Airguard im Test: Die beste Android-App gegen Airtag-Stalking

Die App Airguard sucht automatisch nach Apples Airtags und anderen Bluetooth-Trackern unter Android. Doch auch die derzeit beste Lösung ist nicht perfekt.

Ein Test von und veröffentlicht am
Die App Airguard mit einem Airtag und einem Tile Mate
Die App Airguard mit einem Airtag und einem Tile Mate (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Apples Airtags haben im Test von Golem.de ihr Potenzial gezeigt, verlorene Gegenstände schnell wiederzufinden - und den Kollegen unbemerkt stalken zu können.

Inhalt:
  1. Airguard im Test: Die beste Android-App gegen Airtag-Stalking
  2. Airguard macht Airtag-Stalking wesentlich weniger wahrscheinlich
  3. Airguard: Verfügbarkeit und Fazit

Zwar hat Apple einen gewissen Grundschutz vor Stalking in sein Find-my-Netzwerk sowie iOS integriert (falls Nutzer bestimmte Einstellungen vornehmen), unter Android gibt es diese Möglichkeiten jedoch nicht. Seit kurzem gibt es nun eine Android-App von Apple, mit der Android-Nutzer nach Airtags suchen können - jedoch ausschließlich per manuellem Scan. Die Drittanbieter-App Airguard verspricht hingegen automatische Scans unter Android und soll auch vor anderen Bluetooth-Trackern warnen. Die App wurde von einer Forschungsgruppe der TU Darmstadt am Lehrstuhl für Sichere Mobile Netze entwickelt.

Verglichen mit den Android-Apps von Apple und der Tracker-Konkurrenz von Tile funktioniert Airguard im Test von Golem.de deutlich besser, hat aber immer noch kleine Schwächen.

Apples Find-my-Netzwerk trackt binnen Minuten

Die Stärke des Airtags ist gleichzeitig ein Problem: Sein Standort lässt sich vor allem in Städten binnen Minuten sehr genau feststellen - dank Apples Find-my-Netzwerk, in das quasi alle Apple-Geräte standardmäßig eingebunden sind. Je mehr iPhone-, iPad- und Mac-Nutzer in der Nähe sind (und am Find-my-Netzwerk teilnehmen) desto schneller und genauer geht es. Das stellt in puncto Stalking ein großes Problem dar, und zwar vor allem für Android-Nutzer: Deren Smartphone weist nämlich, anders als ein iPhone, nicht automatisch auf einen unbekannten Airtag hin.

  • Das zwischenzeitliche Bewegungsmuster eines von Airguard entdeckten Airtags (Screenshot: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Airguard zeigt uns neben Systembenachrichtigungen auch in der App unmissverständlich an, dass wir von einem Bluetooth-Tracker begleitet werden. (Screenshot: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Nutzer können sich unter anderem anzeigen lassen, wo alle entdeckten Tracker geortet wurden. (Screenshot: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Airguard entdeckte bei unserem Test auch zahlreiche weitere Geräte in Bluetooth-Reichweite. (Screenshot: Tobias Költzsch/Golem.de)
Airguard zeigt uns neben Systembenachrichtigungen auch in der App unmissverständlich an, dass wir von einem Bluetooth-Tracker begleitet werden. (Screenshot: Tobias Költzsch/Golem.de)
Stellenmarkt
  1. Manager (m/w/d) Digitalisierung Klinische Anwendungen
    Helios IT Service GmbH, Berlin
  2. PHP Software Entwickler (m/w/x)
    über grinnberg GmbH, Raum Stuttgart, deutschlandweit
Detailsuche

Für Android-Nutzer hat Apple daher eine eigene Scan-App bereitgestellt, die aber nur einen manuellen und keinen automatischen Scan nach Airtags in der Umgebung ermöglicht. Wir haben sie mit der Drittanbieter-App Airguard verglichen und festgestellt: Ein sinnvoller Schutz vor Stalking mit Bluetooth-Trackern ist mit Airguard wesentlich besser möglich als mit Apples Android-App. Airguard warnt auch vor Trackern anderer Hersteller wie etwa Tile; auch dies funktioniert besser als bei dem Stalking-Schutz in Tiles eigener App.

Einen ins System integrierten Warn-Mechanismus gibt es bei Android-Geräten nicht. Unabhängig von iOS oder Android piept ein herrenloser Airtag zwar nach ein paar Tagen, das Geräusch ist aber sehr leise - zudem kann der Piezo-Lautsprecher mit einfachen Mitteln zerstört und damit deaktiviert werden. Solche Silent Airtags werden bereits bei Ebay und Etsi zum Kauf angeboten.

Neu Apple AirTag 4er Pack

Der Forscher Fabian Bräunlein hat zudem demonstriert, dass sich Apples Airtags mit einfachen Mitteln nachbauen lassen. Sein Klon auf Basis eines ESP32-Mikrocontrollers lässt sich für das unbemerkte Tracking von Personen optimieren: Die Schlüssel des Airtag-Klones wechseln kontinuierlich.

Nachgebaute Airtags kann iOS nicht erkennen

Das Gerät gibt sich also immer wieder als neuer Airtag aus und wird von Apples Schutzmechanismen nicht als mitreisender Airtag erkannt und den überwachten Nutzern entsprechend keine Warnung angezeigt, wie Bräunlein in einem Test zeigen konnte. Einen Lautsprecher hat der Klon obendrein nicht. Auch die Airtag-Konkurrenz von Tile gibt keinen Warnton aus.

Dass Stalking mit Airtags nicht nur möglich ist, sondern auch passiert, zeigt ein Bericht des Onlinemagazins Motherboard. So spielten Airtags in den USA in 150 Polizeiberichten eine Rolle. In 50 Fällen riefen Frauen die Polizei, weil sie einen Airtag entdeckten, mit dem sie verfolgt wurden. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein.

"Es war völlig abwegig, ein neues Gerät auf den Markt zu bringen, ohne den Faktor häusliche Gewalt zu berücksichtigen", sagte die Direktorin für Cybersicherheit bei der Electronic Frontier Foundation (EFF), Eva Galperin, zu Motherboard. "Aber der eigentliche Schwachpunkt von Apple waren Menschen, die außerhalb des Apple-Ökosystems leben."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Airguard macht Airtag-Stalking wesentlich weniger wahrscheinlich 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


M.P. 14. Apr 2022 / Themenstart

Mit viel Aufwand kann man sicher ein Versteck generieren, das ein Dieb nicht so schnell...

Karsten Meyer 13. Apr 2022 / Themenstart

Ich danke euch. Über den Namen Alexander Heinrich habe ich das "Secure Mobile Networking...

Insomnia88 13. Apr 2022 / Themenstart

AirTags halten 1 Jahr, der Vodafone curve nur 7 Tage. Da ist also ein völlig anderer Grad...

icepear 12. Apr 2022 / Themenstart

Natürlich waren sie das. Irgendwelche GPS Tracker z.B. für Fahrräder, Autos oder auch...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Künstliche Intelligenz
Wie erklären Menschen die Entscheidungen von Computern?

Je komplexer eine KI, desto schwerer können Menschen ihre Entscheidungen nachvollziehen. Das ängstigt viele. Doch künstliche Intelligenz ist keine Blackbox mehr.
Von Florian Voglauer

Künstliche Intelligenz: Wie erklären Menschen die Entscheidungen von Computern?
Artikel
  1. Prehistoric Planet: Danke, Apple, für so grandiose Dinosaurier!
    Prehistoric Planet
    Danke, Apple, für so grandiose Dinosaurier!

    Musik von Hans Zimmer, dazu David Attenborough als Sprecher: Apples Prehistoric Planet hat einen Kindheitstraum zum Leben erweckt.
    Ein IMHO von Marc Sauter

  2. Star Wars: Cal Kestis kämpft in Jedi Survivor weiter
    Star Wars
    Cal Kestis kämpft in Jedi Survivor weiter

    EA hat offiziell den Nachfolger zu Star Wars Jedi Fallen Order angekündigt. Hauptfigur ist erneut Cal Kestis mit seinem Roboterkumpel BD-1.

  3. Fahrgastverband Pro Bahn: Wo das 9-Euro-Ticket sicher gilt
    Fahrgastverband Pro Bahn
    Wo das 9-Euro-Ticket sicher gilt

    Die Farbe der Züge ist entscheidend, was bei der Reiseplanung in der Deutsche-Bahn-App wenig nützt. Dafür laufen Fahrscheinkontrollen ins Leere.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 evtl. bestellbar • Prime Video: Filme leihen für 0,99€ • Gigabyte RTX 3080 12GB günstig wie nie: 1.024€ • MSI Gaming-Monitor 32" 4K günstig wie nie: 999€ • Mindstar (u. a. AMD Ryzen 5 5600 179€, Palit RTX 3070 GamingPro 669€) • Days of Play (u. a. PS5-Controller 49,99€) [Werbung]
    •  /