Airbus A321 XLR: Mittelstreckenjet wird endgültig zum Langstreckenflieger

Airbus' A321 bekommt noch einmal 1.300 Kilometer mehr Reichweite. Auf der Paris Air Show wurde das neue Flugzeugprogramm bekanntgegeben. Die XLR-Variante des Narrowbody-Jets übersteigt damit die Reichweite der Boeing 757, die weiter auf eine Nachfolge wartet.

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Rendering der noch nicht fertigen A321 XLR
Rendering der noch nicht fertigen A321 XLR (Bild: Airbus/Fixion/Dreamstime)

Airbus startet ein neues Flugzeugprogramm, das basierend auf der A321 Neo und dem LR-Design (Long Range) eine nochmals vergrößerte Reichweite bietet. Mit der A321 XLR wird Airbus die Reichweite auf 4.700 nautische Meilen erhöhen. Umgerechnet ist das eine Erhöhung der Reichweite um stolze 1.300 Kilometer auf nunmehr 8.700 Kilometer. Zum Vergleich: Die alte A321 (Ceo), bereits mit spritsparenden Sharklets ausgestattet, schafft nur 5.950 km oder 3.200 nautische Meilen. Normalerweise werden so kleine Flugzeuge der damaligen Generation nicht auf der Langstrecke eingesetzt. Eine der wenigen Ausnahmen ist der Airbus A318, der sogar auf Transatlantikflügen unterwegs ist.

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Mit der XLR-Variante ist ein Flug von Berlin an die Ostküste der Vereinigten Staaten ohne Schwierigkeiten möglich. Der Flug an die Westküste (London - San Francisco, circa 5.300 nmi) bleibt allerdings selbst von Westeuropa aus weiter den Großraumflugzeugen vorbehalten. Angestrebt ist auch der Flug über große Ozeane. So wird das Flugzeug etwa Honolulu mit Auckland verbinden können. Interessant ist Airbus' neue Maschine auch für den Markt gen Osten. Indien oder die Mongolei sind von Deutschland aus direkt ansteuerbar, ohne großes Gerät einsetzen zu müssen. Das spart gerade bei schwächeren Verbindungen den Hubverkehr ein oder macht diese erst wirtschaftlich nutzbar. In Deutschland werden beispielsweise die meisten Fluggäste erst mit einem Kurzstreckenflug nach Frankfurt am Main oder München gebracht und steigen dort in größere Flugzeuge um. Eine Anreise mit der Bahn ist oft problematisch, weil nur wenige Zugverbindungen als Codeshare laufen und die Aufgabe von Gepäck in Zügen zu Anschlussflügen schon vor langem eingestellt wurde. Die Lufthansa-Zug-Garnituren sind ebenfalls lange ausgemustert. Das ist auch der Grund, warum noch immer sehr kurze Flugverbindungen in Deutschland angeboten werden. Sogenannten Originärverkehr gibt es auf solchen Strecken kaum. Umsteiger sind die Regel. Mit Maschinen wie der A321 XLR wäre eine Abschwächung des Hubkonzepts eher machbar. Allerdings fliegen meist nur ausländische Fluggesellschaften Flughäfen wie Hamburg oder Berlin an.

Möglich wird die hohe Reichweite der A312 XLR durch die Erhöhung des maximalen Startgewichts von 97 auf 101 Tonnen. Der XLR-Flieger hat einen oder zwei weitere Tanks und deutlich mehr Treibstoff an Bord. Typischerweise transportiert das Flugzeug zwischen 180 und 220 Fluggäste. Eine Neo-Konfiguration im Kurz- bis Mittelstreckenverkehr transportiert maximal 244 Fluggäste.

Boeing hat dem derzeit nichts entgegenzusetzen. Zwar hat das Unternehmen schon lange mit der 757 ein kleines Langstreckenflugzeug mit nur einem Gang im Angebot. Doch dessen Reichweite liegt unter 4.000 nmi. Das schafft bereits die LR-Variante der A321 Neo. Die 757 wird deswegen zunehmend nur noch im Transkontinentalverkehr in den USA eingesetzt. Nennenswerte Flotten in Europa haben unter anderem Condor und die DHL im Frachtverkehr.

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Stattdessen werden kleinere Großraumjets (zwei Gänge zwischen den Sitzblöcken) wie die A330, B767 oder B787-8 interkontinental eingesetzt, wenn das Fluggastaufkommen gering ist. In der Branche wird aber breit über die Einführung einer B797 nachgedacht, einem echten Nachfolger der 757. Boeing hat sich allerdings noch nicht entschieden.

Die erste A321 XLR wird vermutlich früher fliegen. Schon 2023 soll die erste Maschine ausgeliefert werden.

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