Aktienoptionen: Amazon holt sich die Hälfte der Lohnerhöhung zurück

Das hat Amazon wohl glatt vergessen zu erwähnen: Der Konzern erhöht in den USA und Großbritannien nicht nur deutlich den Mindestlohn - sondern streicht zugleich andere Bezüge.

Artikel veröffentlicht am ,
Amazo- Beschäftigte in den USA
Amazo- Beschäftigte in den USA (Bild: Amazon)

Amazon schafft im Zuge der Anhebung des Mindestlohns in den USA und Großbritannien die Aktienoptionen und monatliche Prämienzahlungen ab. Wie der britische Guardian unter Berufung auf die Gewerkschaft GMB (General Municipal Boilermakers and Allied Trade Union) berichtet, büßen Beschäftigte damit einen großen Teil der Lohnerhöhung wieder ein.

Stellenmarkt
  1. SAP CS Berater (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Hamburg
  2. Data Scientist / Data Analyst (d/m/w)
    INTENSE AG, Würzburg, Köln, Saarbrücken und Leipzig
Detailsuche

Durch den Wegfall des Aktienoptionsprogramms verlieren die Beschäftigten laut GMB jährlich 1.500 Britische Pfund (1.692 Euro). Der Mindestlohn wurde von Amazon in Großbritannien um 1,50 Pfund auf 9,50 Pfund pro Stunde erhöht, innerhalb Londons steigt der Lohn um 2,20 Pfund auf 10,50 Pfund. Bisher erhalten die Lagerarbeiter jährlich eine Amazon-Aktie im Wert von 1.961 US-Dollar (1.509 Pfund). Alle fünf Jahre gibt es eine Aktie zusätzlich. Für die britischen Lagerarbeiter außerhalb Londons macht die Streichung des Aktienprogramms etwa die Hälfte der Lohnerhöhung aus.

Amazon USA: Das ändert sich bei der Bezahlung

Amazon hatte in dieser Woche erklärt, den Mindestlohn in den USA auf 15 US-Dollar pro Stunde zu erhöhen. Der neue Mindestlohn solle am 1. November in Kraft treten. Er betreffe mehr als 250.000 Beschäftigte und 100.000 Saisonarbeiter. Der Mindestlohn liegt in den USA derzeit bei 7,25 US-Dollar pro Stunde. Auch dort fallen damit laut Informationen von CNBC das Aktienoptionenprogramm und das Prämiensystem weg. "Wir können bestätigen, dass alle Festangestellten und Saisonarbeiter aufgrund dieser Ankündigung eine Erhöhung ihrer Gesamtvergütung haben werden. Außerdem ist die Vergütung, da sie nicht mehr auf einem Anreiz basiert, unmittelbarer und vorhersehbarer."

Beschäftigte von Amazon Deutschland kämpfen seit Mai 2013 für eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag sowie für bessere Arbeitsbedingungen. Urlaubsgeld fehlt laut Verdi bei Amazon komplett, das Weihnachtsgeld ist deutlich niedriger als das tarifliche. Amazon verweigert bis heute jegliche Gespräche mit Verdi. Amazon Deutschland erklärte Golem.de auf Anfrage: "Jedes Land ist anders. Wir haben aktuell diese Ankündigung in Großbritannien und in den USA gemacht. Und in allen anderen Ländern werden wir die Situation weiter prüfen." Amazon erklärt: Der Einstiegslohn liege in Deutschland bei umgerechnet 11,27 Euro brutto pro Stunde. Für Mitarbeiter mit zwei Jahren Betriebszugehörigkeit betrage er 13,63 Euro brutto pro Stunde. Hinzu kämen noch eine variable Bonuszahlung, Aktien, eine Jahressonderzahlung, eine kostenlose Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung sowie die Möglichkeit, an einer betrieblichen Altersvorsorge teilzunehmen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


plutoniumsulfat 05. Okt 2018

Abgesehen davon, dass die Auszahlungsbeträge ein Witz sind.

crazypsycho 05. Okt 2018

Hätte ich keine Schmerzen mit, wäre ja am Ende trotzdem mehr Lohn als zuvor.

crazypsycho 05. Okt 2018

Nur versteht Verdi nicht, das Amazon Logistik ein abgespaltetes Unternehmen ist, was...

Johnny Cache 05. Okt 2018

Stimmt, es wäre sicher vernünftiger Amazon zu boykottieren damit deren arme Mitarbeiter...

Huegelstaedt 05. Okt 2018

Das ist alles sehr doppeldeutig formuliert im Artikel, der Bundesmindestlohn betrug in...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Datenleck
Daten von 106 Millionen Thailand-Reisenden geleakt

In einer ungeschützten Datenbank fanden sich die Daten der Thailand-Reisenden aus den letzten zehn Jahren - inklusive Reisepassnummern.

Datenleck: Daten von 106 Millionen Thailand-Reisenden geleakt
Artikel
  1. Unter 100 MBit/s: Bundesland fürchtet Graue-Flecken-Förderung zu verpassen
    Unter 100 MBit/s
    Bundesland fürchtet Graue-Flecken-Förderung zu verpassen

    Sachsen will mehr FTTH, gerade für ländliche Regionen. Doch der Wirtschaftsminister befürchtet, dass andere Bundesländer schneller sind.

  2. Laserbeamer: Xiaomis Kurzdistanzprojektor kostet unter 1.500 Euro
    Laserbeamer
    Xiaomis Kurzdistanzprojektor kostet unter 1.500 Euro

    Der Fengmi R1 kann aus der Nähe Bilder von 50 bis 200 Zoll aufspannen und kostet relativ wenig. Dafür macht er bei der Auflösung Abstriche.

  3. Betriebssystem: Einige Windows-11-Apps funktionieren nicht ohne Internet
    Betriebssystem
    Einige Windows-11-Apps funktionieren nicht ohne Internet

    Um Platz zu sparen, müssen sich einige vorinstallierte Windows-11-Apps mit dem Internet verbinden. Auch ein Microsoft-Konto ist dafür nötig.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Asus 23,8" FHD 144Hz 166,90€ • PS5 bei Amazon zu gewinnen • Gaming-PC mit Ryzen 5 & RTX 3060 999€ • Corsair MP600 Pro 1TB mit Heatspreader PS5-kompatibel 162,90€ • Alternate (u. a. Asus WLAN-Adapter PCIe 24,90€) • MM-Prospekt (u. a. Asus TUF 17" i5 RTX 3050 1.099€) [Werbung]
    •  /