Abo
  • Services:
Anzeige
Airwriting: Erkennung auf Wortebene
Airwriting: Erkennung auf Wortebene (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Airwriting: Schrifteingabe ohne Unterlage und Stift

Luftschreiben statt Luftgitarre: Karlsruher Forscher haben ein Eingabesystem für mobile Geräte entwickelt, das ohne Tastatur auskommt.

Anzeige

Marcus Georgi braucht keinen Stift und kein Papier zum Schreiben: Er schreibt Buchstaben in die Luft. Auf dem Bildschirm beginnen Linien eines Diagramms, die eben noch ruhig waren, zu zucken. Darüber erscheinen Buchstabenfolgen, Wörter, mehr oder weniger sinnvolle, bis am Ende "airwriting at cebit" auf dem Monitor zu lesen ist (Halle 9, Stand G33).

Airwriting ist eine Schrifterkennungstechnik, die Georgi und seine Kollegen vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt haben. Der Schreiber trägt ein Armband mit einer Verdickung, in der Beschleunigungssensoren und Kreiselinstrumente untergebracht sind, die die Handbewegungen erkennen. Außerdem sind darin ein Bluetooth-Chip und ein Akku.

Schwebende Großbuchstaben

Geschrieben wird in Großbuchstaben und auf der Stelle, also übereinander. Schreibt Georgi in seine Hand oder in die Luft, erfassen die Sensoren die Bewegungen und übertragen diese auf einen Computer, wo die Eingaben ausgewertet werden. Dabei handelt es sich um Mustererkennung: Die Software erfasst die charakteristischen Kurven, die einen Buchstaben ausmachen.

  • Airwriting: Großbuchstaben werden übereinander in die Hand oder in die Luft geschrieben. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Sensoren erkennen die Bewegungen und werten sie aus. Die Aktivität ist im Diagramm sichtbar. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Wird die Hand still gehalten, verzeichnet das System keine Aktivität. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Armband mit den Sensoren - Beschleunigungssensoren und Kreiselinstrumente. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Dem ersten Prototypen fehlte es noch etwas an Eleganz. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Airwriting: Großbuchstaben werden übereinander in die Hand oder in die Luft geschrieben. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Ausgewertet werden allerdings nicht die Buchstaben einzeln. Die Erkennung erfolge auf Wortebene, erklärt Georgi. Das System analysiere die Signale und suche im Wörterbuch nach den wahrscheinlichsten Wortfolgen. Es würden parallel alle Hypothesen durchforstet und die auf dem Bildschirm erscheine die naheliegendste. Daher könne es sein, dass zunächst andere Worte auf dem Bildschirm erschienen als die intendierten.

Englische Vokabeln

Das System beherrsche derzeit 8.000 englische Vokabeln. Es sei aber möglich, sagt Georgi, jede Sprache, die das lateinische Alphabet nutze, damit zu schreiben. Allerdings müssten dann für bestimmte Zeichen, etwa deutsche Umlaute oder französische Buchstaben mit Accent, Kodierungen gefunden werden.

Die Wörter wurden von rund 30 Probanden eingeschrieben. Daraus wurde ein generalisiertes Modell für die Charakteristik der einzelnen Buchstaben erstellt, wobei das System auch erfasste, wie häufig bestimmte Buchstaben vorkommen.

Allgemeine Fehlerrate von 11 Prozent

Selbst als George fertig ist mit Schreiben, arbeitet das System noch. Die Anzeige wechselt noch einige Male, bevor schließlich die geschriebene Wortfolge auf dem Bildschirm zu sehen ist. Zugegeben: Er schreibt einige Male, bevor die richtigen Worte erkannt werden. Die Fehlerrate, sagt er, betrage 11 Prozent - also etwa jedes zehnte Wort wird falsch erkannt. Werde das System aber auf eine bestimmte Person angelernt, sinke sie auf 3 Prozent.

Das Armband stammt von dem britischen Unternehmen Axivity. Es basiert auf handelsüblicher Hardware. Einen ersten, weniger eleganten Prototyp hatten die Karlsruher selbst gebaut.

Eingabe ohne Gerät

Gedacht ist Airwriting als Eingabe für mobile Geräte oder Wearables wie die Datenbrille Google Glass. Der Nutzer kann eine kurze Eingabe mit der Hand machen, ohne dafür das Gerät anzufassen. Die Auswertung erfolgt derzeit allerdings noch auf einem externen Rechner. Möglicherweise lasse sich das System aber so optimieren, dass es zukünftig auch auf einem Smartphone laufe, sagt Georgi.

Der aktuelle Forschungsprototyp funktioniere zwar, allerdings könne die Genauigkeit verbessert werden. Auch eine Korrekturfunktion wäre praktisch: Wird derzeit ein Wort oder eine Wortfolge falsch erkannt, muss Georgi sie neu eingeben. Serienreif könnte Airwriting in ein bis zwei Jahren sein.


eye home zur Startseite
olleIcke 13. Mär 2014

Die Minuum crew hat gerade erst nen Video rausgebracht wo sie diesen Leap Motion...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Ratbacher GmbH, Karlsruhe
  2. thyssenkrupp AG, Essen
  3. HDPnet GmbH, Heidelberg
  4. ROHDE & SCHWARZ SIT GmbH, Stuttgart


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-75%) 2,49€
  2. 15,99€
  3. 64,97€/69,97€

Folgen Sie uns
       


  1. VLC, Kodi, Popcorn Time

    Mediaplayer können über Untertitel gehackt werden

  2. Engine

    Unity bekommt 400 Millionen US-Dollar Investorengeld

  3. Neuauflage

    Neues Nokia 3310 soll bei Defekt komplett ersetzt werden

  4. Surface Studio

    Microsofts Grafikerstation kommt nach Deutschland

  5. Polar

    Fitnesstracker A370 mit Tiefschlaf- und Pulsmessung

  6. Schutz

    Amazon rechtfertigt Sperrungen von Marketplace-Händlern

  7. CPU-Architektur

    RISC-V-Patches für Linux erstmals eingereicht

  8. FSP Hydro PTM+

    Wassergekühltes PC-Netzteil liefert 1.400 Watt

  9. Matebook X und E im Hands on

    Huawei kann auch Notebooks

  10. Celsius-Workstations

    Fujitsu bringt sichere Notebooks und kabellose Desktops



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Yodobashi und Bic Camera: Im Rausch der Netzwerkkabel
Yodobashi und Bic Camera
Im Rausch der Netzwerkkabel
  1. Sicherheitslücke Fehlerhaft konfiguriertes Git-Verzeichnis bei Redcoon
  2. Preisschild Media Markt nennt 7.998-Euro-Literpreis für Druckertinte

Vernetzte Hörgeräte und Hearables: Ich filter mir die Welt widdewiddewie sie mir gefällt
Vernetzte Hörgeräte und Hearables
Ich filter mir die Welt widdewiddewie sie mir gefällt
  1. The Dash Pro Bragis Drahtlos-Ohrstöpsel können jetzt auch übersetzen
  2. Beddit Apple kauft Schlaf-Tracker-Hersteller
  3. Smartwatch Huawei Watch bekommt Android Wear 2.0

In eigener Sache: Die Quanten kommen!
In eigener Sache
Die Quanten kommen!
  1. id Software "Global Illumination ist derzeit die größte Herausforderung"
  2. In eigener Sache Golem.de führt kostenpflichtige Links ein
  3. In eigener Sache Golem.de sucht Marketing Manager (w/m)

  1. Re: Mediaplayer classic HC auch betroffen? kwt

    Schrödinger's... | 19:54

  2. Re: Händler haben es nicht anders verdient

    Dennis81 | 19:53

  3. Re: Nur Windows-VLC betroffen?

    nille02 | 19:49

  4. Re: Unix, das Betriebssystem von Entwicklern, für...

    KlugKacka | 19:48

  5. Re: Ist doch Standard

    JKirschbaum | 19:46


  1. 18:58

  2. 18:20

  3. 17:59

  4. 17:44

  5. 17:20

  6. 16:59

  7. 16:30

  8. 15:40


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel