• IT-Karriere:
  • Services:

Google Assistant ist schlauer als Alexa

Zu den weiteren beworbenen Einsatzzwecken smarter Lautsprecher gehört es, allerlei Wissensfragen zu beantworten. In dieser Disziplin schneidet Google Assistant besser als Alexa ab, auch wenn Amazons Dienst in den vergangenen Monaten viel dazugelernt hat. Gerade bei den Wissensfragen wäre der Google Assistant wohl noch besser, wenn er mehr Toleranz bei der Formulierung der Fragen zeigen würde.

Stellenmarkt
  1. NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH, Frankfurt am Main
  2. über duerenhoff GmbH, Darmstadt

Die wenigsten Nutzer werden bereit sein, bei einer Nichtantwort die Frage in mehreren Variationen zu wiederholen, bis vielleicht eine Antwort zurückkommt. Sowohl Amazon als auch Google greifen vielfach auf Informationen aus der Wikipedia zurück und liefern somit die gleichen Antworten. Alexa gibt das Alter von Personen noch immer übergenau an: mit Jahr, Monat und Woche. Hier genügt uns das Jahresalter, wie es Google nennt.

Wir haben beide Assistenten stichprobenartig mit Wissensfragen gefüttert. Dabei musste Alexa eher mal aufgeben als der Google Assistant. Letzterer las uns ohne zu zögern den Wikipedia-Artikel zur Hypotenuse vor, Alexa konnte die Frage danach nicht beantworten. Auch bei Fragen dazu, in welchen Filmen ein bestimmter Schauspieler mitwirkt, scheitert Alexa. Fragen nach Filmen und Schauspielern scheint Amazon komplett außen vor gelassen zu haben.

Die mangelnde Aussprache des Google Assistant ist in dieser Disziplin allerdings besonders nachteilig: Es ist anstrengend zuzuhören, manche Wörter werden so schlecht ausgesprochen, dass Filmtitel mitunter gar nicht zu verstehen sind. Dann hilft Nutzern auch nicht weiter, dass der Sprachassistent sie kennt.

Als wir beide um eine Erklärung für das Asperger-Syndrom baten, lieferte Alexa mehr Informationen als der Google Assistant. An der Frage "Sind Pilze Pflanzen?" scheiterten beide komplett und verweigerten eine Antwort. Vor allem im Fall des Google Assistant ist das überraschend. Denn mit einem Google-Skill für Alexa erhalten wir sofort eine Antwort. Skills sind so etwas wie Apps für digitale Assistenten. Ein Youtube-Video beschreibt Schritt für Schritt, wie jeder die Google-Suche in Alexa integrieren kann.

Ein mit eigenem Google-Skill ausgestatteter Alexa-Lautsprecher ist derzeit wohl die beste Wahl, wenn es um Wissensfragen geht. Zunächst können wir Alexa fragen und bei Unwissenheit unkompliziert zur Google-Suche wechseln. Dabei erhalten wir gut verständliche Antworten, denen wir gerne zuhören. Die Antwort des Google Assistant auf die Frage, wer den Champagner erfunden hat, wird besonders schlecht vorgelesen. Alexa kennt die Antwort nicht, aber die Google Suche wird dank Alexa gut verständlich vorgelesen.

Grundsätzlich beherrscht Alexa keine Folgefragen - ein Pluspunkt von Google Assistant. Fragen wir "Wie ist das Wetter in München?", können wir nach der Antwort nachhaken und uns erkundigen, ob es dort gute Museen gibt, und der Google Assistant nennt Museen in München. Fragen wir Google Assistant nach dem Namen des Bundespräsidenten, erhalten wir danach das Alter, indem wir nur fragen "Wie alt ist er?". Alexa stellt Fragen nicht in einen solchen Kontext und Nutzer müssen hier eine Frage immer komplett neu stellen.

Beide Assistenten sind erweiterbar

Sowohl Alexa als auch Google Assistant können erweitert werden, indem etwas Ähnliches wie Apps installiert werden. Diese Apps werden in der Cloud aktiviert und stehen dann auf dem jeweiligen Konto zur Verfügung. Es ist keine Installation auf dem Gerät erforderlich. Bezüglich der Erweiterbarkeit hat Amazon einen gehörigen Vorsprung vor Google. Bei Amazon heißen die Erweiterungen Skills, Google nennt sie Actions.

Für den Google Assistant sind Actions für Deutschland erst vor einigen Monaten erschienen, während Skills für Alexa mehr als ein Jahr Vorlauf gehabt haben. Das macht sich bei der Menge bemerkbar: Für Alexa gibt es knapp 3.300 Skills, für Google Assistant nur einen Bruchteil davon. In der Alexa-App können die Skills durchstöbert werden, Google hat die Actions auf eine Webseite ausgelagert, die unübersichtlich ist. Es gibt zwar eine Rubrizierung, aber keine Filterung nach Actions für smarte Lautsprecher. Außerdem werden dort auch die Funktionen aufgeführt, die Bestandteil des Assistant sind. Bei Alexa ist das Erkunden von Skills wesentlich besser gelöst.

Beide Systeme haben einen entscheidenden Nachteil: Nutzer müssen sich die Namen der Skills merken, denn damit werden sie aktiviert. Das führt dazu, dass die meisten Skills kaum verwendet werden, weil es nicht so einfach ist, sich die vielen Bezeichnungen zu merken, wenn es sich nicht um populäre Markennamen handelt.

Aufruf von Skills und Actions verbesserungsbedürftig

Prinzipiell ist es begrüßenswert, dass sich Alexa und Google Assistant erweitern lassen. Aber bei der Nutzung der Skills muss noch viel passieren, damit sich Anwender keine umständlichen Namen merken müssen. Idealerweise funktioniert es irgendwann so, dass der Assistent anhand der Anfrage erkennt, welches Skill oder welche Action dazu passt und diese einfach automatisch verwendet.

Abseits der Beantwortung von Wissensfragen kann ein smarter Lautsprecher als nützlicher kleiner Helfer fungieren. Das setzt aber voraus, dass alle Funktionen auch wirklich komplett mit der Sprache bedient werden können.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Smart-Home- und Streaming-SteuerungDigitale Assistenten helfen mit praktischen Funktionen 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8. 7
  9. 8
  10. 9
  11.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 13,29€
  2. 11€
  3. 1,94€

lukie80 28. Jan 2018

@mhstar Ich hab nur mal kurz bei Alexa drübergeschaut. Benutzer können gar nichts...

_Sascha_ 27. Jan 2018

Es ist nachvollziehbar das die Sprache bei solchen Tests nicht wirklich (wegen dem...

std 27. Jan 2018

genau und von Amazon bekommt man auch ca im Wochentakt ne Mail was die Programmierer denn...

Bouncy 26. Jan 2018

Falsch? Wir lesen das mal gemeinsam: "Alles gesteuert aus meiner Hand, mit dem Handy"...

ip (Golem.de) 26. Jan 2018

Danke sehr für das Lob, da steckte auch viel, viel Arbeit drin. Wir sind um so erfreuter...


Folgen Sie uns
       


Die Entstehung von Unix (Golem Geschichte)

Zwei Programmierer entwarfen nahezu im Alleingang eines der wichtigsten Betriebssysteme.

Die Entstehung von Unix (Golem Geschichte) Video aufrufen
SSD vs. HDD: Die Zeit der Festplatte im Netzwerkspeicher läuft ab
SSD vs. HDD
Die Zeit der Festplatte im Netzwerkspeicher läuft ab

SSDs in NAS-Systemen sind lautlos, energieeffizient und schneller: Golem.de untersucht, ob es eine neue Referenz für Netzwerkspeicher gibt.
Ein Praxistest von Oliver Nickel

  1. Firecuda 120 Seagate bringt 4-TByte-SSD für Spieler

Vivo X51 im Test: Vivos gelungener Deutschland-Start hat eine Gimbal-Kamera
Vivo X51 im Test
Vivos gelungener Deutschland-Start hat eine Gimbal-Kamera

Das Vivo X51 hat eine gute Kamera mit starker Bildstabilisierung und eine vorbildlich zurückhaltende Android-Oberfläche. Der Startpreis in Deutschland könnte aber eine Herausforderung für den Hersteller sein.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Software-Entwicklung Google veröffentlicht Android Studio 4.1
  2. Jetpack Compose Android bekommt neues UI-Framework
  3. Google Android bekommt lokale Sharing-Funktion

Ausprobiert: Meine erste Strafgebühr bei Free Now
Ausprobiert
Meine erste Strafgebühr bei Free Now

Storniert habe ich bei Free Now noch nie. Doch diesmal wurde meine Geduld hart auf die Probe gestellt.
Ein Praxistest von Achim Sawall

  1. Gesetzentwurf Weitergabepflicht für Mobilitätsdaten geplant
  2. Personenbeförderung Taxibranche und Uber kritisieren Reformpläne

    •  /