Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Aktienkurs: Oracle wegen KI-Offensive unter Druck

Oracle setzt auf Wachstum im Cloud-Geschäft, finanziert durch aggressive Kreditaufnahme. Analysten warnen vor Klumpenrisiken und negativem Cashflow.
/ Andreas Donath
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Oracle macht viele Schulden. (Bild: Brandon Bell/Getty Images)
Oracle macht viele Schulden. Bild: Brandon Bell/Getty Images

Oracles Aktienkurs ist innerhalb eines Monats um 25 Prozent eingebrochen. Anleger zweifeln an der Strategie des Softwarekonzerns, seine KI-Infrastruktur über massive Kreditaufnahmen zu finanzieren. Damit verlor Oracles Börsenkurs nahezu doppelt so viel wie Metas, wie Ars Technica berichtete(öffnet im neuen Fenster) .

Die schuldenfinanzierte Expansion in das KI-Computing-Geschäft beunruhigt die Wall Street. Oracle verpflichtete sich, Hunderte Milliarden US-Dollar in Chips und Rechenzentren zu investieren – primär zur Erfüllung von Verträgen mit OpenAI, dem Unternehmen hinter ChatGPT.

Der Kurssturz vernichtete mehr als 250 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung, die die Oracle-Aktie im September mit der Ankündigung der OpenAI-Vereinbarungen hinzugewonnen hatte.

Oracle rechnet damit, dass die OpenAI-Verträge zwischen 2027 und 2032 Umsätze von 300 Milliarden US-Dollar generieren werden. Allerdings ist Oracle der einzige Hyperscaler unter den großen Fünfen mit negativem freien Cashflow. Das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital kletterte auf 500 Prozent – verglichen mit 50 Prozent bei Amazon und 30 Prozent bei Microsoft.

Der freie Cashflow ist die Kennzahl, die zeigt, wie viel Geld einem Unternehmen nach Abzug aller betrieblichen Ausgaben und notwendigen Investitionen übrig bleibt. Wenn dieser Wert negativ ist, gibt das Unternehmen mehr aus, als es einnimmt.

Im September vollzog Oracle einen Führungswechsel: Safra Catz trat als alleinige CEO zurück. Sie hatte zuvor den Ausbau des Cloud-Geschäfts aufgrund des hohen Kapitalbedarfs gebremst. Catz fungiert nun als Executive Vice-Chair und veräußerte in diesem Jahr Oracle-Aktien im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar durch Ausübung von Aktienoptionen.


Relevante Themen