Fast 2000 Akkuzellen ausgeliefert aber noch keine Massenfertigung
Zur Energiedichte bezüglich des Volumens gibt es bei der aktuellen Generation der Akkus von Cuberg keine Angaben. In dem nur noch auf Archive.org verfügbaren Protokoll der letzten Akkugeneration fiel sie mit rund 660 Wh/l bei 360 Wh/kg recht bescheiden aus. Die Zellen waren also genauso groß wie herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus, dafür aber deutlich leichter. Das kann sich in der zweiten Generation etwas verbessert haben.
Die Herstellung von dünnen Lithiummetallschichten auf Kupferfolie ist noch immer kein Standardverfahren. Wegen der mit 0,5 g/cm³ sehr geringen Dichte von Lithium haben Probleme in dem Bereich zwar wenig Einfluss auf das Gewicht, aber ein deutlich größeres Volumen und einen höheren Lithiumverbrauch zur Folge. Ein hohes Volumen könnte aber auch durch einen ungewöhnlich dicken Separator entstehen, um mehr Sicherheit für den Fall zu haben, dass sich dennoch Metallnadeln auf der Metallanode bilden. Das würde auch den hohen Innenwiderstand erklären, der jedoch auch eine Eigenschaft des speziell angepassten Elektrolyts sein kann.
Die Firma soll bis Juli 2022 bereits fast 2.000 Akkuzellen an Kunden ausgeliefert haben, vermutlich hauptsächlich zu Testzwecken. Dabei handelt es sich um kleine Zellen mit 5 Ah Kapazität. Es ist noch lange keine Massenfertigung, aber deutlich mehr als nur die Fertigung einzelner Laborexemplare. Cuberg hat bereits größere Zellen mit 20 Ah hergestellt, aber noch nicht von unabhängigen Stellen testen lassen. Sie sollen eine Energiedichte von 405 Wh/kg erreichen.
Cuberg sucht nach passenden Anwendungen
Das entspricht dem Rahmen der Erwartungen beim Übergang auf ein größeres Zellformat, in dem durch weniger Verschnitt und Verpackung viel Gewicht eingespart werden kann. Die Firma SES konnte mit ihren 100 Ah sogar 417 Wh/kg erreichen, was in etwa auch von der Technik von Cuberg zu erwarten wäre, falls die Firma ein so großes Format entwickeln sollte.
Die Akkus sollen vor allem dort zum Einsatz kommen, wo niedriges Gewicht mehr gefragt ist als ein besonders kompaktes Format und kurze Ladezeit. Cuberg stellt vor allem elektrische Flugzeuge in den Vordergrund. Für Elektroautos müsste wohl vor allem die Lebensdauer nochmals auf etwa 1.000 Ladezyklen erhöht werden. Dagegen spricht wegen der aktuellen Rohstoffknappheit aber zunächst auch der höhere Lithiumverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Akkus mit Graphitanode.
Die wichtigste Hürde für Cuberg wird aber die Massenfertigung der Zellen sein. Die vorhandenen Anlagen sollen zwar in der Lage sein, mehrere Tausend Zellen pro Monat herzustellen, aber das entspricht in Anbetracht der Größe der aktuellen Zellen kaum mehr als einer Megawattstunde pro Jahr. Damit ist das Unternehmen im Rückstand gegenüber Solid Power oder SES, könnte ihn aber aufholen, sofern die Herstellung der Akkus tatsächlich mehr Gebrauch von vorhandener konventioneller Technik in der Akkuherstellung machen kann.
Nicht zuletzt könnte ein Erfolg der Technologie von Cuberg in der Industrie auch mehr Interesse an der Entwicklung der gleichen Technologie mit Anoden aus Natrium wecken, für die in der Forschung bereits ähnlich große Anstrengungen wie mit Lithium unternommen werden.
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| Akkutechnik: Cuberg hat keinen Festkörperakku und trotzdem 380 Wh/kg |
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