Albert Hughes: "Warner wollte Akira nicht machen"
Development Hell bezeichnet den Zustand eines Projekts, das über Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte in Entwicklung ist, aus diesem Stadium aber nicht herauskommt. Das Remake des Anime-Klassikers Akira(öffnet im neuen Fenster) ist ein Paradebeispiel dafür.
Warner Bros. hält die Rechte für einen Realfilm seit zwei Dekaden, aber in all der Zeit wurden nur Regisseure verschlissen: Justin Lin, Daniel Espinosa, Stephen Norrington, David Sandberg, Ruairi Robinson, Jaume Collet-Serra, Jordan Peele, zurzeit Taika Waititi – und Albert Hughes, der sich nun geäußert hat, warum sein Akira nie kam.
Die Problematik mag sein, dass Akira eine zutiefst japanische Geschichte ist und in dem Land spielen muss. Verlegt man die Handlung, raubt man der Geschichte einiges an Subtext.
Besetzungspolitik des Studios als Problem
Zugleich ist Akira als Realfilm teuer und bräuchte Stars – so das Denken der Studios. Die Realverfilmung von Ghost in the Shell zeigte 2017 jedoch, dass das Whitewashing der Figuren nicht besonders gut ankommt.
Im Podcast Happy Sad Confused erzählte Albert Hughes nun von seinen Erfahrungen aus dem Jahr 2011: "Zu der Zeit hatte Warner bereits neun Millionen Dollar für die Entwicklung ausgegeben. In meiner Zeit kamen drei Millionen mehr dazu. Ich hatte einen Produktionsdesigner, ein Büro, die Prävisualisierung wurde gemacht und es ging um die Besetzung. Sie schreckten davor zurück und das merkte ich."
Er sei zu dem Projekt gekommen, weil Warner ihm nach Book of Eli praktisch eine Carte Blanche gegeben und gefragt habe, was er machen wolle. "Da sagte ich: Akira. Ein Jahr entwickelte ich den Film, aber ich merkte schnell, dass es beim Studio sehr viel Zögern und Hadern gab. Sie hatten Skrupel wegen des Whitewashing, wollten aber auch keine asiatischen Schauspieler. Ich wollte den Film so machen, wie es das Original vorgibt, da ich denke, dass Akira als IP größer ist als jeder Schauspieler."
Und dann zog Albert Hughes weiter zu einem anderen Projekt und Akira blieb in der Development Hell. Ob es je einen Realfilm geben wird? Wir werden es abwarten müssen.



