Alfa Romeo Junior Elettrica im Test:Sportlicher Exot oder teurer Flop?
Alfa Romeos Elektroauto Junior Elettrica Veloce ist eher selten, macht aber eine Menge Spaß. Handelt es sich um einen Geheimtipp oder einen Ladenhüter?
Ich muss gestehen: Wenn ich an Elektroautohersteller denke, ist mir bislang der italienische Traditionshersteller Alfa Romeo nicht sofort in den Sinn gekommen. Das mag auch daran liegen, dass das Unternehmen nur ein einziges Elektromodell herstellt, den Junior Elettrica.
Von diesem hat Alfa Romeo im gesamten Jahr 2025 laut Kraftfahrt-Bundesamt ganze 217 Stück in Deutschland angemeldet. Kein Wunder, dass viele wohl gar nicht wissen, dass das mittlerweile zu Stellantis gehörende Unternehmen mit Tradition im Rennsport überhaupt Elektroautos herstellt. Alfa Romeo war schon immer eher ein Underdog: sportlich, aber irgendwie auch etwas nerdig.
Mich hat interessiert, wie sich der kleine Junior Elettrica fährt und was am Mythos Alfa dran ist – beziehungsweise ob dieser Mythos auf das Elektroauto übertragen werde konnte. Daher habe ich die Top-Ausstattung Veloce mit Sportausstattung getestet – und bin am Ende hin und her gerissen, vor allem auch wegen des Preises von über 50.000 Euro.
SUV mit wenig Kanten
Alfa Romeo bezeichnet den Junior als SUV, ich finde, dass die Form eher in Richtung Crossover geht. Der Wagen ist in jedem Fall nicht so wuchtig und kantig wie manch andere kleine SUVs. Mit einer Länge von 4.173 mm ist der Junior Elettrica für heutige Verhältnisse nicht allzu lang, ein Kleinwagen wie der Hyundai Inster oder der Leapmotor T03 ist das Fahrzeug aber nicht.
Beim Design hat Alfa Romeo eigenen Angaben zufolge Elemente früherer Klassiker eingebunden, etwa die Hecklippe des Giulia TZ aus dem Jahr 1963 oder die geschwungene Linie des 8C Competizione aus dem Jahr 2007. Das kann man erkennen oder auch nicht – ich tue mich eher schwer damit.
Bild 1/32: Im Innenraum gibt es neben hübschem Alcantara leider auch viel Pianolack. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 2/32: Das Infotainment-Display in der Mitte ist verhältnismäßig klein. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 3/32: Im Innenraum wird viel Hartplastik verwendet, das billig wirkt. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 4/32: Die Klimaanlage lässt sich mit physischen Buttons steuern - die leider nicht hintergrundbeleuchtet sind. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 5/32: Das Fahrdisplay zeigt alle wichtigen Informationen an, die Darstellung lässt sich gut konfigurieren. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 6/32: Das Navigationssystem leitet gut zum Ziel, es gibt aber keine vernünftige Ladeplanung. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 7/32: Das Design des Infotainmentsystems soll wohl sportlich wirken, es wirkt an manchen Stellen aber unübersichtlich. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 8/32: Die Rückbank des Junior Elettrica Veloce ist nur bedingt für Passagiere geeignet, da es nicht viel Beinfreiheit gibt. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 9/32: Der Beifahrersitz lässt sich auch in der voll ausgestatteten Version nicht elektrisch einstellen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 10/32: Alfa Romeo hat beim Junior Elettrica Veloce reichlich Sport-Hardware verbaut, was man vor allem anhand der guten Kurvenlage merkt. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 11/32: Mit einer Größe von 1,80 Metern ist der Platz auf der Rückbank schon sehr eng. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 12/32: Die Knie verschwinden in Aushöhlungen der vorderen Sitze, bequem ist das allerdings nicht. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 13/32: Das seitliche Profil des Junior Elettrica Veloce (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 14/32: Das Elektroauto hat vorn große Bremsscheiben. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 15/32: Das große Alfa-Romeo-Logo an der Front (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 16/32: Das Lenkrad bietet die von vielen Stellantis-Fahrzeugen gewohnte Bedienung. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 17/32: Die Türen und der obere Teil des Armaturenbrettes sind aus hartem, unschönen Plastik. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 18/32: Die Sportsitze bieten eine optimale seitliche Abstützung, sind aber auf langen Fahrten nicht sonderlich bequem. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 19/32: Die Lüfterauslässe sind rund und ebenfalls mit dem Logo des Herstellers versehen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 20/32: Was wie Leder aussieht, ist Plastik. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 21/32: Wer vergisst, von wem der Junior Elettrica Veloce stammt, wird immer wieder an den Hersteller erinnert. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 22/32: Der Fahrersitz lässt sich gegen Aufpreis elektrisch verstellen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 23/32: Passagiere auf der Rückbank bekommen einen USB-Anschluss. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 24/32: Das Cockpit des Junior Elettrica Veloce
Bild 25/32: Die Sportsitze sind durchlässig. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 26/32: Der Kofferraum fasst 400 Liter. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 27/32: Mit heruntergeklappten Rücksitzen passen 1.265 Liter hinein. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 28/32: Der Frunk ist sehr klein, es passt das Ladekabel hinein. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 29/32: Der Fahrassistent funktioniert wie bei anderen Stellantis-Fahrzeugen gut. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 30/32: Alfa Romeos Junior Elettrica in der Veloce-Ausstattung (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 31/32: Das Design des kleinen Crossover-SUV ist rundlich, das Heck hat eine auffällige Lippe. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 32/32: Etwas gewöhnungsbedürftig ist das große Alfa-Romeo-Logo im Kühlergrill. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Grundsätzlich empfinde ich das Design des Junior eher als rund, gerade Kanten finden sich im Grunde gar nicht. Die Front hat ein sechsteiliges Tagfahrlicht und einen auffälligen Spoiler, der durchaus sportlich aussieht. Der Kühlergrill besteht aus dem Alfa-Logo und ist meiner Meinung nach etwas gewöhnungsbedürftig. Insgesamt ist das Außendesign aber durchaus gelungen, die Verarbeitung ebenso.
Der Innenraum ist vom Design her schlicht und sportlich, mich stören aber die verwendeten Materialien: Alfa Romeo verwendet zwar Alcantara an den Türen, dem Lenkrad, dem Armaturenbrett und der Mittelkonsole, ansonsten aber Hartplastik – und zwar keines von der nett gemachten Sorte.
Stattdessen fühlen sich die Türinnenseiten oder auch die Oberseite des Armaturenbretts an wie in einem Lieferwagen. Dazu kommt glänzender Pianolack, der für mich immer etwas billig wirkt. Dazu kommen noch Standardelemente aus dem Stellantis-Baukasten wie der Gangwahlschalter.
Das ist schade, ist das Design mit den großen, runden Aussparungen wie bei einem Auto mit analogen Anzeigeinstrumenten, den runden Lüftungsauslässen an den Seiten und dem auf den Fahrer gerichteten zentralen Bildschirm doch eigentlich ganz gut.