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Akkus: Quantumscape präsentiert eine halbe Mogelpackung

Ein Durchbruch in der Batterietechnik soll die Elektromobilität revolutionieren. Aber wie so oft bleibt bei näherem Hinsehen auch bei Quantumscape nicht viel von den Versprechungen übrig.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Die Firma glaubt, dass nur mit ihrer Batterie elektrische Mobilität möglich ist.
Die Firma glaubt, dass nur mit ihrer Batterie elektrische Mobilität möglich ist. (Bild: QuantumScape)

Schon wieder eine Superbatterie? Die Firma Quantumscape verspricht, dass nur sie bis zum Jahr 2025 das Problem der Elektromobilität lösen könne - ein Problem, das schon vor Jahren von anderen Unternehmen gelöst wurde. Um Geld von Investoren einzuwerben, hat Quantumscape eine Lithium-Ionen-Batterie aus dem Labor (PDF) präsentiert.

Es gibt viele gute Gründe, sich mit einem Unternehmen wie Quantumscape gar nicht erst zu beschäftigen. Denn Elektromobilität funktioniert längst mit den altbekannten Akkus und die Eigenschaften seines neuen Akkus beschreibt Quantumscape vage und absichtlich lückenhaft. Die Batterie ist 70 x 85 mm groß, den Bruchteil eines Millimeters dick. Beim Test wurde sie mit einem Druck von 3 bar zusammengequetscht, etwa so, als läge sie unter einem vier Meter hohen Block aus solidem Stahl.

Das Unternehmen hat sich einen Namen gegeben, der völlig unmotiviert von Quanten spricht, und wirbt allen Ernstes damit, dass es besonders viele Geschäftsgeheimnisse habe. Es existiert schon seit zehn Jahren, hat über 300 Millionen US-Dollar ausgegeben und bereits über 1,5 Milliarden Dollar Investitionskapital eingeworben. Auch Bill Gates und VW haben in die Firma investiert. Das ist ein Grund, sich im öffentlichen Interesse dennoch mit Quantumscape zu beschäftigen.

Ein Separator soll es richten

Um den gesamten Automarkt auf E-Autos umzustellen, müssten die Hersteller einige von Kunden vorgegebene Kriterien befolgen, sagt Quantumscape. Die Autos müssten über 300 Meilen (480 km) Reichweite haben und dabei unter 30.000 US-Dollar kosten. Ihre Batterien müssten schnell geladen werden, mehr als zwölf Jahre und 240.000 km durchhalten können. In einer Fußnote ist festgehalten, dass die Firma dabei von 100 US-Dollar pro kWh als Preis für die Batterien ausgeht - dieser wird heute bereits erreicht.

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Quantumscape zufolge wünschen sich Kunden von Elektroautos aus Sicherheitsgründen außerdem dringend einen nicht oxidierbaren, festen Separator. Das ist ein sehr spezifischer Wunsch und schon deshalb ungewöhnlich, weil die meisten Kunden noch nie etwas von einem Separator in einer Batterie und dessen chemischen Eigenschaften gehört haben dürften.

Zudem ist ein nicht brennbarer Separator ein schwacher Trost, wenn dafür sowohl die Anode als auch die Kathode - also der Rest des Akkus - brennbar sind. Aus der Präsentation kann geschlossen werden, dass diese Vorstellung nicht einmal abwegig ist.

Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur (de-Fachwissen)

Der Separator ist der Kernbestandteil der neuen Technologie, die Quantumscape verkaufen will. Er besteht aus einer speziellen Keramik, wahrscheinlich verbunden mit einem Polymer, aber das ist Geschäftsgeheimnis. Insgesamt ist die Präsentation der neuen Technologie eine halbe Mogelpackung. Es wird bei jeder Aussage immer nur jene Hälfte der Eigenschaften präsentiert, die der Firma gerade dienlich ist.

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Schwere Akkus von Quantumscape 
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fabische 06. Jan 2021

https://finance.yahoo.com/amphtml/news/wolf-haldenstein-announces-quantumscape...

Shismar 23. Dez 2020

Nein, sind sie nicht. Clickbaiting ist etwas anderes. Irgendwie wird dieser Begriff...

TomTomTomTom 16. Dez 2020

Ja, sollten hier nicht noch einige technologische Durchbrüche um die Ecke kommen kann ich...

Copper 16. Dez 2020

Wobei der Preis als Argument keins ist. Denn zählen tut am Ende nur die TCO. Nur das...

Copper 16. Dez 2020

Ich bin kein Fussballfan, kann also mit Fussballfeldern nix anfangen. Geographie ist...


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