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Chilenischer Kupfertagebau und seltene Erden in Schweden

Ein Elektroauto besteht nicht nur aus Karosserie und Akku. In Spulen und elektrischen Leitern wird Kupfer verwendet. Obwohl es etwas seltener als Nickel ist, wird das seit antiken Zeiten gebräuchliche Metall in deutlich größeren Mengen gefördert. Hauptsächlich wird es in großen Tagebauen abgebaut, in ehemals vulkanisch aktiven Gebieten. Im Magma befindliches Wasser löst dort zusammen mit Schwefel einige Metalle wie Kupfer und Molybdän auf. Dieses heiße Wasser kann durch feine Spalten im Gestein zur Oberfläche aufsteigen, wenn das Magma dafür nicht zu tief liegt, und lagert dabei die metallhaltigen Erze ab.

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Die größten Lagerstätten finden sich in geologisch jungen Gebirgen wie den Anden und den Rocky Mountains, entlang der Westküste Amerikas. In den trockenen und vergleichsweise dünn besiedelten Gegenden entstanden für den Kupferabbau einige der größten Tagebaue der Welt. In seiner Funktion als elektrischer Leiter kann Kupfer aber auch durch Aluminium ersetzt werden. Es ist billiger und hat, bei gleichem Gewicht, die doppelte Leitfähigkeit von Kupfer. Durch die niedrigere Dichte nimmt es dabei aber mehr Volumen in Anspruch. Inzwischen bemühen sich selbst große Unternehmen wie Siemens und General Electric darum, diese Alternative stärker zu fördern.

Wesentlich häufiger als Kupfer ist Neodym in der Erdkruste. Es ist eines der als seltene Erden bekannten Metalle und wird in Permanentmagneten zur Leistungssteigerung von kompakten Elektromotoren und -generatoren verwendet. Mit einigen Kompromissen in der Leistung können solche Motoren aber auch ohne Permanentmagnete nur aus Aluminiumspulen gebaut werden. Obwohl derzeit rund 95 Prozent der Produktion seltener Erden in China und Australien stattfindet, sind die Vorkommen weltweit verbreitet. Seltene Erden werden auch zur Konstruktion der Anode in Nickel-Metallhydrid-Akkus verwendet, die in einigen älteren Elektroautos eingesetzt wurden.

Das erste bekannte Vorkommen seltener Erden befand sich in einer Grube nahe des schwedischen Dorfes Ytterby, wo sie erstmals von Johan Gadolin nachgewiesen wurden. Allein nach diesem Dorf wurden vier Elemente der seltenen Erden benannt: Yttrium, Ytterbium, Erbium und Terbium. Während diese Mine erschöpft ist, sind inzwischen viele weitere Vorkommen allein in Schweden bekannt. Japan hofft derweil auf den Abbau von großen Mengen dieser Stoffe in Schlammablagerungen am Meeresboden, die weit von der japanischen Bevölkerung entfernt liegen.

Der Abbau der meisten Rohstoffe findet in Gegenden mit wenigen Einwohnern statt, beispielsweise in den Wüsten von Chile oder Australien oder in Ländern wie dem Kongo, wo Anwohner nicht effektiv gegen den Abbau vorgehen können. Sehr oft sind dort Gesetze für Umweltschutz schwächer oder sie werden umgangen. Im Gegensatz dazu wird der Abbau in wohlhabenden Ländern durch strenge Regularien oft früh verhindert. Dadurch wird Bergbau häufig nicht mit den Möglichkeiten eines gut überwachten Umweltschutzes durchgeführt.

Gleichzeitig werden Elektroautos vor allem in dicht besiedelten Ländern mit gut überwachtem Umweltschutz aus Gründen des Umweltschutzes eingeführt. Der Widerspruch ist offensichtlich und wird derzeit keineswegs gelöst. Aber die Entwicklung von kobaltfreien Akkus, die Forschung an Alternativen zu Lithium, Anstrengungen zum Ersatz von Kupfer in Stromleitungen und Motoren zeigt, dass nach häufigeren und günstigeren Alternativen zu den seltenen Rohstoffen gesucht wird.

Dabei geht es den Firmen um Profite und eine möglichst günstige Produktion. Der Abbau der häufigeren Rohstoffe ist nicht nur einfacher und billiger, sondern durch die höheren Konzentrationen der Erze auch mit weniger Bergbau und weniger Umweltschäden verbunden. Deshalb wird eine Verzehnfachung der Produktion von Elektroautos nicht die zehnfache Menge aller seltenen Rohstoffe benötigen, die zurzeit verwendet werden.

Ganz ohne Konsequenzen für die Umwelt wird die Ausweitung der Produktion aber nicht bleiben. Das gilt im Positiven für die Einsparung von Emissionen genauso wie für den Abbau der nötigen Rohstoffe im Negativen. Dabei wird wohl auch der Widerspruch erhalten bleiben, dass sich Umweltschäden am besten kontrollieren lassen, wenn der Bergbau in der Nähe der Verbraucher stattfindet - und dass genau diese Verbraucher keinen Bergbau in der Nähe haben wollen.

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treysis 30. Okt 2019

Nein. Der Mehrwert ist hier gesamtgesellschaftlich zu sehen. Das wäre für Firmen...

smonkey 30. Okt 2019

Es geht nicht "nur" um Kinderarbeit. In den illegalen, aber tolerierten Kleinminen geht...

treysis 28. Okt 2019

Was war denn an dem Spiegel-Artikel so schlimm? Der Fokus ist da ein anderer. Aber ich...

treysis 28. Okt 2019

Nö, die Info ist relativ unwichtig. Was nicht in einer Lagerstätte konzentriert ist...

treysis 28. Okt 2019

Kommt darauf an. Teilweise werden auch wirklich nur die Elementgehalte angegeben...


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