Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Aldi Talk Prepaid: Gericht untersagt irreführende Aussage zu Mindestumsatz

Die Prepaid-Tarife von Aldi Talk dürfen laut Gericht nicht mehr damit beworben werden, dass es keinen Mindestumsatz gibt.
/ Ingo Pakalski
19 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Gericht untersagt Aldi Talk irreführend Angaben zum Mindestumsatz. (Bild: Leon Kuegeler/AFP via Getty Images)
Gericht untersagt Aldi Talk irreführend Angaben zum Mindestumsatz. Bild: Leon Kuegeler/AFP via Getty Images

Verbraucherschützer haben vor Gericht gegen Medion gesiegt. Sie haben dem Aldi-Partner Medion irreführende Werbeaussagen bei der Vermarktung der Prepaid-Tarife Aldi Talk vorgeworfen. Das Landgericht Essen folgte dieser Auffassung in einem Urteil vom 30. Mai 2022 und untersagte Medion alias Aldi, weiterhin damit zu werben, dass für die Nutzung der Prepaid-Tarife von Aldi Talk kein Mindestumsatz anfalle.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv) wies am 30. August 2022 auf das Urteil des Landgerichts Essen(öffnet im neuen Fenster) hin. Das Urteil trägt das Aktenzeichen 1 O 314/219 und ist noch nicht rechtskräftig. Im Urteil heißt es, dass Medion es zu unterlassen habe, die Aldi-Talk-Tarife weiterhin damit zu bewerben, dass für die Prepaid-Tarife kein Mindestumsatz anfalle.

Nach Ansicht des Gerichts handelt es sich um eine irreführende Werbeaussage, da Kunden regelmäßig Guthaben auf die Prepaid-Karte laden müssen, um eine Deaktivierung der Karte zu verhindern. Die Werbeaussage suggeriert, dass keine weiteren Zahlungen geleistet werden müssten, um dauerhaft über das Mobiltelefon erreichbar zu sein.

Fünf Euro Guthaben bringt vier Monate Nutzung der SIM-Karte

Der Vzbv ist aufgrund von Beschwerden von Aldi-Talk-Kunden gerichtlich gegen Medion vorgegangen. Die Verbraucherschützer bemängeln, dass Aldi-Talk-Kunden immer wieder neues Guthaben in Höhe von mindestens fünf Euro aufladen müssen, um eine Deaktivierung der SIM-Karte zu verhindern.

"Das ist nichts anderes als ein für die Nutzung der SIM-Karte erforderlicher Mindestumsatz, den es nach der Werbung angeblich nicht gibt" , beklagt Jana Brockfeld, Rechtsreferentin beim Vzbv. Wenn Kunden lediglich fünf Euro Mindestumsatz auf das Prepaid-Konto einzahlen, verlängert sich die Nutzungsdauer der SIM-Karte um weitere vier Monate, so die Verbraucherschützer. Danach müssen erneut fünf Euro Guthaben eingezahlt werden.

Aldi Talk mit Grenze bei Guthabenaufladung

Auch Anbieter wie Telefónica, Rewe sowie Congstar verlangen immer wieder, dass Guthaben auf das Prepaid-Kartenkonto geladen wird, um eine Sperrung der Prepaid-SIM-Karte zu verhindern, wie Golem.de aus eigenen Erfahrungen belegen kann.

Im Fall von Aldi Talk können Kunden nach Angaben der Verbraucherschützer maximal 200 Euro Guthaben aufladen. Wenn dieses Limit erreicht ist, müssen zunächst mindestens fünf Euro durch Telefonie, SMS-Versand oder mobile Datennutzung verbraucht werden. Erst danach lässt sich wieder Guthaben aufladen, um eine Sperrung der Karte zu verhindern.


Relevante Themen