Akkuzug: Bahn treibt Elektrifizierung mit Oberleitungsinseln voran

Züge der DB könnten künftig nur an Bahnhöfen oder über kurze Strecken per Oberleitung geladen werden und den Rest der Strecke per Akku fahren.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Die Deutsche Bahn plant Oberleitungsinseln.
Die Deutsche Bahn plant Oberleitungsinseln. (Bild: Michele Tantussi/Getty Images)

Die Deutsche Bahn treibt im Norden Deutschlands die Elektrifizierung von Nahverkehrsstrecken mit Oberleitungsinseln voran. Statt durchgehend Oberleitungen für elektrische Lokomotiven zu bauen, werden dabei jeweils nur kurze Abschnitte oder Bahnhöfe elektrifiziert, an denen akkubetriebene Züge aufgeladen werden. "Diese Form der nur teilweisen Strecken-Elektrifizierung wird voraussichtlich im Dezember 2023 zum ersten Mal in Schleswig-Holstein in Betrieb gehen", teilte die Deutsche Bahn am Montag mit. "Künftig können so in Schleswig-Holstein über zehn Millionen Kilometer Zugverkehr elektrisch gefahren werden. Die bislang eingesetzten Dieselzüge werden ausgemustert."

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Bauarbeiten für das Projekt sollen im Herbst 2022 in Schleswig-Holstein beginnen, im ersten Schritt in den Bahnhöfen Kiel, Bad Oldesloe und Büchen. Im zweiten Schritt werden bestehende Oberleitungen auf der Strecke Flensburg-Kiel sowie zwischen Kiel und Kiel-Hassee 2023 erweitert. Auch an der Westküste in Heide, Husum und Tönning soll diese Technik zum Einsatz kommen, sodass dort ab 2023 Akku-Züge rollen können.

Schleswig-Holstein ist laut Bahn in dieser Hinsicht Vorreiter. Ähnliche Planungen gibt es für das südliche Rheinland-Pfalz und die Region Rhein-Ruhr. "Oberleitungsinseln erschließen neue Möglichkeiten für mehr klimaschonenden elektrifizierten Bahnverkehr in ganz Deutschland", sagte Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla.

Oberleitungsinseln als Zwischenlösung

Die großen Eisenbahn-Hersteller unterstützten bereits zahlreiche Konzepte zur Nutzung von Akkus in Zügen. Bisher wird dieser Einsatz aber meist für längere Strecken als kompletter Ersatz zu den bisherigen Dieselzügen geplant. Als Zwischenlösung zu einer Fahrt ausschließlich über Akkus oder einem Vollausbau einer Oberleitung könnten künftig also auch die nun vorgestellten Oberleitungsinseln dienen. Seit vergangenem Herbst experimentieren die Stadtwerke Tübingen sogar mit Schnellladestationen. Diese könnten auch in dem Konzept der Oberleitungsinseln verwendet werden.

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Nach früheren Angaben des Bundesverkehrsministeriums sind bundesweit etwa 20.000 von 33.000 Kilometern im Streckennetz der DB Netz durch Oberleitungen oder Stromschienen elektrifiziert (Stand 2019). Demnach werden rund 74 Prozent aller Streckenkilometer elektrisch gefahren, im Nahverkehr allerdings nur knapp 64 Prozent.

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katze_sonne 15. Mär 2022

Nein, wieso sollte ich? Hier in Norddeutschland haben wir maximal Deiche, aber keine...

M.P. 15. Mär 2022

https://rp-online.de/panorama/deutschland/deutsche-bahn-kostenlose-mitnahme-von-kindern...

PrinzessinArabella 15. Mär 2022

Geht ja nicht nur um die Installation, sondern um die Wartungc, die sicher auch alle...

dummzeuch 15. Mär 2022

Seit wann spricht man in Deutschland von der "Westküste"? Mir war da bisher immer nur...



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