Komplizierte Produktion und Quantumscape-Konkurrenz aus der Forschung

Es muss auch die Frage gestellt werden, ob Quantumscape überhaupt binnen fünf Jahren einen völlig neuen Produktionsprozess erfinden und im Maßstab von vielen Gigawattstunden pro Jahr implementieren kann, wie es für nennenswerte Mengen in der Autoherstellung nötig wäre. Dabei müssen die Keramikfolien täglich kilometerweise fehlerfrei hergestellt und verarbeitet werden. Es sieht derzeit nicht danach aus.

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Quantumscape hat nach zehn Jahren Arbeit, 300 Millionen US-Dollar an Ausgaben und angeblich fünf Jahren Arbeit nur an diesem Keramikseparator gerade einmal einen winzigen Prototyp mit einer Kapazität von rund 0,8 Wattstunden zu bieten. Es muss deshalb davon ausgegangen werden, dass die Firma den Produktionsprozess bislang nicht einmal im Labormaßstab wirklich beherrscht. Sonst hätte sie längst Batterien in größerem Maßstab herstellen und den Investoren als viel glaubwürdigeres Angebot präsentieren können.

Außerdem muss auch der gesamte Rest der Produktion neu entwickelt werden. Denn obwohl die Keramikfolien ein wenig biegbar sind, können sie nicht wie Kunststoff beliebig auf- und abgewickelt oder gefaltet werden.

Selbst wenn der Sprung von der unzuverlässigen Laborsynthese zur Massenherstellung zu dem geplanten Preis in nur fünf Jahren gelingt, wäre das Ergebnis nicht überzeugend. 100 US-Dollar pro kWh sind schon heute bestenfalls ein guter Preis. In fünf Jahren werden die Akkus damit viel zu teuer sein, selbst wenn der Separator bis dahin noch dünner gemacht werden kann. Jedes weitere Jahr an Verzögerung wird den Abstand nur weiter vergrößern.

Quantumscape bringt auch die Wissenschaft nicht weiter

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Quantumscape hat es nicht geschafft, einen nennenswerten Vorteil oder die Notwendigkeit seiner Technologie für den Bau von Elektrofahrzeugen zu präsentieren, obwohl das angeblich das Ziel der Entwicklung ist. Die neue Technik würde außerdem mit hohen Kosten, Unsicherheiten und Nachteilen in der Produktion einhergehen. Wissenschaftlich wäre der Keramikseparator vielleicht interessant für weitere Entwicklungen. Er ist aber kein Teil der Wissenschaft, da alle wichtigen Details Geschäftsgeheimnisse sind.

Das bedeutet auch, dass die Technologie von Quantumscape jederzeit von der freien Forschung und der Konkurrenz überholt werden kann. Dort gibt es schon jetzt keramische Separatoren (PDF) mit ähnlich guter Leistung (PDF) zu finden.

Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur (de-Fachwissen)

Dazu kommt noch das Forschungsfeld der Separatoren aus Kunststoffen, die auch in der Lage sind, das Dendritenwachstum bei der Abscheidung von Lithiummetall zu unterdrücken. Sie erreichen noch nicht ganz die Leistung der Keramikseparatoren, aber auch hier macht die Forschung ständige Fortschritte.

Solche Kunststoffe könnten mit herkömmlichen Herstellungsmethoden verarbeitet werden, sind mechanisch viel weniger anfällig und bei gleicher Dicke viel leichter. Sobald einer dieser Kunststoffe eine ausreichende Leistung ermöglicht, kann diese Technik auch sehr viel schneller und zu niedrigeren Kosten kommerzialisiert werden. Doch solche Durchbrüche braucht es gar nicht, um mit Quantumscape zu konkurrieren. Heute verfügbare Akkus sind gut genug für eine praxistaugliche Elektromobilität.

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 Die Herstellungskosten des Quantumscape-Akkus sind zu hoch
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fabische 06. Jan 2021

https://finance.yahoo.com/amphtml/news/wolf-haldenstein-announces-quantumscape...

Shismar 23. Dez 2020

Nein, sind sie nicht. Clickbaiting ist etwas anderes. Irgendwie wird dieser Begriff...

TomTomTomTom 16. Dez 2020

Ja, sollten hier nicht noch einige technologische Durchbrüche um die Ecke kommen kann ich...

Copper 16. Dez 2020

Wobei der Preis als Argument keins ist. Denn zählen tut am Ende nur die TCO. Nur das...



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