Akkubrände: Boeing und die FAA halten den Dreamliner für sicher
Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) und der US-Luftfahrtkonzern Boeing haben die Akkuprobleme des Boeing 787 Dreamliners für beendet erklärt. Eine Prüfung habe ergeben, dass das Verkehrsflugzeug sicher sei – trotz einer Reihe von Pannen.
Im Januar 2013 hatte FAA-Chef Michael Huerta eine Untersuchung angeordnet – wenige Tage nachdem ein Akku des Flugzeugs in Brand geraten war und einen Tag bevor ein weiterer Akkubrand einen Dreamliner in Japan zu einer Notlandung zwang. Daraufhin wurde dem Dreamliner für mehrere Monate Startverbot erteilt.
Sicherheitsstandards erfüllt
Experten von Boeing und FAA untersuchten gemeinsam den Dreamliner. Sie hätten festgestellt, "dass das Flugzeug solide konzipiert war, die vorgesehenen Sicherheitsstandards erfüllte und dass der Hersteller und die FAA wirksame Abläufe hatten, um Probleme zu finden und zu lösen, die vor und nach der Zertifizierung entstanden", erklärt die FAA zum Abschluss der Prüfung(öffnet im neuen Fenster).
Die Prüfer hätten einige Probleme in der Fertigung bei Boeing und in der Überwachung der Produktion durch die Behörde ausgemacht, berichtet Huerta. Die Kommission habe entsprechende Verbesserungen vorgeschlagen. "Wir werden uns schnell mit diesen Problemen befassen."
Elektrik statt Hydraulik
Der Dreamliner ist eine Neuerung im Flugzeugbau: Um Gewicht – und damit Treibstoff – zu sparen, hat Boeing einen Großteil des Flugzeugs aus Verbundwerkstoffen statt Metall konstruiert. Steuerungssysteme werden nicht mehr hydraulisch, sondern elektrisch betrieben umgestellt, weil die elektrischen Komponenten leichter sind als die hydraulischen. Die Akkus dienen als Stromspeicher für den Fall, dass die Hilfsturbine des Flugzeugs ausfällt.
Boeings neues Konzept ist jedoch anfällig: So urteilte Elon Musk nach den Bränden, die Lithium-Ionen-Akkus seien eine Fehlkonstruktion – als Chef des Elektroautoherstellers Tesla Motors kennt er sich mit der Thematik aus. Boeing hat die Akkus ersetzt.
Weitere Pannen
Allerdings plagten den Dreamliner auch andere Probleme: mit der Elektrik, mit Treibstoffleitungen, mit den Bremsen. Zuletzt fielen mehrfach die Bordcomputer des Dreamliners aus. Das alles, nachdem sich die Auslieferung des Flugzeugs schon um über drei Jahre verschoben hatte.
Das Fazit des FAA-Untersuchungsberichts veranlasste das Wall Street Journal denn auch zu der hämischen Überschrift(öffnet im neuen Fenster): "Boeing und FAA erteilen sich in Dreamliner-Prüfung selbst gute Noten".
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