Aldi Talk Prepaid: Gericht untersagt irreführende Aussage zu Mindestumsatz
Verbraucherschützer haben vor Gericht gegen Medion gesiegt. Sie haben dem Aldi-Partner Medion irreführende Werbeaussagen bei der Vermarktung der Prepaid-Tarife Aldi Talk vorgeworfen. Das Landgericht Essen folgte dieser Auffassung in einem Urteil vom 30. Mai 2022 und untersagte Medion alias Aldi, weiterhin damit zu werben, dass für die Nutzung der Prepaid-Tarife von Aldi Talk kein Mindestumsatz anfalle.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv) wies am 30. August 2022 auf das Urteil des Landgerichts Essen(öffnet im neuen Fenster) hin. Das Urteil trägt das Aktenzeichen 1 O 314/219 und ist noch nicht rechtskräftig. Im Urteil heißt es, dass Medion es zu unterlassen habe, die Aldi-Talk-Tarife weiterhin damit zu bewerben, dass für die Prepaid-Tarife kein Mindestumsatz anfalle.
Nach Ansicht des Gerichts handelt es sich um eine irreführende Werbeaussage, da Kunden regelmäßig Guthaben auf die Prepaid-Karte laden müssen, um eine Deaktivierung der Karte zu verhindern. Die Werbeaussage suggeriert, dass keine weiteren Zahlungen geleistet werden müssten, um dauerhaft über das Mobiltelefon erreichbar zu sein.
Fünf Euro Guthaben bringt vier Monate Nutzung der SIM-Karte
Der Vzbv ist aufgrund von Beschwerden von Aldi-Talk-Kunden gerichtlich gegen Medion vorgegangen. Die Verbraucherschützer bemängeln, dass Aldi-Talk-Kunden immer wieder neues Guthaben in Höhe von mindestens fünf Euro aufladen müssen, um eine Deaktivierung der SIM-Karte zu verhindern.
"Das ist nichts anderes als ein für die Nutzung der SIM-Karte erforderlicher Mindestumsatz, den es nach der Werbung angeblich nicht gibt" , beklagt Jana Brockfeld, Rechtsreferentin beim Vzbv. Wenn Kunden lediglich fünf Euro Mindestumsatz auf das Prepaid-Konto einzahlen, verlängert sich die Nutzungsdauer der SIM-Karte um weitere vier Monate, so die Verbraucherschützer. Danach müssen erneut fünf Euro Guthaben eingezahlt werden.
Aldi Talk mit Grenze bei Guthabenaufladung
Auch Anbieter wie Telefónica, Rewe sowie Congstar verlangen immer wieder, dass Guthaben auf das Prepaid-Kartenkonto geladen wird, um eine Sperrung der Prepaid-SIM-Karte zu verhindern, wie Golem.de aus eigenen Erfahrungen belegen kann.
Im Fall von Aldi Talk können Kunden nach Angaben der Verbraucherschützer maximal 200 Euro Guthaben aufladen. Wenn dieses Limit erreicht ist, müssen zunächst mindestens fünf Euro durch Telefonie, SMS-Versand oder mobile Datennutzung verbraucht werden. Erst danach lässt sich wieder Guthaben aufladen, um eine Sperrung der Karte zu verhindern.
- Anzeige Hier geht es zur AVM Fritzbox 7590 AX bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



