Alibaba: 1 Milliarde Nutzerdaten per Scraping abgegriffen

Ein Konkurrent hat wohl Nutzerdaten wie Telefonnummern und Ähnliches von Alibabas Shopping-Plattform Taobao entwendet.

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Taobao gehört zu Alibaba.
Taobao gehört zu Alibaba. (Bild: Oriental Image via Reuters Connect)

Ein chinesischer Entwickler hat offenbar über einen Webcrawler die Daten von rund 1,1 Milliarden Nutzern der Shopping-Plattform Taoboa gesammelt. Das berichtet unter anderem das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf entsprechende Gerichtsdokumente aus China. Zuvor hatte auch die chinesische Seite 163.com darüber berichtet. Taoboa gehört zu einer der größten Webseiten weltweit und hat mehrere Hundert Millionen Nutzer im Monat.

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Das Sammeln der Daten begann demnach bereits im November 2019 und umfasst neben den Nutzer-IDs auf der Seite unter anderem auch die Handynummern oder auch einzelne Kommentare der jeweiligen Nutzer. Die Sammlung umfasse darüber hinaus auch Informationen, die nicht direkt auf der Seite sichtbar gewesen seien. Wie genau diese erlangt wurden, ist dabei unklar. Die Daten konnten außerdem offenbar über mehrere Monate von der Seite gesammelt werden, bevor dies den Betreibern von Alibaba auffiel.

Alibaba habe nach dem Entdecken der Vorgänge direkt die Behörden eingeschaltet, die letztlich die verantwortlichen Täter ermittelt hätten. Dabei handelt es sich offenbar um ein Unternehmen, das Werbeaktionen für Verkäufer auf Taobao durchführt. Mit den gesammelten Informationen sollen gezielt mögliche Kunden angesprochen worden sein. Sowohl der zuständige Entwickler als auch dessen Chef erhielten dafür Gefängnisstrafen von mehr als drei Jahren.

In China werden persönliche Daten wie Telefonnummern für viele verschiedene technische Zwecke verwendet, unter anderem auch als eine Art vereinfachtes Login. Dennoch wird Alibaba zunächst nicht selbst juristisch belangt. Das WSJ verweist hier auf fehlende oder zu wenig strenge Regularien in Bezug auf den Datenschutz in China. Weiter heißt es aber, dass in China nun Gesetzesinitiativen verfolgt werden, die nach europäischem Modell gestaltet sind.

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Ob bei Daten, die per Scraping von Crawlern abgegriffen werden können, aber überhaupt Datenschutzregularien geltend gemacht werden könnten, ist nicht ohne weiteres klar. Immerhin sind diese ja im Prinzip einfach technisch einsehbar. Bei Telefonnummern handelt es sich aber zum Beispiel um personenbezogene Daten, die eigentlich geschützt werden sollten. Im Fall des Facebook-Datenleaks vor einigen Monaten kündigte wohl auch deshalb die irische Datenschutzbehörde an, den Fall zu untersuchen.

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