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Aldebaran Robotics: Roboter Pepper soll bei Beerdigungen in Japan auftreten

Bei buddhistischen Trauerfeiern werden Mantras und Sutren rezitiert, immer und immer wieder: In Japan könnte diese Aufgabe künftig nicht mehr einem Mönch, sondern einem Roboter zufallen.
/ Werner Pluta
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Pepper im festlichen Gewand: Der humanoide Roboter soll Sutren und Mantras von vier buddhistischen Sekten rezitieren. (Bild: Nissei Eco)
Pepper im festlichen Gewand: Der humanoide Roboter soll Sutren und Mantras von vier buddhistischen Sekten rezitieren. Bild: Nissei Eco

Bisher ist Pepper eher als fröhlicher Geselle bekannt. Der humanoide Roboter begrüßt Besucher im Ausstellungsraum des Roboterherstellers Aldebaran in Paris oder auf Kreuzfahrtschiffen. Das japanische Unternehmen Nissei Eco will den Roboter künftig bei weniger fröhlichen Anlässen einsetzen: bei Beerdigungen.

Pepper soll bei der Zeremonie buddhistische Sutren rezitieren und Mantras singen. Dabei trägt er stilecht das Gewand eines Mönchs. Nissei hat den Roboter so programmiert, dass er die wichtigsten Sutren von vier großen buddhistischen Sekten Japans beherrscht.

Pepper kann die Zeremonie streamen

Der humanoide Roboter Pepper(öffnet im neuen Fenster) des französischen Herstellers Aldebaran Robotics ist 1,2 Meter groß und fährt auf drei Rädern. Er ist dafür konzipiert, mit Menschen zu kommunizieren und zu interagieren. Vor der Brust trägt er ein Display, auf dem er normalerweise Informationen für seine menschlichen Gesprächspartner anzeigt. Darauf können aber auch die Verse, die er gerade vorträgt, angezeigt werden. Da der Roboter über WLAN verfügt, kann er die Zeremonie auch als Stream über das Internet übertragen, so dass Angehörige, die nicht vor Ort sein können, dennoch daran teilnehmen können.

Humanoider Roboter Pepper – Softbank
Humanoider Roboter Pepper – Softbank (00:30)

Ziel ist, Geld zu sparen: Die Dienste des Roboters sollen 50.000 Yen, umgerechnet etwa 390 Euro, kosten. Das sei deutlich weniger als das, was ein buddhistischer Priester normalerweise bekomme, berichtet die Tageszeitung Japan Times(öffnet im neuen Fenster) . Japanische Begräbniszeremonien sind sehr teuer. Traditionell haben Gemeindemitglieder der trauernden Familie mit Spenden ausgeholfen. Doch das ist zunehmend weniger der Fall, weshalb Unternehmen nach technischen Lösungen suchen.

Ein Roboter segnet

Die japanischen Buddhisten sind nicht die ersten, die Roboter für religiöse Zwecke einsetzen: Während der Weltausstellung der Reformation in Wittenberg spendete der Roboter Bless U Segen .

Besuch im Aldebaran Atelier Paris
Besuch im Aldebaran Atelier Paris (03:29)

Nissei Eco ist eigentlich eine Kunststoff-Spritzgießerei. Seit dem Jahr 2000 ist das Unternehmen auch in der Bestattungsbranche tätig. Den betenden Roboter stellt das Unternehmen derzeit auf der Fachmesse "Ending Industry Exhibition 2017" in Tokio vor.


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