Airseas: Reederei stattet Schiff mit Kite von Airbus-Tochter aus

Wenn der Wind zieht, soll das Schiff weniger Treibstoff verbrauchen und weniger Schadstoffe emittieren: Die japanische Reederei K-Line testet einen Windhilfsantrieb an einem ihrer Schiffe. Das Segel hat eine Airbus-Ausgründung entworfen.

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RoRo-Schiff von Airbus mit Seawing: Setzen und Einholen per Knopfdruck
RoRo-Schiff von Airbus mit Seawing: Setzen und Einholen per Knopfdruck (Bild: Skysails)

K-Line segelt: Das japanische Schifffahrtsunternehmen Kawasaki Kisen, kurz K-Line, stattet eines seiner Schiffe mit einem Kite-Segel des französischen Unternehmens Airseas aus, um Treibstoff zu sparen. Das hat die Reederei auf der Pariser Luftfahrtmesse bekanntgegeben.

Seawing heißt der Kite, der am Bug des Schiffs befestigt ist und bei günstigem Wind gesetzt wird. Das passiert automatisch - der Schiffsoffizier muss nur auf einen Knopf drücken. Der Kite wird dann an einem etwa 35 Meter hohen Mast hochgezogen, entfaltet und gesetzt.

Ein Seawing braucht mindestens eine Windgeschwindigkeit von etwa 15 Kilometern pro Stunde, das entspricht Windstärke 3 auf der Beaufort-Skala. Eingeholt werden muss der Kite bei etwa 75 Kilometern pro Stunde, das entspricht Windstärke 8, also Sturm.

Auf einem Bildschirm auf der Brücke bekommt der Kapitän angezeigt, ob genug Wind herrscht. Das System berechnet zudem den Kurs des Schiffs so, dass der Wind möglichst effizient ausgenutzt wird. Es zeigt auch an, wenn der Kite keinen Nutzen mehr bringt und eingeholt werden sollte. Auch das geht automatisiert per Knopfdruck.

Wie bewährt sich das System?

K-Line will zunächst einen sogenannten Capesize-Massengutfrachter damit ausstatten - Capesize werden Schiffe genannt, die zu groß für den Suez- oder den Panamakanal sind und deshalb um Kap Hoorn oder das Kap der Guten Hoffnung fahren müssen. Je nach Route und Einsatzgebiet soll das Schiff rund 20 Prozent weniger Kohlendioxid emittieren, was etwa 5.200 Tonnen Kohlendioxid entspricht. K-Line will den Seawing zwei Jahre lang intensiv testen. Sollte das System den Erwartungen entsprechen, will das Unternehmen 50 weitere Seawings bestellen.

Die Idee, moderne Frachtschiffe mit solchem Segeln auszustatten, ist nicht neu: Das Hamburger Unternehmen Skysails etwa stellte Anfang des Jahrtausends einen Lenkdrachen vor, der am Bug eines Schiffes befestigt wurde. Allerdings erfüllte das System nicht die Erwartungen des Herstellers. Die Besatzung des französischen Katamarans Energy Observer hat ihren Kite wieder abgebaut, weil er nicht effizient genug, zugleich aber recht aufwendig in der Bedienung war.

Airseas ist eine Ausgründung von Airbus. Der europäische Luftfahrtkonzern, der größter Anteilseigner ist, hat im vergangenen Jahr selbst einen Seawing für eines von vier eigenen RoRo-Schiffen angeschafft. K-Line ist eine der zehn größten Reedereien der Welt.

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