Airsoft: Geldgeber von White-Label-Software für Fake Trades in Auslieferungshaft
Bei Ermittlungen gegen betrügerische Onlineportale, die Anleger weltweit um Hunderte Millionen Euro betrogen haben, hat die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg einen mutmaßlichen Hintermann in Marokko in Auslieferungshaft nehmen lassen. Der Franco-Israeli Rony Hadjedj gilt laut Spiegel(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) als Geldgeber der israelischen IT-Firma Airsoft, die White-Label-Software für Handelsplattformen von Forex, CFDs und Kryptowährungen entwickelt, die Unternehmen unter eigenem Namen betreiben können.
Die Software habe es Kriminellen über Jahre ermöglicht, Anleger mit manipulierten Charts zur Einzahlung immer höherer Summen zu bewegen. Die Betrüger legten das Geld nicht an, sondern eigneten es sich privat an.
68 Millionen Euro in Deutschland ergaunert
Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Geschädigte: In einem Prozess vor dem Landgericht Bamberg warf die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg mit ihrer Zentralstelle Cybercrime Bayern dem früheren Airsoft-CEO Shay Benhamou vor, dass die Firma unter seiner Führung mindestens 24 Portalen seine Software geliefert hatte. Diese Portale sollen von Betroffenen in Deutschland 68 Millionen Euro ergaunert haben. Benhamou wurde im Juni zu vier Jahren Haft wegen Beihilfe zum Betrug verurteilt.
Laut Rechnungsunterlagen setzten die Plattformen mit der Airsoft-Software insgesamt rund 950 Millionen Euro um. Der in Auslieferungshaft sitzende Hadjedj wurde in Frankreich bereits in Abwesenheit wegen Raubüberfällen zu sechs Jahren Haft verurteilt. Er hatte sich rechtzeitig nach Israel abgesetzt. Hadjedj ließ eine Anfrage zu den Vorwürfen unbeantwortet.
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