Das Zeitalter der Massenmedien und das des Internets

Die Massenmedien- und die Internetgesellschaft unterschieden sich in jeder Hinsicht radikal voneinander, demonstrierte Bard anhand einer Gegenüberstellung. Das sei zunächst die Wirtschaft: Früher wurde in Fabriken produziert und so Reichtum geschaffen. Heute stehen die Fabriken in Asien, und ihr Wert werde heutzutage durch Medien, also geistiges Eigentum erzeugt.

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Früher lebten wir in Städten, hatten Adressen und Visitenkarten. Heute hingegen lebten wir im Cyberspace. Keiner brauche mehr Visitenkarten für die Adresse - diese befänden sich im Internet: Es reiche, den Namen seines Gegenübers zu kennen, um ihn in einem beliebigen sozialen Netz zu finden. Darüber und über sein Mobiltelefon sei jeder an jedem Ort erreichbar. Geografie beschränke sich heute auf die Entfernung eines Menschen und seinem Mobiltelefon. Anders herum: Wer dort nicht oder nur unzureichend repräsentiert sei, sei in der Internetgesellschaft chancenlos.

Bekanntheit als Motor

Der Motor der alten Welt war Geld - wer davon viel hatte, hatte viel Ansehen. Das zähle heute nicht mehr, da vieles in der Internetgesellschaft kein Geld koste. Deren Währung sei Beachtung oder Aufmerksamkeit, die er als Produkt aus Bekanntheit und Glaubwürdigkeit beschreibt. Das bedeute, die anderen müssten wissen, dass es eine Person gebe, sie müsse auffindbar sein. Und wenn sie gefunden wurde, müssen die anderen davon überzeugt sein, dass sie glaubwürdig ist. Nur wer diese beiden Kriterien erfülle, könne in der Internetgesellschaft und in deren Wirtschaft erfolgreich sein.

Eines indes hat sich nach Bards Auffassung nicht geändert: Wie das Zeitalter der Massenmedien gibt es auch im Internetzeitalter eine Zweiklassengesellschaft. Was früher Bürger und Arbeiter waren, seien heute Netokraten und Consumptarianer. Ein Digital Divide existiert für Bard nicht. Der Spalt sei zwischen jenen, die im Netz aktiv sind, und jenen, die zwar online sind, aber nur konsumieren und nicht selbst Inhalte produzieren oder sich nicht vernetzen, kurz nicht interaktiv seien - in Bards plakativen Worten: übergewichtige Mittdreißiger, die auf dem Land und noch bei Muttern wohnen, wenig Bildung haben, arbeitslos sind und keine Freunde bei Facebook haben.

Stämme statt Nationen

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Für das neue Bewusstsein bedürfe es auch einer neuen Identität als Grundlage: Früher sei das der Nationalstaat gewesen, für den die Menschen noch vor hundert Jahren mit Freuden in den Krieg gezogen seien. Das sei heute nicht mehr der Fall. Identität werde heute über die Zugehörigkeit zu kleinen Gemeinschaften, Netzwerken, oder in Bards Terminologie: zu Stämmen gestiftet. Das Internet sei "das goldene Zeitalter von Sekten und Kulten in einem globalisierten Imperium".

Unsere Welt gleiche der des Römischen Weltreiches. An die Stelle Roms seien die USA und China getreten, und niemand komme aus diesem Imperium raus - "nicht einmal Griechenland". Die Bewohner dieses Imperiums erschafften sich in der virtuellen Welt eine Vielzahl von Kulten und Sekten, denen sie sich anschlössen. Diese könnten gut, aber ebenso auch böse sein wie El Kaida. Das Terrornetzwerk sei ebenso ein Internetphänomen wie Facebook oder Google. Wir haben mit dem Internet eine Hydra geschaffen, ein Monster, das uns alle auffrisst - und damit müssten wir leben.

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 Alexander Bard: Das Internet ist das vierte MenschheitszeitalterEine Metaphysik für das Internetzeitalter 
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jack-jack-jack 09. Mai 2012

dem Durchschnittsdeutschen ist Internet einfach egal Netztraffic: 1/4 Facebook (nur die...

AdmiralAckbar 09. Mai 2012

k.w.t

fratze123 09. Mai 2012

nur weil der typ eine andere perspektive auf geschichte hat, ist das bisher gelehrte...

wasabi 09. Mai 2012

Beim Urheberrecht kann man nichts "schützen lassen". Entweder es erreicht eine gewisse...

FaceOfBo 09. Mai 2012

nennt sich dann, glaube ich, kollektives Gedächtnis. Es gab da mal eine Serie, in den...



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