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Akkus: Lithiumpreise steigen wieder

Die Lithiumblase ist längst geplatzt. Aber nach fast drei Jahren steigen die Preise wieder, doch die Märkte sind besser vorbereitet.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Salar de Atacama, eine wichtige Region für den Lithiumabbau in Südamerika (Bild: Francesco Mocellin)
Salar de Atacama, eine wichtige Region für den Lithiumabbau in Südamerika Bild: Francesco Mocellin / CC-BY-SA 3.0

Über zwei Jahre nach dem Ende der Lithiumblase von 2022 und 2023 steigen die Preise auf den Spot-Märkten laut Benchmark Minerals(öffnet im neuen Fenster) wieder an. Damals erreichte Lithium einen Preis über 70 Euro pro kg Lithiumcarbonat-Äquivalent, während er bis vor wenigen Monaten auf einem Niveau von 10 bis 12 Euro lag. Inzwischen haben die Preise wieder 18 Euro pro kg erreicht und weitere Anstiege werden erwartet.

Wie der Newsletter Lithium Horizons(öffnet im neuen Fenster) berichtet, ist der Hintergrund die Schließung einer Reihe von Lithium-Bergwerken in China, die teilweise unter falschen Lizenzen für den Abbau von Kalk oder keramischen Ton betrieben wurden. Dazu kommen höhere Steuern und weniger Subventionen für den Lithiumabbau, der in China als strategisch wichtig gilt und deshalb gefördert wurde, was aber gleichzeitig zu starkem Preiswettbewerb und Problemen in der Wirtschaftlichkeit der Unternehmen führte.

Da der Preisanstieg diesmal nicht von übertriebenen Erwartungen einer alle zwei Jahre verdoppelnder Lithiumnachfrage getrieben wird, sondern durch die lokale Reduktion des Angebots in China, ist eine Wiederholung der Preisspitzen von 2022 und 2023 nicht zu erwarten. Preisspitzen durch Spekulationen der vielen irrationalen Marktteilnehmer sind natürlich nicht ausgeschlossen. In jedem Fall werden höhere Preise zu einem Ausbau der Lithiumförderung führen.

Hohe Preise werden Natrium-Ionen-Akkus fördern

Die Produktion von Akkus benötigt je nach Bauart und Produktionskette rund 800 Gramm Lithiumkarbonat-Äquivalent, womit Lithium vom Spotmarkt rund 15 Euro in den Produktionskosten ausmachen würde. So hohe Preise stellen vor dem Hintergrund der Zellpreise von teilweise unter 50 Euro/kWh wieder einen stärkeren Anreiz zum Ausbau der Produktionskapazitäten von Natrium-Ionen-Akkus als Alternative zu Lithium-Ionen-Akkus dar, insbesondere LFP-Akkus.

Lithium wird aber aus physikalischen Gründen für den Bau von Akkus mit besonders hoher Energiedichte unverzichtbar bleiben, aber alle Anwendungen für LFP-Akkus können prinzipiell auch ohne Lithium umgesetzt werden. Das sind nicht nur stationäre Speicher, sondern auch Elektrofahrzeuge, die im Winter von der hohen Leistung und guten Kälteresistenz von Natrium-Ionen-Akkus profitieren können.

Der Ausbau der Lithiumproduktion wird nun hauptsächlich durch die Ausweitung des Abbaus in bestehenden Bergwerken und Tagebauen geschehen, die wegen der niedrigen Preise von den Bergbauunternehmen zurückgefahren wurde, um den Wert ihrer Rohstoffvorkommen zu maximieren. Gleichzeitig werden wohl neue Projekte, die in den letzten Jahren nicht mehr verfolgt wurden, wieder mehr Interesse von Investoren erhalten. Hinzu kommen die geopolitischen Risiken, auch in Europa, die einen Abbau in geografisch nahegelegenen Gegenden ratsam machen.


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