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Akkubrand: Extremtest bei großem Batteriespeicher durchgeführt

Mit offenen Türen und abgeschalteter Feuerlöschanlage ist ein Akkubrand simuliert worden. Die Frage ist, ob und wie schnell das Feuer übergreift.
/ Mario Petzold
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Der Hersteller Hithium hat seine Großspeicher so gebaut, dass ein Feuer auch passiv gelöscht wird. (Bild: Hithium)
Der Hersteller Hithium hat seine Großspeicher so gebaut, dass ein Feuer auch passiv gelöscht wird. Bild: Hithium

Der chinesische Batteriehersteller Hithium(öffnet im neuen Fenster) , der unter anderem auch Großspeicher im Containerformat anbietet, hat laut Pressemitteilung den ersten Brandtest mit geöffneten Türen bei einem großen Batteriespeicher mit über 6 Megawattstunden und Zellen im Bereich von Kiloamperestunden durchgeführt. Der Test fand unter Aufsicht des US-amerikanischen Prüfinstitut US Solutions, lokaler Behörden und Brandschutzexperten statt.

Durch geöffnete Türen sollte möglichst viel Sauerstoff zum Feuer gelangen. Zudem wurden an der Rückwand und seitlich weitere Batteriespeicher im Abstand von 15 cm platziert, um die Situation in einem Großspeicher mit dicht stehenden Containern zu simulieren. Außerdem lag der Ladezustand bei 100 Prozent.

Weil ein aktives Feuerlöschsystem, das üblicherweise automatisch überhitzende Batteriezellen erkennt und löscht, abgeschaltet war, wurde ausschließlich die passiven Systeme zur Eindämmung genutzt.

Simulierte Extrembedingungen

In dem kontrollierten Umfeld sollte somit der maximal unglückliche Fall eines ausgefallenen Löschsystems bei hoher Sauerstoffzufuhr getestet werden. Dafür baute Hithium drei Lösungen ein, um eine Explosion sowie das Übergreifen des Feuers zu verhindern.

Entstandene Gase werden dank verbesserter Ventilation schnell freigesetzt, was die Explosionsgefahr verringern soll. Die feuerfesten Modulabdeckungen verhindern eine zu starke Wärmeübertragung zu benachbarten Systemen. Auch innerhalb eines Batteriespeichers soll eine Ausbreitung auf diese Weise eingedämmt werden.

Um der dauerhaften Überhitzung standzuhalten, verfügen die Container zudem über zwei Trennwände, einen speziell gefertigten Stahlrahmen und weitere Versteifungen. Nach dem Test soll der verbrannte Container strukturell intakt geblieben sein.

Anforderungen vergleichbar mit fossilen Stoffen

Hithium lobt den Test als Meilenstein bezüglich der Sicherheit von großen Batteriespeichern. Aber auch wenn zuständige Behörden und Experten vor Ort waren, finden sich von diesen keine Aussagen zu dem Experiment. Die Sicherheitsanforderungen nach dem Zertifikat UL 9540A(öffnet im neuen Fenster) für batterieelektrische Energiespeicher sollen im Test erfüllt worden sein.

Dass es Umstände gibt, in denen sich ein solcher Brand dennoch ausbreitet, ist natürlich nicht ausgeschlossen. Allerdings dürften die Situationen mit thermisch durchgehenden Batteriezellen in der Regel beherrschbar sein.

Lithiumbatterien brennen mit 500 bis über 1.000 °C. Das liegt in einem Bereich, in dem auch Benzin und Diesel unkontrolliert brennen können. Gasflammen erreichen unter Umständen sogar noch höhere Temperaturen. Zum Löschen von Akkumulatoren wird ausschließlich Wasser empfohlen.


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