Europa verliert Marktmacht durch Konzentration auf Spitzenleistungen

Die großen chinesischen Hersteller haben andere Prioritäten als in Europa und den USA. Statt hauptsächlich noch höhere Energiedichte zu noch höheren Preisen verkaufen zu wollen, versuchen sie zunächst Produkte mit ausreichender Leistung zu niedrigeren Kosten herzustellen und die Rohstoffversorgung dafür zu sichern. Das sorgt für mehr Umsatzvolumen und sichert die Marktdominanz. Spitzenleistungen lassen sich später immer noch entwickeln.

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In Europa und Nordamerika sind niedrigere Kosten hingegen Nebensache und fast nur Spitzenleistungen gefragt. Unternehmen hoffen, durch Alleinstellungsmerkmale kurzfristig höhere Preise verlangen zu können, zumal die Produktionskosten wegen der fehlenden Fabriken und der fehlenden praktischen Erfahrung deutlich höher sind. Die fehlenden Investitionen in LFP und Natrium-Ionen-Akkus sind Folge dieser Weltsicht, in der Massenproduktion kaum eine Rolle spielt. Beide Technologien wurden ursprünglich in Europa und Nordamerika gleich von mehreren Firmen unabhängig voneinander entwickelt, sie fanden aber kaum Investoren.

Die Verwendung von Natrium-Ionen-Akkus, trotz ihrer etwas niedrigeren Energiedichte, passt zum pragmatischen chinesischen Ansatz. Die Zellen der ersten Generation reichen mit 160 Wh/kg zwar nur für Akkupacks mit 130 Wh/kg, das ist aber immer noch etwas besser als heutige LFP-Packs im Tesla 3. Was gut genug für Tesla ist, ist gut genug für die Elektromobilität. Wo die Energiedichte für die Reichweite eines Autos doch nicht reicht, hat CATL angekündigt, sie mit Hilfe zusätzlicher Lithium-Ionen-Akkus zu erhöhen. Jede ersetzte Kilowattstunde senkt Kosten und Lithiumverbrauch. In den anstehenden Jahren der Rohstoffknappheit sind das die Schlüsseltechnologien.

Natrium bietet auch große Vorteile

Dabei sind die ersten Natrium-Ionen-Akkus von CATL durch die Verwendung von Natrium und Preußisch Blau als Kathode nicht nur billiger als alle Lithium-Ionen-Akkus, sondern auch schneller geladen, funktionieren auch noch bei minus 20 Grad und sind durch ihre Elektrolyte weniger feuergefährlich. Außerdem können sie für Lagerung, Produktion und Reparaturen von Autos vollständig entladen werden, eine Folge des Verzichts auf Kupferfolien. Das macht einen problemlosen Umgang mit Elektroautos auch ohne Ausrüstung und Ausbildung zum Umgang mit Starkstrom möglich.

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Natrium-Ionen-Akkus haben ein viel größeres Verbesserungspotenzial als heutige Lithium-Ionen-Akkus. Bislang haben mit Natrium weder Kathoden noch Anoden ihre theoretischen Kapazitätsgrenzen erreicht. Außerdem lassen sich Techniken wie Festkörperakkus und Metallanoden mit Natrium genauso wie mit Lithium umsetzen. Die mögliche Energiedichte wird mit Natrium aber immer rund 20 Prozent niedriger als mit vergleichbaren Lithium-Ionen-Akkus sein.

Es ist 2021 absehbar, dass die Rohstoffknappheit über die nächsten Jahre zum alles bestimmenden Thema der Akkuindustrie wird. Natrium-Ionen-Akkus werden ein großer Teil der Diskussion sein, auch wenn es den aktuellen Profiteuren der Rohstoffkrise nicht gefallen wird.

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 Bessere Konstruktionen senken die Anforderungen an AkkusLithium-Förderer haben ähnliche Interessen wie die OPEC 
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Cavaron 03. Jan 2022 / Themenstart

Moin - ja, das mit dem Bier können wir gerne machen. Ich schätze auch, wir müssen dafür...

yooyoo 01. Jan 2022 / Themenstart

China ist aber auch nicht das beste Gegenbeispiel, musst dann eben auch auch mit...

format 01. Jan 2022 / Themenstart

Bitte lasst mich mit dem Lesch in Ruhe, der Typ ist eine einzigartige Dumpfbacke. Seit er...

wernerderchamp1 31. Dez 2021 / Themenstart

Und dann fahren alle Schlachtschiff-SUVs mit 2,5t, jaja genau. Warum zum Fick sollte ich...

dirk_diggler 30. Dez 2021 / Themenstart

Gab hier auf golem doch schon genug Artikel über Recycling von Lithium aus akkuzellen...

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