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Musiksteuerung mit zu vielen Schwächen

Ein Lautsprecher dient vor allem zum Hören von Musik. Abseits der Klangqualität haben wir uns angesehen, wie gut Alexa und Google Assistant die passende Musik finden. Wir haben Alexa zusammen mit Amazon Music Unlimited sowie Spotify Premium und Google Assistant mit Play Music und Spotify Premium ausprobiert. Google bietet außerdem noch die Integration von Deezer, und prinzipiell kann Google-Assistant auch auf die Gratisvariante von Spotify zugreifen, was Alexa nicht kann.

Suche nach Alben funktioniert oft nicht

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Das Ergebnis ist sowohl bei Amazon als auch bei Spotify ernüchternd, wenn Nutzer nicht nur berieselt werden, sondern ganz gezielt Musik auswählen möchten. Das Abspielen einzelner Alben scheitert vielfach. Obwohl wir den exakten Namen des Albums ansagen und es im Katalog enthalten ist, behaupten Amazons Musikdienst und Spotify immer wieder, das Album sei nicht vorhanden. Zumindest bei Amazon können Alben nach dem Muster "Spiele das aktuelle Album von 'Künstlername'" abgespielt werden - mit Spotify klappt das nicht. Bitten wir Alexa hingegen, das erste Album eines Künstlers abzuspielen, weiß das System damit nichts mehr anzufangen.

Amazon rät Kunden mit Unlimited-Abo zu einem Audible-Abo

Besonders drastisch sind die Beschränkungen, wenn Nutzer ein Hörbuch, ein Hörspiel, eine Livelesung, ein Livekonzert, eine Oper oder eine Operette hören wollen. Der einzige Lichtblick ist hier Googles Play Musik. Googles Musikdienst spielt über den Google Assistant meist treffsicher auch ganze Alben ab, gelegentlich werden sogar leichte Abweichungen vom genauen Titel toleriert.

Bei Hörspielen, Hörbüchern und Livelesungen agiert Amazon besonders dreist: Wiederholt will der Lautsprecher ein in Music Unlimited enthaltenes Hörspiel nicht abspielen und empfiehlt stattdessen, ein nochmals kostenpflichtiges Audible-Abo abzuschließen. Audible ist ein Hörbuchdienst von Amazon und es hat ein wenig den Anschein, als ob Amazon die Defizite von Music Unlimited dazu nutzen will, mehr Audible-Abos zu verkaufen.

Sprachsteuerung für Spotify ist bei Google Assistant besser

Google Assistant ist bei der Spotify-Nutzung etwas besser als Alexa. Sagen wir dem Assistenten, er solle das Album Krieg der Sterne abspielen, wird der Soundtrack zum ersten Star-Wars-Film von 1977 abgespielt, obwohl die Bezeichnung des Albums gar nicht korrekt genannt wurde. Alexa spielt über Spotify hingegen etwas anderes ab, das mit der Filmmusik nichts zu tun hat. Das funktioniert auch bei Amazon Music Unlimited nicht besser. In beiden Fällen spielt Alexa nicht das Naheliegende ab, der Google Assistant hingegen schon.

Generell finden wir es auch unpraktisch, dass die Assistenten immer selbst entscheiden, welcher Treffer zur Suchanfrage passt. Wenn für einen Musikwunsch mehrere Titel vorhanden sind, wird immer der erstbeste Treffer abgespielt, ohne Rückfrage bei den Anwendern.

Zumindest Spotify ermöglicht es, die Unzulänglichkeiten bei der Albensuche zu umgehen - mit Komfortverlust. Nutzer können das gewünschte Album in der Smartphone-App heraussuchen und es dann mit einem Klick als Stream auf dem Lautsprecher abspielen - bei Bedarf auch auf einer Multiroom-Gruppe. Falls das Abspielen eines Albums auf Zuruf mit Play Musik nicht klappt, kann es wie bei Spotify aus der App auf dem Lautsprecher gestreamt werden - inklusive Multiroom-Unterstützung. Eine herbe Enttäuschung ist hier Amazon: Die Amazon-Music-App kann den Musikstream nicht auf einem Alexa-Lautsprecher abspielen. Absurderweise kann Amazons Music-App auf Android-Geräten dagegen seit einigen Monaten einen Musikstream auf Knopfdruck auf einem Google-Assistant-Lautsprecher abspielen.

Amazon findet Songs durch Ansage von Liedzeilen

Wem es genügt, immer nur Musik einer bestimmten Richtung oder eines Stils abzuspielen, der wird auch von Amazon und Spotify gut versorgt. Alle Dienste kennen entsprechende Playlisten und auch das Abspielen von Musik bestimmter Künstler oder der Aufruf einzelner Songs klappt meistens. Bei der Suche nach einzelnen Liedern sticht Amazons Musikstreamingdienst die Konkurrenz aus: Sagen Nutzer nur eine Zeile aus einem Song an, wird das Lied erkannt und abgespielt. Das klappt sehr zuverlässig, funktioniert aber nur mit Amazons Musikdienst, nicht mit Spotify, ist also keine Alexa-Funktion.

Sowohl Alexa als auch Google Assistant können so eingestellt werden, dass laufende Musik leiser wird, wenn der digitale Assistent aktiviert ist. Damit soll erreicht werden, dass die Ansagen besser verstanden werden. Praktischer fänden wir es, wenn die Wiedergabe bei Bedarf gleich pausiert wird. Wer gerade ein Hörbuch oder ein Hörspiel hört, verpasst sonst etwas.

Wenn der Assistent Nutzer anbrüllt

Weder Alexa noch Google Assistant kennen eine separate Lautstärke-Einstellung für die Stimme des Assistenten. Wenn mit dem Lautsprecher sehr laut Musik gehört wurde und dann der Lautsprecher etwas sagt, werden Anwender förmlich angebrüllt.

Alexa und Google Assistant unterstützen Multiroom-Audio, können aber keine Stereopaare bilden. Die Google-Implementierung gefällt uns deutlich besser, denn alle Google-Assistant-Lautsprecher unterstützen Multiroom-Audio. Die gleiche Musik kann also auf mehreren Lautsprechern parallel abgespielt werden und jeder Lautsprecher kann beliebig oft mit anderen Lautsprechern verbunden werden.

Amazons Multiroom-Funktion hat viele Einschränkungen

Das geht bei Alexa nicht, wir empfinden das als unnötige Einschränkung. Sobald ein Echo-Lautsprecher einer Musikgruppe zugeordnet ist, ist er für jede weitere Gruppe gesperrt. Wer also etwa drei Echo-Lautsprecher in der Wohnung hat und zwei davon zu einer Gruppe im Wohnzimmer macht, kann keine Gruppe mehr mit allen drei Lautsprechern anlegen. Zudem steht die Multiroom-Audio-Funktion ausschließlich für die Echo-Geräte zur Verfügung, Alexa-Lautsprecher anderer Hersteller sind davon ausgeschlossen.

Das Anlegen einer Multiroom-Audio-Gruppe ist nur über die Alexa- respektive Google-Home-App möglich. Es gibt keine passenden Sprachbefehle, um eine solche Gruppe auf Zuruf anzulegen oder zu bearbeiten. Da alle Google-Assistant-Lautsprecher Cast-fähig sind, können auch Inhalte von Youtube auf diesen abgespielt werden, etwa Musikclips. Das ist an sich durchaus praktisch, aber nicht gut umgesetzt. Denn dazu muss der komplette Bildschirm übertragen werden und das Smartphone-Display darf nicht ausgeschaltet werden, weil der Stream dann stoppt. Hier wäre ein Cast-Icon in der Youtube-App die bessere Option.

Vergünstigtes Musikabo für Echo-Lautsprecher

Zumindest für seine Echo-Lautsprecher bietet Amazon ein vergünstigtes Abo von Umlimited Music für 4 Euro im Monat an statt der sonst fälligen 10 Euro im Monat bei Amazon, Google oder Spotify. Es ist auf einen einzelnen Lautsprecher beschränkt und unterstützt keine Multiroom-Audiogruppen. Zudem kann das Abo nicht für Alexa-Lautsprecher anderer Hersteller verwendet werden. Hier bevorzugt Amazon also Kunden, die Geld für Echo-Geräte ausgegeben haben. Wer mit den Einschränkungen beim Abspielen ganzer Alben leben kann, kann hier Geld sparen. Wer aber mehr als einen Echo-Lautsprecher besitzt, wird sich daran stören, dass für den zweiten ein weiteres Abo abgeschlossen werden muss. Für Lautsprecher mit Google Assistant gibt es kein spezielles Play-Musik-Abo von Google.

Weder Google noch Amazon erlauben es, den jeweiligen Konkurrenzdienst auf ihren Geräten einzusetzen. Wer bereits ein Google-Play-Musik-Abo hat, wird also womöglich eher zu einem Google-Assistant-Lautsprecher greifen, so das Kalkül von Google, während Amazon darauf setzt, dass sich Abonnenten von Amazon Music Unlimited für einen Alexa-Lautsprecher entscheiden.

Die Defizite der Assistenten fallen bei der Steuerung von Smart-Home-Komponenten weniger ins Gewicht als bei der Sprachsuche nach Musik. Hier können die Assistenten ihre Vorzüge ausspielen.

 Alexa klingt sympathischer als Google AssistantSmart-Home- und Streaming-Steuerung 
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