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Akkutausch: US-Regierung befragt Apple zur iPhone-Drosselung

Die bewusst hervorgerufene iPhone-Drosselung wird Apple noch eine Weile beschäftigen. Ein Senator aus dem US-Handelsausschuss hat Apple eine Reihe von Fragen dazu gestellt. Bisher hat das Unternehmen nicht darauf reagiert.

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Apple steht wegen iPhone-Drosselung weiter unter Druck.
Apple steht wegen iPhone-Drosselung weiter unter Druck. (Bild: Jack Taylor/Getty Images)

Apple hat Post bekommen - und zwar von Senator John Thune, der im US-Handelsausschuss sitzt. In dem Brief stellt Thune Apple-Chef Tim Cook eine Reihe von Fragen rund um die künstliche Drosselung des iPhone-Prozessors, falls der im Smartphone befindliche Akku nicht mehr voll leistungsfähig ist. Das berichten übereinstimmend das Wall Street Journal und Reuters, denen nach eigenen Angaben eine Kopie des Briefes vorliegt.

Viele Fragen an Apple

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Unter anderem möchte Thune wissen, wie Apple mit Kundenbeschwerden zu einem langsamen iPhone umgegangen ist. Außerdem erkundigt er sich, ob Kunden, die den Akku im iPhone aufgrund der Drosselung ausgetauscht und den vollen Preis bezahlt hatten, nachträglich ein Rabatt angeboten wurde. Apple hat den Preis für den Akkutausch kürzlich von 90 Euro auf 30 Euro reduziert - sofern der Akkutausch mit der reduzierten Prozessorleistung in Zusammenhang steht. Hier obliegt Apple die Entscheidung darüber, ob der Rabatt gewährt wird oder nicht. Der reduzierte Preis soll aber nur bis zum Dezember 2018 gelten.

Thune geht in dem Brief auf die Kritik ein, dass Apple weiterhin Geld für den Akkutausch verlangt. Einige Kunden hätten kritisiert, dass kein kostenloser Akkutausch von Apple angeboten wurde. Zudem geht er auf die Kritik vieler Kunden ein, die eine mangelnde Transparenz von Apple in der Angelegenheit beklagen. Er möchte außerdem wissen, ob Apple seine Kunden informiert hat, dass das betreffende Softwareupdate den Prozessor verlangsamt. Ferner möchte er wissen, ob Kunden die Möglichkeit erhalten, das Update ablehnen zu können.

Thune hat Apple eine Frist bis zum 23. Januar 2018 gegeben, um auf die Fragen in dem Brief zu antworten. Anfragen zu dem Schriftstück blieben laut Wall Street Journal und Reuters von Apple unbeantwortet. Bisher ist nicht bekannt, dass Apple bereits auf den Brief geantwortet hat.

Frankreich ermittelt gegen Apple

Auch in Frankreich wird sich Apple wohl bald Fragen stellen müssen. Die französische Justiz hat Ermittlungen begonnen, ob Apple mit der iPhone-Drosselung gegen das in Frankreich geltende Gesetz zu geplanter Obsoleszenz verstoßen hat. Diesen Vorwurf erhebt die Verbraucherrechtsorganisation HOP (Halte à l'Obsolescence Programmée) und hat Klage gegen Apple eingereicht. Seit 2015 gilt in Frankreich ein Gesetz gegen geplante Obsoleszenz. Darunter wird verstanden, dass Unternehmen die Betriebsdauer von Produkten gezielt verringern, ohne dies bekanntzumachen.

Hierbei wird es auch um die Frage gehen, wie iPhone-Kunden von Apple beraten wurden, die sich über ein langsam gewordenes iPhone beklagt hatten. Wurde ihnen zum Kauf eines neuen Geräts geraten? Oder wurde auf den kostenpflichtigen Akkutausch für 90 Euro verwiesen? Offen ist dabei auch, ob Apple Kunden dann darauf hingewiesen hat, dass der Prozessor künstlich gedrosselt wird, wenn Apple der Meinung ist, der Akku sei nicht mehr leistungsfähig genug.

Apple hat lange geschwiegen

Ende Dezember 2017 war bekanntgeworden, dass Apple bewusst iPhones mit älteren Akkus verlangsamt. Erst nachdem erste Sammelklagen in den USA eingereicht wurden, hat Apple mit einer Entschuldigung reagiert. Entdeckt hatte dies der Benchmark-Anbieter Geekbench. Eine solche künstliche Drosselung der Prozessorgeschwindigkeit wurde 2016 beim iPhone 6, iPhone 6S und iPhone SE eingeführt. Mittlerweile ist sie auch für das iPhone 7 aktiviert worden.

Beim iPhone 6 und iPhone 6S sollte damit der Fehler beseitigt werden, dass sich die Smartphones unvermittelt bei extremen Temperaturen abschalteten. Die Reduzierung der Prozessorleistung soll erfolgen, wenn der fest eingebaute Akku weniger leistungsfähig geworden ist. Apple hatte die Drosselung über ein Jahr geheim gehalten und das Vorgehen zunächst auch nur gegenüber ausgewählten Medien eingeräumt.

Apple sieht sich in den USA mit einer Reihe von Sammelklagen konfrontiert. Derzeit sind 30 Sammelklagen gegen Apple bekannt, weitere könnten folgen. Eine Sammelklage fordert von Apple eine Rekordsumme von 999 Milliarden US-Dollar. Begründet wird die Summe damit, dass iPhone-Besitzer von Apple bewusst getäuscht worden seien und Kunden daher neue Modelle gekauft hätten, ohne dass dies notwendig gewesen wäre.



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