Algorithmen in der Biomedizin: Eins aus 3,1 Milliarden

Dass genetische Erkrankungen allein durch eine Mutation in einem Gen ausgelöst werden können, ist längst nicht mehr der aktuelle Wissensstand. Viele Faktoren spielen eine Rolle, ob jemand mit einem veränderten Gen krank wird oder nicht. Ein Teilgebiet dieser Betrachtung ist - in Anlehnung an die Genetik - die Epigenetik (von griechisch epi = über; also: über der Genetik stehend). Um die komplexen Vorgänge hier zumindest ansatzweise zu verstehen, hilft die Bioinformatik. Sie hat dafür eine ganze Reihe ausgefeilter und hochspezialisierter Algorithmen.
Die Vorstellung, dass eine genetisch bedingte Krankheit eine singuläre Ursache hat, ist wie gesagt überholt, aber immer noch häufig anzutreffen. Dabei wird vereinfacht angenommen: Wenn ein Gen eine Mutation hat, führt dies direkt zu einer Erkrankung. Dabei ist ein Gen nur eine abstrakte Benennung für einen bestimmten Bereich auf der DNA und diese allein ist nicht fähig, eine bestimmte Funktion auszuführen oder eine Krankheit zu verursachen.