröffnung eines Alipay-Kontos mit wenigen Klicks erledigt. Dieses Konto lässt sich dann mit einer Kredit- oder Bankkarte verknüpfen. Da in China die Angst vor Onlinebetrug stark ausgeprägt ist, bietet Alipay weitere Möglichkeiten, direkt Bargeld auf das Konto zu laden. So gibt es in einigen Metropolen Aufladestationen, an vielen Postfilialen kann man Bargeld gegen eine geringe Gebühr aufladen, und auch das Guthaben von Aufladekarten für Prepaid-Handys kann man direkt dem Alipay-Konto gutschreiben lassen.

In den vergangenen Jahren wurde Alipay konsequent um weitere Zusatzleistungen erweitert. So lassen sich inzwischen mancherorts auch Gas-, Wasser- und Stromrechnungen per Alipay begleichen. Die mobile Alipay-App hat noch weiter reichende Funktionen. Per App lassen sich z. B. das Guthaben einiger Studentenausweise aufladen oder auch Strafzettel begleichen. Heute ist Alipay der De-facto-Standard für Onlinezahlungen in China. Das System wurde für Drittanbieter geöffnet, und die meisten Webseiten und Apps, darunter auch Amazon China, bieten Alipay als Zahlungsoption an. Ende 2013 hatte Alipay nahezu 300 Millionen mit Klarnamen registrierte Nutzer [Quelle auf Chinesisch]. Allein am Singles Day, dem 11.11.2013, wurden per Alipay 35 Milliarden RMB (ungefähr 4,1 Milliarden Euro) umgesetzt [Quelle auf Chinesisch].

Konkurrenz für Amazon

Wegen der gestiegenen Ansprüche der chinesischen Internetnutzer an Qualität und Service wurde 2008 Tmall.com gegründet. Tmall ist eine B2C-Webseite, die auf der gleichen Plattform wie Taobao basiert und in direkter Konkurrenz zu den großen B2C-Diensten JD.com, Dangdang.com und Amazon.cn steht. Tmall bietet gegenüber Taobao einen erweiterten Käuferschutz und strengere Kontrollen für Verkäufer. Fast alle großen Markenhersteller verkaufen inzwischen ihre Waren direkt über Tmall. Anders als bei Taobao verdient Alibaba hier direkt an den Verkäufen mit. Gleichzeitig wurden auch die Ansprüche an Verkäufer auf Taobao gehoben. Verkäufer müssen eine Einlage von mindestens 1000 RMB als Sicherheit leisten. Außerdem geht Alibaba strikter gegen Fälschungen vor.

2010 stieg Alibaba mit Juhuasuan.com schließlich ins Groupbuy-Geschäft ein. Eng verknüpft mit Tmall präsentieren große Marken zeitlich begrenzt stark reduzierte Produkte. Gemessen an den aktiven Nutzern ist Juhuasuan laut Alibaba die größte Groupbuy-Webseite in China.

Den Erfolg Alibabas erklärt Ma auch damit, dass man eben kein Konzern für Endverbraucher sei. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen und Produzenten, denen man eine Plattform biete, wüssten viel besser, was die Konsumenten wünschten.

 Alibaba: Weltmarkt, öffne dich!Kooperation mit Yahoo 

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Crystal67 14. Feb 2015

Hallo Ich habe sicherlich schon alles bestellt. Schuhe, Uhren, Taschen, Geldbörsen uvm...

DrWatson 26. Mai 2014

Das kann sein, da bin ich nicht so gut informiert. Ich hatte dich wohl falsch verstanden.

Fanti4ever 26. Mai 2014

Beides. Es gibt natürlich nach wie vor Fakes auf den Plattformen. Aber die gibt es z,B...

Realist_X 26. Mai 2014

Danke dafür!

robinx999 26. Mai 2014

Ich weiss nicht wenn man sich nicht an die Lokalen Wünsche anpasst dann hat man durchaus...



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