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Akkutechnik: Panasonic bereit zur Massenproduktion von 4680-Zellen

Zu Teslas 2170-Zellen kommen nun auch die 4680-Zellen, mit herkömmlicher Technik und höherer Energiedichte. Die Fabrik könnte alle Cybertrucks versorgen.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Nicht nur Tesla produziert 4680-Zellen. (Bild: Panasonic)
Nicht nur Tesla produziert 4680-Zellen. Bild: Panasonic

Panasonic, Hersteller der 2170-Zellen für Teslas Akkupacks, hat in Wakayama eine Fabrik für 4680-Zellen eröffnet(öffnet im neuen Fenster) , die bis März 2025 mit der Massenproduktion beginnen soll. Die Fabrik soll eine Kapazität von 10 GWh pro Jahr(öffnet im neuen Fenster) haben und als Modellfabrik für den Produktionsprozess dienen. Je nach Bedarf können andere Fabriken den Prozess übernehmen. Der Produktionsstart wurde nach Unternehmensangaben um ein halbes Jahr verzögert, um neue Produktionstechniken für höhere Energiedichten in die Produktion der 4680-Zellen zu übernehmen.

Zur Energiedichte der 4680 gibt es keine exakten Angaben, Panasonic gibt in der Unternehmensstrategie(öffnet im neuen Fenster) die Energiedichte der aktuellen Generation aller Akkuzellen mit 800 Wh/l an. Das wären elf Prozent mehr als die aktuell im Cybertruck verwendeten 4680-Zellen(öffnet im neuen Fenster) und 23 Prozent mehr als die erste Generation der Zellen, die in einigen Model Y verbaut wurde. Der Grund für den Unterschied dürfte darin liegen, dass Panasonic eine Weiterentwicklung konventioneller Produktionstechniken statt Teslas Trockenverfahren verwendet.

Durch die Produktion in Japan wird Panasonic einen ernsthaften Nachteil in den Kosten haben, da Tesla bei der Produktion in den USA eine Subvention in Höhe von 45 US-Dollar pro kWh zusteht. Allerdings macht Tesla zu Produktionskosten keine konkreten Angaben. Deren einst für 50 GWh pro Jahr geplante Fabrik in Nevada, was rund 400.000 Cybertrucks entspricht, produziert derzeit weniger als 10 GWh pro Jahr. Eine derart niedrige Auslastung lässt hohe Kosten vermuten.

4680 hat wenig Nachfrage und ein unattraktives Format

Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach dem Cybertruck, dem einzigen Fahrzeug, das derzeit 4680-Zellen nutzt, hinter den Erwartungen zurück. Tesla musste sogar ein Programm für Vermittlerprämien(öffnet im neuen Fenster) auflegen, das bei ausreichender Nachfrage nicht notwendig wäre.

Falls die Angabe von 10 GWh pro Jahr für Panasonics Fabrik in Wakayama korrekt ist, entspricht das rund 80.000 Cybertrucks pro Jahr oder über 70.000 Cybertrucks, falls die höhere Energiedichte voll ausgenutzt wird und die Fahrzeuge mit 136 kWh statt 123 kWh ausgestattet werden. Möglicherweise könnte Panasonic also Teslas gesamte Nachfrage nach 4680-Zellen für Cybertrucks decken, bei gleichzeitig guter Auslastung der Fabrik.

Panasonic macht derzeit keine Angaben zu weiteren Fabriken, in denen 4680-Zellen produziert werden sollen. Das Format ist mit 80 mm Bauhöhe besonders für große Trucks wenig attraktiv. BMW will selbst für Pkw 4695-Zellen nutzen , die 95 mm Bauhöhe haben. Akkupacks können damit beim gleichen Flächenbedarf in der Bodengruppe eine 18 Prozent höhere Kapazität haben, während die Bauhöhe des Fahrzeugs nur um 15 mm oder etwa ein Prozent steigt.

Für größere Fahrzeuge plant BMW 46120-Zellen mit 50 Prozent mehr Kapazität und 120 mm Bauhöhe. Auch die Blade Battery von BYD hat mit 90 mm eine höhere Bauhöhe im Akkupack als die 4680, mit entsprechend höherem Zellvolumen bei gleicher Fläche.


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