Akustische Barcodes: Das Smartphone hört Zahlen

Das Mikrofon im Smartphone oder in einem anderen Rechner nimmt den Ton auf, der beim Überstreichen der Gravuren von Chris Harrison(öffnet im neuen Fenster) entsteht. Der US-Wissenschaftler von der Carnegie-Mellon-Universität hat ein System entwickelt, bei dem beliebige feste Oberflächen mit komplexen Mustern überzogen werden, die Klänge erzeugen, wenn man über sie streicht. Dazu reicht ein Fingernagel, eine Münze, ein Stift oder das Smartphone des Benutzers aus.

Die Tonaufnahme wird von der Software des Forschers analysiert. Sie gewinnt daraus zum Beispiel eine einfache Ziffernfolge. Das Prinzip entspricht dem von optischen Barcodes, nur dass hier Töne anstelle von Balken als Informationsträger verwendet werden.
Die möglichen Anwendungszwecke sind vielfältig: In einem kurzen Film zum Thema demonstriert der Wissenschaftler(öffnet im neuen Fenster) , wie Alltagsgegenstände mit der Gravur versehen zum Beispiel Produktinformationen und Hinweise für ihre Benutzung enthalten könnten. Auch als Alternative zu Preisschilddisplays eignet sich die Technik, die zudem noch barriereärmer ist als optische Hinweise, die Menschen mit Sehschwierigkeiten oft nicht nutzen können. Im Gegensatz zu einem gedruckten QR-Code lässt sich die Position der Gravur zunächst ertasten.




Kurze Befehle könnten mit den akustischen Barcodes ebenfalls aufgerufen werden, ohne dass der Anwender Tasten drücken oder einen Touchscreen bemühen muss. Die Gravur könnte zum Beispiel auf dem Telefonhörer angebracht werden, um eine Telefon-Rufumleitung aufs Handy einzuleiten.
Im Gegensatz zu QR-Codes, die die damit bedruckten Gegenstände ästhetisch beeinträchtigen könnten, wären Gravuren relativ unaufdringlich. Und sie haben auch noch einen weiteren Vorteil: Sie sind je nach Material auch deutlich haltbarer und widerstandsfähiger als Druckfarben und Aufkleber. Allerdings könnte eine laute Umgebung das Auslesen per Mikrofon erschweren.



