Massenproduktion von Natrium-Ionen-Akkus wurde wieder verschoben
Was bei allen vorgestellten Techniken fehlte, waren nicht nur Aussagen zu Lieferpreisen oder Herstellungskosten, sondern auch zum Beginn der Massenproduktion. Einzig zu den Naxtra-Natrium-Ionen-Akkus wurde gesagt, dass sie im vierten Quartal 2026 in Massenproduktion gehen werden, obwohl das längst passiert sein sollte. Dabei wurde insgesamt sehr wenig auf Natrium-Ionen-Akkus eingegangen, die aber auf der letztjährigen Technologie-Präsentation viel Raum einnahmen.
Schon vor der Präsentation, die sich auf Autos konzentrierte, war auf der Website ESS News(öffnet im neuen Fenster) zu erfahren, dass CATL auch Natrium-Ionen-Akkus im Großformat für stationäre Energiespeicher produzieren wird. Sie haben mit rund 160 Wh/kg eine geringere Energiedichte als die 175 Wh/kg der Naxtra-Akkus für Elektroautos, sollen dafür aber 15.000 Ladezyklen aushalten und nur 3 Prozent Energieverlust in der Speicherung aufweisen.
Vor der Ankündigung der Massenproduktion der Natrium-Ionen-Akkus wurde auf Schwierigkeiten in der Herstellung hingewiesen, die wohl die Verzögerung der Massenproduktion erklären sollten. Dabei wurde vor allem auf die notwendige Entgasung der Poren von hartem Kohlenstoff in der Anode verwiesen und Schwierigkeiten, das dickere Kohlenstoffmaterial der Anoden fest mit Aluminiumfolien zu verbinden.
Natrium-Anoden haben noch viel Entwicklungspotential
Mit Lithium werden Aluminiumfolien nur für Kathoden genutzt. Die Anoden werden auf Kupferfolien aufgebracht, weil sich sonst das Lithium mit der Aluminiumfolie in der Anode verbinden würde. Deshalb ist die Herstellungstechnik der Anoden mit Lithium und Natrium nicht identisch. Aber auch darüber hinaus ist auf der Anodenseite das größte Potenzial zur Weiterentwicklung der Natrium-Ionen-Akkus.
Sogenannte selbstformende Anoden sollen die Energiedichte um weitere 50 Prozent erhöhen können. Das Anodenmaterial wird weggelassen und das Natrium als Natrium-Metall direkt auf der Aluminiumfolie gespeichert. CATL entwickelt die dafür nötigen Beschichtungen und Elektrolyte. Das gleiche Prinzip wurde auch schon in den für Flugzeuge gedachten Akkus mit 500 Wh/kg verwendet.
Im Grunde sollte die Herstellung solcher Akkus deutlich billiger sein können, 15.000 Ladezyklen sind damit jedoch nicht zu erwarten. Zum Zeitpunkt einer möglichen Massenproduktion solcher Akkus gab es aber keine Aussage.
Wechselakkutechnik steht verloren neben Schnellladung
Technologien für billige Akkus stehen vor allem vor politischen Problemen. Denn das allgemeine Überangebot in der chinesischen Wirtschaft führt dort zu Deflation, bei niedrigem allgemeinen Profitniveau, auch wenn CATL sehr profitabel ist. Das ist auch eine Folge der Immobilienkrise in China, die viele Anleger und Wohnungskäufer in große Schwierigkeiten bringt und zur Überschuldung der Provinzen beiträgt, die durch Subventionswettbewerb die Industrialisierung vorantrieben, aber auch das Überangebot.
Deshalb will die Zentralregierung eher keine Preiswettbewerbe mehr sehen. CATL verweist bei der Entwicklung von Natrium-Ionen-Akkus nun hauptsächlich auf die Funktion bei niedrigen Temperaturen, vor allem im sibirischen Klima Nordchinas, und die Versorgungssicherheit mit Rohstoffen.
Schließlich wurde auch nochmals auf die Choco-Batterie verwiesen, das Wechselakkupack von CATL. Dessen Präsentation wirkte allerdings recht verloren, vor allem nach der großen Ankündigung der Schnellladung mit 10C bis 15C als Standard für alle Akkupacks am Anfang der Präsentation. Die sollen diese Probleme selbst im Winter lösen und auch bei -30 Grad Celsius noch in weniger als 10 Minuten von 20 bis 98 Prozent Ladestand laden können sollen.