Aktion "Wir jagen Funklöcher": Telekom will 50 Funklöcher gratis schließen

Die Deutsche Telekom will den Ausbau des Mobilfunknetzes mit der Aktion "Wir jagen Funklöcher" beschleunigen. Das gab das Unternehmen am 20. August 2019 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Damit sollen 50 Funklöcher geschlossen werden.
"Kommunen können durch die Aktion aktiver Partner in unserem Mobilfunkausbau werden" , sagte Walter Goldenits, Geschäftsführer Technik der Telekom Deutschland. Bei Entscheidungen der Telekom, wo ein neuer Standort entstehen solle, stünden marktwirtschaftliche und funktechnische Erwägungen im Vordergrund. "Deshalb gibt es Kommunen, die bei dieser Betrachtung immer wieder durchs Raster fallen. Genau an diese Kommunen wende sich 'Wir jagen Funklöcher'."
Telekom-Sprecher Markus Jodl erklärte Golem.de auf Anfrage: "Die Kosten für die 50 Standorte trägt allein die Telekom. Wir zahlen auch Miete für die Standorte. Es muss uns also nichts geschenkt werden. Was wir wollen, ist die Bereitschaft, einen Standort zu stellen (Gemeinderatsbeschluss), und Hilfe bei der Durchführung (Genehmigungsverfahren). Wir wollen nämlich auch schneller sein als sonst üblich." Im Schnitt dauere es zwei Jahre, einen Standort in Deutschland zu bauen. Die 50 Standorte sollen jedoch alle bis Ende 2020 funken.
An der Aktion könne jede Kommune teilnehmen, die auf ihrem Gebiet ein LTE-Funkloch habe. Nötig sei unter anderem ein Beschluss des Gemeinderats und ein Standort für eine Antenne auf einem Dach oder eine freie Fläche für einen Mast. Im Gegenzug will die Telekom dort einen LTE-Standort errichten und betreiben. Die Telekom baut nach eigenen Angaben im Jahr rund 2.000 Antennen-Standorte neu auf. Die Aktion "Wir jagen Funklöcher" soll dieses jährliche Programm ergänzen. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 30. November 2019.
Laut Angaben einer Studie im Auftrag der Grünen erreichte die Telekom im Mai 2018 einen Versorgungsgrad von 93 Prozent der Fläche Deutschlands, die Telefónica kam nur auf 66 Prozent, Vodafone auf 87 Prozent. Nach dem Start der Funkloch-App der Bundesnetzagentur im Oktober 2018 seien in einem Dreimonatszeitraum vom 30. Oktober bis zum 31. Januar 64,4 Millionen Messpunkte erfasst worden. Dabei habe es in 599.558 Fällen "kein Netz" gegeben.