Akkutechnik: Lithiumknappheit führt zu Rekordpreisen

Preise steigen in einem Jahr von Rekordtief auf Rekordhoch. Das Angebot hält mit unerwartet hoher Nachfrage nach Lithium-Ionen-Akkus nicht mit.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Lithiumabbau in Bolivien, 2009.
Lithiumabbau in Bolivien, 2009. (Bild: MARTIN BERNETTI/AFP via Getty Images)

Noch vor einem Jahr lagen die Lithiumpreise auf Tiefstmarken, seit letzter Woche stehen sie auf Rekordhoch. Auf den Spotmärkten der chinesischen Börsen erreichten die Preise 182 Yuan pro Kilogramm Lithiumcarbonat. Auch langfristigere Preisindizes sind deutlich gestiegen und erreichten 130 Yuan pro Kilogramm. Bei einem typischen Verbrauch von 700 Gramm Lithiumkarbonat pro Kilowattstunde entspricht das umgerechnet rund 17 Euro/kWh beziehungsweise 12 Euro/kWh.

Inhalt:
  1. Akkutechnik: Lithiumknappheit führt zu Rekordpreisen
  2. Lithiumknappheit wird schlimmer als die Chipknappheit

Bloomberg erwartet wegen der steigenden Rohstoffpreise, dass 2021 die Akkupreise erstmals seit Langem nicht mehr von einem Jahr zum nächsten fallen könnten. Der Wechsel vieler Hersteller von nickel- und kobalthaltigen Kathodenmaterialien wie NMC und NCA hin zu Lithiumeisenphosphat (LFP) könnte die Durchschnittspreise 2021 dennoch knapp sinken lassen. Das Steigen der Preise ist wegen der festen Lieferverträge derzeit noch nicht vollständig in den Akkukosten eingepreist. Das wird erst bei der Aushandlung der nächsten Verträge geschehen.

Wie Golem.de berichtete, lagen die Preise für die kostengünstigsten Lithium-Ionen-Akkus bei 66 Euro pro Kilowattstunde. 2021 werden die Kosten der neuen Blade Battery von BYD auf rund 55 Euro pro Kilowattstunde geschätzt. Damit wird Lithium über 20 Prozent der Gesamtkosten einer Blade Battery ausmachen. Kurzfristig werden die Auswirkungen auf die Akkupreise aber schwächer ausfallen, als es die Preise an der Börse zeigen. Denn dort wird nur mit verfügbarem Material gehandelt, das nicht über feste Verträge geliefert wird. Aber frei verfügbares Material wird knapp.

Jahrelange Knappheit ist zu erwarten

Meng Xiangfeng, der erste Sekretär der Kommunistischen Partei Chinas, sagte in Anbetracht steigender Preise auf einer Rohstoffkonferenz,, dass es bei Lithium und anderen für Akkus wichtigen Materialien keine Knappheit von Ressourcen gäbe. Der Preisanstieg sei "kurzfristig, weil die Nachfrage das Angebot aus dem Bergbau übersteigt."

Stellenmarkt
  1. Mediendesigner online (m/w/d)
    Waschbär GmbH, Freiburg im Breisgau
  2. Change und Release Manager (m/w/d)
    Börse Stuttgart GmbH, Stuttgart
Detailsuche

Allerdings wird von Analysten erwartet, dass dieser Zustand über mehrere Jahre anhält. Denn das Wachstum der Elektromobilität übertrifft alle früheren Erwartungen und die absehbare Lithiumproduktion ist in den nächsten Jahren deutlich niedriger. Analysten wie Benchmark-Minerals sehen eine dauerhafte Lithiumknappheit. Als Hauptgrund dafür wird angeführt, dass die Umsetzung von Bergbauprojekten deutlich länger dauert als der Bau neuer Fabriken. Während Fabriken innerhalb von 2-4 Jahren nach der Finanzierung gebaut werden können, benötigen neue Bergbauprojekte 5-10 Jahre.

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Wegen der Zeitverzögerung können Engpässe wegen unerwarteter Nachfragesteigerung nicht wieder innerhalb weniger Jahre ausgeglichen werden. Der Lithium-Engpass von 2016/7 endete nur deshalb kurzfristig, weil er durch unerwartete Verzögerungen im Angebot entstand. Die Inbetriebnahme bereits geplanter neuer Tagebaue in Australien verzögerte sich. Dies führte anschließend zu einem Überangebot und, bis 2020, zu niedrigen Preisen.

Derzeit reichen hingegen auch alle geplanten Steigerungen der Lithiumproduktion nicht aus, um die steigende Nachfrage der Akkuproduktion für die Elektromobilität zu befriedigen. Alternativen in der Lithiumproduktion werden über Jahre nicht zur Verfügung stehen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Lithiumknappheit wird schlimmer als die Chipknappheit 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Slartie 29. Sep 2021 / Themenstart

Apple hat vor einiger Zeit (gefühlt ein Jahr etwa) eine Funktion eingebaut, die per...

Bibi Blockwart 29. Sep 2021 / Themenstart

Bedeutet das im Umkehrschluss, dass Transport per Pipeline oder in Kraftfahrzeugen im...

Niaxa 28. Sep 2021 / Themenstart

Ich bin immer noch der Meinung, die Welt muss nicht gerettet werden. Unsere Spezies...

Emulex 28. Sep 2021 / Themenstart

Und man darf nicht vergessen: China hat noch nie gelogen! Wirklich nicht! Genau wie die...

FutureEnergy 28. Sep 2021 / Themenstart

Ja, im Thema NaIonen steckt viel Hoffnung. Es wäre grandios, wenn das im großen Stil...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Staatstrojaner
Journalist der New York Times mit Pegasus gehackt

Nach mehreren Versuchen wurde ein Journalist der New York Times mit dem NSO-Trojaner Pegasus infiziert. Schützen konnte er sich nicht.

Staatstrojaner: Journalist der New York Times mit Pegasus gehackt
Artikel
  1. Dance Pedelec Abo: Das E-Bike für 80 Euro (im Monat)
    Dance Pedelec Abo
    Das E-Bike für 80 Euro (im Monat)

    Flexible Laufzeit, voller Service und ein schnörkellos praktisches Pedelec - damit wirbt Dance in Berlin um E-Bike-Abonnenten. Wir haben Dienst und Rad getestet.
    Ein Test von Martin Wolf

  2. Smartphone-Tarife: Tchibo bietet Jahres-Tarif mit 72 GByte
    Smartphone-Tarife
    Tchibo bietet Jahres-Tarif mit 72 GByte

    In diesem Jahr stehen drei unterschiedliche Jahres-Tarife für Tchibo-Kunden zur Wahl.

  3. Satechi: USB-C-Hub integriert eine externe SSD gleich mit
    Satechi
    USB-C-Hub integriert eine externe SSD gleich mit

    Der Hybrid Multiport Adapter kann per USB-C ein Notebook aufladen und weitere Geräte verbinden. Außerdem ist Platz für eine M.2-SSD.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Speicherprodukte von Sandisk & WD zu Bestpreisen (u. a. Sandisk SSD Plus 2TB 140,99€) • Nintendo Switch OLED Weiß 364,60€ • Epos H3 Hybrid Gaming-Headset 144€ • Apple MacBook Pro 2021 jetzt erhältlich ab 2.249€ • EA-Spiele für alle Plattformen günstiger • Samsung 55" QLED 699€ [Werbung]
    •  /