Akkutechnik: Quantumscape verschiebt Massenproduktion von Akkus auf 2027

Technikprobleme zwingen den Akku-Entwickler zu weiterer Verschiebung von Investitionen. Die Konkurrenz eilt davon.

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Die erhoffte Zukunft von Quantumscape entfernt sich immer weiter Richtung Horizont.
Die erhoffte Zukunft von Quantumscape entfernt sich immer weiter Richtung Horizont. (Bild: Quantumscape)

Frühestens 2027 sollen die ersten kommerziellen Festkörperakkus aus der Pilotfabrik von Quantumscape auf den Markt kommen. Das geht aus dem neuesten Anlegerbrief der Firma hervor. Kritische Bauteile für die Vorpilotfabrik QS-0 sollen erst 2024 geliefert werden. Vor zwei Jahren versprach Quantumscape den Investoren noch, dass 2024 die ersten Autos mit Akkupacks von Quantumscape verkauft würden.

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Seit Anfang 2022 macht Quantumscape keine konkreten Angaben mehr zur Kommerzialisierung und umschreibt stattdessen die Zeitplanung. So sagte die Firma, dass man "noch 2023 die Lieferung einiger der Teile [für den endgültigen Ausbau von QS-0]" erwarte. Quantumscape schrieb also nicht, dass die Lieferung aller Teile 2023 erfolgen werde. Die Fertigstellung sieht das Unternehmen also bestenfalls im Laufe des Jahres 2024.

Der Grund sind Probleme in der Herstellung der keramischen Separatoren, die mit dem ursprünglichen Prozess zu viele Fehlerstellen aufwiesen, um Akkus zuverlässig herzustellen. Quantumscape scheint das Problem gelöst zu haben, muss dafür aber völlig neue Maschinen bestellen - mit einer Lieferzeit von 2 Jahren. Diese Maschinen müssen in der Vorpilotanlage getestet werden, bevor sie für die Pilotfabrik bestellt werden können, was dann nochmals 2 Jahre dauert. Hinzu kommen jeweils mehrere Monate Zeit für Einbau und Test der Anlagen.

Auslieferung von Vorserienprototypen erst Ende 2025

  • Die neuen Anlagen von Quantumscape stellen Separatoren mit deutlich weniger Fehlern her (rechts).
Die neuen Anlagen von Quantumscape stellen Separatoren mit deutlich weniger Fehlern her (rechts).

Bei der Zellentwicklung konzentriere sich Quantumscape auf das Ziel, noch 2022 einen Sample-A-Prototyp an eine der sechs interessierten Kundenfirmen auszuliefern, vermutlich an VW. Die Einschränkung macht deutlich, dass das erst Ende des Jahres passieren wird. Sample B soll 18 Monate später geliefert werden und bis zum Sample C, der ersten Vorserie, wird "ein ähnlich langer Zeitraum erwartet", also bestenfalls Ende 2025.

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Der eigentliche Serienprototyp ist allerdings erst Sample D. Das alles deckt sich auch mit den Aussagen zu den Lieferzeiten der Bauteile. Produktionsbeginn ist also 2027, wenn der letzte Schritt auch wieder 18 Monate benötigt. Quantumscape betont dabei, dass alle Zeitangaben mit Unsicherheiten und Risiken behaftet sind, sich also noch weiter verzögern können.

Die Konkurrenz liefert schon dieses Jahr

Im Juni verließ die Produktionschefin von Quantumscape unerwartet die Firma und wechselte inzwischen zu Lyten, einer Firma, die Lithium-Schwefel-Akkus entwickelt. 22 Monate nach der Investorenpräsentation anlässlich des Börsengangs von Quantumscape liegt der damals für 2024 angekündigte Produktionsbeginn nun statt zwei sogar drei Jahre hinter den ursprünglichen Plänen.

Derweil haben mehrere Konkurrenzfirmen Akkuzellen demonstriert, die jetzt schon die Ziele von Quantumscape erreichen. Nio will sogar schon dieses Jahr erste Autos mit Festkörperakkus ausliefern. Bei Produktionsstart 2027 werden Quantumscape-Akkus absehbar keine Vorteile in der Energiedichte mehr haben. Stattdessen wird es eine Reihe von Konkurrenzprodukten geben, deren Produktionsanlagen größer, weiter entwickelt und vermutlich zu niedrigeren Kosten operieren werden als die dann gerade erst neu entwickelten Spezialanlagen von Quantumscape.

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