Hoher Lithiumverbrauch und der Rückstand zu China

Dort ist die Akkutechnik generell weiter fortgeschritten als in westlichen Ländern. Firmen wie Solid State Lion verkaufen bereits Festkörperakkus mit einer Energiedichte von 280 Wh/kg und Betriebstemperaturen im Bereich von 0 bis 45 Grad Celsius. Der Autohersteller Nio hat für Ende 2022 schon Autos mit Festkörperakkus angekündigt, die 360 Wh/kg haben sollen. Das lässt erwarten, dass auch amerikanische Firmen praxistaugliche Temperaturen erreichen können.

Stellenmarkt
  1. Junior Network Engineer - Firewall (m/w/d)
    STRABAG BRVZ GMBH & CO.KG, Köln, Stuttgart
  2. Mitarbeiter (m/w/d) First Level Support/IT-Service Desk
    WDR mediagroup digital GmbH, Köln
Detailsuche

Die Kostenschätzung für die Akkus von Solid Power ist aber intransparent und der Vergleich auf Seite 31 der Präsentation ist irreführend. Die Kosten von herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus im Jahr 2021 werden dort von der Firma mit 142 US-Dollar pro kWh angegeben. Das ist falsch. Im Durchschnitt lagen die Preise auf dem Weltmarkt 2020 nur noch bei 101 US-Dollar. Schon die eigenen Produktionskosten werden von Solid Power hingegen auf 85 US-Dollar geschätzt, was bis zum Start der Massenproduktion im Jahr 2026 deutlich über dem Marktpreis liegen wird.

Was die Firma gar nicht erwähnt, ist der rund 50 Prozent höhere Lithium-Verbrauch der Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Akkus. In dem festen Elektrolyt ist ein deutlich größerer Lithium-Anteil nötig, um Lithium-Ionen leiten zu können, als in flüssigen Elektrolyten. Dazu kommt das Lithium der Metallfolien, zumindest in der Architektur mit reiner Lithium-Anode.

Schwefelkathoden versprechen hohe Energiedichte - und noch höheren Lithiumverbrauch

Die Firma spricht auch von der Entwicklung einer billigeren Konversionskathode mit höherer Energiedichte und dickerer Lithium-Metall-Anode. Alles deutet dabei auf eine Schwefelkathode hin. Mit Schwefel sinkt die Zellspannung aber um fast die Hälfte, womit pro Lithium-Atom nur noch halb so viel Energie im Akku gespeichert wird. Entsprechend ist zu erwarten, dass der Lithiumverbrauch pro Kilowattstunde mit diesen Akkus fast dreimal so hoch wie der herkömmlicher Akkus ist.

Golem Karrierewelt
  1. Adobe Premiere Pro Grundkurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    02./03.08.2022, Virtuell
  2. Cinema 4D Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    04.-06.07.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Beim niedrigen Preis des Kathodenmaterials wird das Lithium von Solid Power ganz ignoriert. Im Prinizip stimmt das auch. Das Lithium ist bei Konversionskathoden nicht Teil der Kathode, sondern der Anode. Deshalb verschwinden die Kosten dafür aus dieser Bilanz der Kathode, tauchen aber anderswo wieder auf.

Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur (de-Fachwissen)

Alles in allem hat Solid Power realistische Vorstellungen von der Entwicklung seiner Akkus, auch wenn einige Lücken in den Angaben durchaus noch Anlass zur Sorge vor Verzögerungen in den Zeitplänen geben. Wegen des höheren Lithiumverbrauchs und der höheren Kosten im Vergleich zu herkömmlichen Akkuzellen ist aber nicht zu erwarten, dass solche Festkörperakkus die herkömmlichen Akkus auf dem Massenmarkt der Elektrofahrzeuge ablösen können.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Festkörperakkus haben weniger Probleme mit Lithium-Metall und Silizium
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


ownerofpp 27. Jun 2021

aus den unterschiedlich genauen Presseveröffentlichungen einen Unterschied beim...

HerrPetersen 16. Jun 2021

Gerade gemerkt, er hat den Mittelwert nur etwas indirekt hingeschrieben...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
US-Streaming
Abonnenten immer unzufriedener mit Netflix

Wenn Netflix-Abonnenten das Abo kündigen, wird vor allem der hohe Preis sowie ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis als Grund dafür genannt.

US-Streaming: Abonnenten immer unzufriedener mit Netflix
Artikel
  1. Elektro-SUV: Drako Dragon soll Teslas Model X Plaid deutlich übertreffen
    Elektro-SUV
    Drako Dragon soll Teslas Model X Plaid deutlich übertreffen

    Das Elektroauto Drako Dragon soll mit seinen vier Motoren eine Leistung von 1.470 kW entwickeln und 320 km/h Spitze fahren.

  2. Discovery+: Neues Streamingabo in Deutschland verfügbar
    Discovery+
    Neues Streamingabo in Deutschland verfügbar

    Während etwa Netflix oder Disney werbefinanzierte Varianten ihrer Abos planen, startet Discovery+ gleich mit einem solchen Dienst.

  3. Machine Learning: Die eigene Stimme als TTS-Modell
    Machine Learning
    Die eigene Stimme als TTS-Modell

    Mit Machine Learning kann man ein lokal lauffähiges und hochwertiges TTS-Modell der eigenen Stimme herstellen. Dauert das lange? Ja. Braucht man das? Nein. Ist das absolut nerdig? Definitv!
    Eine Anleitung von Thorsten Müller

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MSI RTX 3080 Ti Ventus 3X 12G OC 1.049€ • Alternate (u. a. Corsair Vengeance LPX 32 GB DDR4-3600 106,89€) • be quiet! Pure Rock 2 26,99€ • SanDisk microSDXC 400 GB 29€ • The Quarry + PS5-Controller 99,99€ • Samsung Galaxy Watch 3 119€ • Top-PC mit Ryzen 7 & RTX 3070 Ti 1.700€ [Werbung]
    •  /