Akademik Lomonossow: Russisches Atomkraftwerk sticht in See

Das erste schwimmende Atomkraftwerk der Welt ist auf dem Weg zu seinem Einsatzort. Das in St. Petersburg gebaute Akademik Lomonossow schippert derzeit durch die Ostsee. Es soll ab 2019 eine Stadt im Norden Sibiriens mit Strom versorgen.

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Schwimmendes Atomkraftwerk Akademik Lomonossow geht auf die Reise: Brennstäbe werden in Murmansk eingesetzt
Schwimmendes Atomkraftwerk Akademik Lomonossow geht auf die Reise: Brennstäbe werden in Murmansk eingesetzt (Bild: Rosatom)

Leinen los für ein Atomkraftwerk: Akademik Lomonossow ist ein Atomkraftwerk, das auf einem Schwimmponton errichtet ist. Am 28. April 2018 hat es seine Reise zu seine Bestimmungsort angetreten: Es wird von St. Petersburg nach Murmansk geschleppt.

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Das Kraftwerk steht auf einem Ponton, der 144 Meter lang und 30 Meter breit ist. Das weltweit erste schwimmende Atomkraftwerk verfügt über zwei Reaktoren vom Typ KLT-40S - eine Weiterentwicklung der Reaktoren, wie sie auch in russischen Eisbrechern zum Einsatz kommen. Die Druckwasserreaktoren haben eine thermische Leistung von 300 Megawatt, aus denen 70 Megawatt Strom erzeugt werden können. Anders als bei militärischen Reaktoren kommt dabei kein hochangereichertes Uran zum Einsatz. Stattdessen enthalten die Brennstäbe vergleichsweise niedrig angereichertes Uran mit 20 Prozent Uran-235 Anteil.

Für den Einsatz als schwimmendes Kraftwerk hat der russische Hersteller OKBM Africantov ein Containment in das Schiff integriert, um bei möglichen Unfällen die Freisetzung von radioaktiven Partikeln zu verhindern. Nach Angaben des Herstellers wurden dabei auch Erdbeben der Stärke 10 simuliert, bei denen das Schiff durch einen entstehenden Tsunami an Land gespült werden würde.

Der Reaktor kann ohne Pumpen gekühlt werden

Das Containment verfolgt ein kombiniertes aktives und passives Sicherheitskonzept. Der Reaktor hat ein aktiv mit Pumpen betriebenes Notfallkühlsystem. Beim Ausfall aller Kühlpumpen reicht aber die natürliche Konvektion des Wassers im Reaktor für die Kühlung der Brennstäbe aus. Die Zerfallswärme wird dann über die Dampferzeuger abgeführt, die im normalen Betrieb den Dampf für den Antrieb der Turbinen erzeugen. Es gibt zwei Kühlsysteme, die die Zerfallswärme aufnehmen. Sie haben zusammen genügend Kühlwasser, um den Reaktor für 24 Stunden kühlen zu können. Danach muss Kühlwasser von außen nachgefüllt werden.

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Der Reaktor befindet sich in einem mit Wasser gefluteten Containment (Sicherheitsbehälter). Nach den Berechnungen von OKBM würde das Wasser im Fall einer Kernschmelze den Reaktorbehälter kühlen und so das Durchschmelzen verhindern. Dieses Vorgehen funktionierte beispielsweise bei der Kernschmelze des Druckwasserreaktors von Three Mile Island. Beim KLT-40S müsste das Containment dazu aber nicht erst nach Feststellen des Unfalls geflutet werden.

Das Containment selbst ist darauf ausgelegt, auch im Fall einer Kernschmelze dicht zu bleiben, anders als das Mark-I-Containment der Siedewasserreaktoren von Fukushima Daiichi. Es kann durch zwei Wärmetauscher von außen gekühlt werden, so dass der Druck im Inneren begrenzt bleibt. Auch dieses System ist wegen der begrenzten Kühlwasserreserven im Kühlsystem auf einen Betrieb von 24 Stunden ohne Eingriff von außen begrenzt. Danach muss wieder Wasser in die Kühlwassertanks gepumpt werden.

Das System wurde international unter anderem von deutschen und kanadischen Forschern untersucht und für tauglich befunden. Allerdings beklagten die Forscher, dass die standardisierten Simulationsprogramme von herkömmlichen Kernkraftwerken nicht alle Aspekte simulieren konnten.

Das Kraftwerk schwimmt nach Sibirien

Gebaut wurde das Kraftwerk in St. Petersburg. Die Arbeiten begannen 2007. Ursprünglich sollte Akademik Lomonossow bereits 2010 in Sibirien im Einsatz sein. Am vergangenen Samstag hat das Atomkraftwerk seine Reise ins Arktische Meer angetreten. Die Reise führt zunächst durch die Ostsee um Norwegen herum, nach Murmansk. Dort werden die Brennstäbe in die zwei Reaktoren eingesetzt. Anschließend geht es zum Bestimmungsort vor Pewek in Sibirien.

Dort soll es ab 2019 den Hafen, Ölbohrplattformen sowie eine Meerwasserentsalzungsanlage mit Strom versorgen. Pewek ist die nördlichste Stadt Russlands, in deren Umgebung Bodenschätze abgebaut werden. Zudem werden unter dem Meeresboden in der Polarregion, auf die Russland territoriale Ansprüche erhebt, Öl- und Gasvorkommen vermutet.

Umweltschützer kritisieren das Projekt: Greenpeace warnte vor einem "Tschernobyl auf Eis". Zudem wurde nach Angaben der Umweltschutzorganisation keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt.

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FreiGeistler 02. Mai 2018

wikipedia.org/High-level_radioactive_waste_management Wüste Gobi oder Australiens...

cpt.dirk 02. Mai 2018

Immerhin rostet Edelstahl nicht so schnell durch, und sogar für Atommüll nimmt man teils...

cpt.dirk 02. Mai 2018

Das stimmt nur eingeschränkt. Denn es wurden in tiefen Meresschichten des Pazifiks seit...

Janquar 02. Mai 2018

Na wenn das so ist würde ich vorschlagen wir kippen den nuklearen Restmüll in Fässer und...

Duke83 02. Mai 2018

ihr beiden seid so unwitzig, bitte deinstalliert euer internet!



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