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Alan Turing: Späte Rehabilitierung für den Computerpionier

Die britische Regierung hat sich bereiterklärt, Alan Turing zu rehabilitieren. Sie hat erklärt, einen entsprechenden Antrag eines Oberhausmitgliedes zu unterstützen.

Artikel veröffentlicht am ,
Statue von Alan Turing (an der University of Surrey): dritte Lesung im Oktober
Statue von Alan Turing (an der University of Surrey): dritte Lesung im Oktober (Bild: Fernrohr/Wikipedia)

Die britische Regierung will den Computerpionier Alan Turing posthum rehabilitieren. Turing hatte sich 1954, im Alter von 41 Jahren, das Leben genommen, nachdem er zwei Jahre zuvor wegen seiner Homosexualität verurteilt worden war.

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Der konservative Oberhausabgeordnete Tariq Mahmood Ahmad, Baron Ahmad of Wimbledon, erklärte, die Regierung werde einem entsprechenden Antrag zustimmen. Den Antrag habe das Oberhausmitglied John Sharkey, Baron Sharkey, eingebracht, berichtet die Tageszeitung The Guardian. Der Liberaldemokrat Sharkey hatte in den 1960er Jahren in Manchester Mathematik bei Robin Gandy studiert, Turings einzigem Doktoranden.

Das Parlament entscheidet

Es sei das Parlament gewesen, das die Handlungen, für die Turing verurteilt wurde, legalisiert habe. Deshalb solle es dem Parlament nach Ansicht der Regierung auch freistehen, über diesen Antrag nach eigenem Ermessen zu entscheiden, erklärte Ahmad. Die Regierung kenne die Aufrufe, Turing zu begnadigen, und unterstütze dieses Ziel angesichts seiner Verdienste. Eine dritte Lesung des Antrags hat die Regierung für Ende Oktober anberaumt. Falls keine Änderungen beantragt werden, könne der Antrag dem Unterhaus schnell vorgelegt werden, sagte Ahmad.

Turing hatte während des Zweiten Weltkrieges als Mathematiker in der britischen Militärdienststelle in Bletchley Park gearbeitet. Aufgabe der Kryptoanalytiker war es, die deutsche Funkkommunikation, vor allem die der U-Boote, die mit der Rotorschlüsselmaschine Enigma verschlüsselt wurde, zu knacken. Dazu konstruierte Turing eine spezielle Rechenmaschine, die sogenannte Turing-Bombe. Die Arbeit von Turing und seinen Kollegen gilt als wichtiger Beitrag zum Sieg der Alliierten über Nazideutschland.

Vergifteter Apfel

1952 wurde Turing wegen seiner Homosexualität angeklagt, die in Großbritannien seinerzeit noch unter Strafe stand. Er entging einer Gefängnisstrafe nur deshalb, weil er einer Behandlung mit weiblichen Hormonen, einer sogenannten chemischen Kastration, zustimmte. In der Folge erkrankte Turing an einer Depression. 1954 starb er nach dem Verzehr eines mit Zyanid vergifteten Apfels. Mutmaßlich hatte er den Apfel selbst präpariert. Zweifel an dieser Darstellung bleiben aber bis heute bestehen.

2009 hatte sich der damalige Premierminister Gordon Brown im Namen seiner Regierung für die beschämende Behandlung Turings entschuldigt. Eine offizielle Rehabilitierung Turings steht bis heute aus. Noch im vergangenen Jahr hatte sich die gegenwärtige Regierung unter Browns Nachfolger David Cameron geweigert, 49.000 Schwule, die nach dem Criminal Law Amendment Act aus dem Jahr 1885 verurteilt wurden, posthum zu begnadigen. Darunter war auch der bekannte Schriftsteller Oscar Wilde.



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cry88 24. Jul 2013

Aber nur den U-Boot-Krieg. Der Sieg wäre spätestens zur Fertigstellung der A-Bombe...

theonlyone 24. Jul 2013

Als Deutsche sagen wir ja auch nicht die Verbrechen des letzten jahrhundert sind legitim...

bstea 24. Jul 2013

Ich habs bis Psychologe gelesen und dann aufgehört. Ne, den Durchschnitt statt Median...

kendon 24. Jul 2013

quasi promi-bonus vor gericht? was war nochmal mit "vor dem gesetz ist jeder mensch...

narea 23. Jul 2013

Schonmal gesehen was die briten in letzter zeit für eine scheiße verzapfen? Nicht...


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